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Teil 1
Auf einem Hof in Mecklenburg sehnt die Magd Gertrud
Habersaat die Heimkehr des Großbauern vom
Polenfeldzug herbei. Proper, ehrgeizig und fleißig,
teilt sie schon seit einigen Jahren das Bett Jürgen
Lesstorffs und bewirtschaftet seinen Besitz, als
sei es der ihre. Der Bauer hat ihr die Ehe versprochen.
Aber jetzt, wo sie ein Kind erwartet, hat er andere
Pläne, für die eine nicht standesgemäße
Ehe nur hinderlich wäre.
Er möchte teilhaben an der von den Nazis verkündeten
Eroberung der Welt. Lesstorff beginnt ein Verhältnis
mit der Gräfin Palvner und wird von ihr protegiert.
Um ihre Würde zu wahren, lässt Gertrud
das Kind abtreiben und heiratet Emil Kalluweit,
einen landlosen Bauernsohn, dem die braunen Machthaber
eine eigene Scholle in den besetzten polnischen
Gebieten zugeschanzt haben.
Teil 2
Gertrud und Emil Kalluweit sind ausgezogen, um sich
in den eroberten polnischen Gebieten eine eigene
Existenz zu schaffen. Doch nach ihrer Ankunft in
der neuen Heimat erleben sie das Grauen der Deportationen
und des Mordens ringsumher. Während Kalluweit
versucht, sein aufkeimendes Entsetzen zu verdrängen,
nimmt Gertrud ungeachtet der Gefahr ein kleines
jüdisches Mädchen im Hause auf.
Unterdessen lässt die deutsche Führungsriege
im Gouvernement, zu der auch Lesstorff gehört,
wahllos Zivilisten abschlachten, um jeden Widerstand
zu ersticken. Emil Kalluweit wird von SS-Mann Schneider
gedrängt, sich den Erschießungskommandos
anzuschließen. Das Ansinnen stürzt ihn
in einen verzweifelten Konflikt. Schneider wird
ihm aber keine Ruhe lassen und außerdem beginnen
die Behörden, nach der Herkunft des Kindes
zu forschen. Als Gertrud für ein paar Tage
verreist, will ihr Mann das Mädchen heimlich
fortschaffen. Gertrud sieht nur eine Möglichkeit,
das jüdische Mädchen zu retten. Sie wendet
sich wegen der Papiere an Lesstorff. Resigniert
willigt Kalluweit ein, dass Gertrud die Kleine zusammen
mit einem polnischen Jungen adoptiert. Dann meldet
er sich freiwillig an die Front. Zur gleichen Zeit
gelingt Willi Heyer, einem deutschen Kommunisten,
mit einem polnischen Professor die Flucht aus dem
Konzentrationslager.
Teil 3
Nachdem der Krieg endlich vorbei ist, begegnen sich
Gertrud und Heyer, die schon einmal flüchtige
Bekanntschaft geschlossen haben, wieder. Zu Tode
erschöpft vom einsamen Marsch durch die eisige,
verwüstete Landschaft hat Gertrud endlich ihr
Heimatdorf erreicht und mit den beiden Kindern und
einem Säugling, den sie unterwegs aufgelesen
hat, in der einst so verachteten Tagelöhnerkate
ihrer Mutter Unterschlupf gefunden. Jetzt drohen
ihr die Kinder, wie viele andere, an Unterernährung
und Entkräftung wegzusterben. Willi Heyer,
den die Besatzungsmacht als Bürgermeister des
Ortes eingesetzt hat, beschlagnahmt die Kühe
der Großbauern, um dem Elend abzuhelfen. Lesstorff
kehrt aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück.
Er bittet Gertrud, wieder zu ihm zu ziehen. Doch
Gertrud, wohl wissend, dass Lesstorffs Wunsch nur
dem nüchternen Kalkül der neuen Machtverhältnisse
entspringt, lehnt das Angebot ab.
Lediglich zur Arbeit geht sie auf den Lesstorff-Hof.
Dort läuft sie dem ehemaligen SS-Mann Schneider
in die Arme, dem Lesstorff auf Empfehlung alter
Kameraden Unterschlupf gewährt. Schneider bedroht
und belästigt Gertrud, woraufhin sie mit ihren
Kindern davonlaufen will. Unterwegs begegnet ihr
Willi Heyer, der gerade von der russischen Kommandantur
zurückkehrt, wo er Rechenschaft ablegen musste
über die Vorgänge um die beschlagnahmten
Kühe der Großbauern. Heyer überredet
sie zur Umkehr. Als beide gemeinsam ins Dorf kommen,
tobt im Bürgermeisteramt, angestachelt von
SS-Schneider und den Großbauern, bereits der
Mob. Im Handgemenge stirbt Lesstorff durch einen
Schuss aus Schneiders Waffe. Der Hof wird enteignet
und aufgeteilt, aber Gertrud hat sich geschworen,
nie wieder fremdes Land anzunehmen.
Teil 4
Aus eigener Kraft hat es Gertrud geschafft: Nach
dem Großbauern Heinemann ist sie die reichste
Bäuerin im Dorf. Aber die Zeit steht nicht
still. Moderne Maschinen müssen auf den Feldern
eingesetzt werden, will man die Erträge weiter
steigern. Die Kollektivierung beginnt. Funktionäre
aus der Stadt fordern die Bauern zur Genossenschaftsbildung
auf. Gertrud ist empört und macht aus ihrer
Meinung keinen Hehl. Wofür hat sie sich abgerackert,
wenn sie jetzt wieder alles hergeben und mit den
weniger Fleißigen und Erfolgreichen teilen
soll? Dabei wächst ihr die Arbeit schon jetzt
über den Kopf.
Die Kinder gehen eigene Wege. Gertruds Sohn Stefan
begeistert sich für die neue Landtechnik und
wird Lehrling auf der Maschinenausleihstation des
Ortes. Mala hat einen Bräutigam und will Kindergärtnerin
werden. Und Willi Heyer, der Mann, den Gertrud liebt,
wurde auf einen Posten in die Stadt abberufen. Nachdem
er erfahren hat, dass Gertrud ihren verschollenen
Ehemann Kalluweit für tot erklären lassen
will, möchte er ihr einen Heiratsantrag machen.
Teil 5
Gertrud erlebt noch einmal ereignisreiche Tage und
Wochen. Emil Kalluweit, der die ganze Zeit geglaubt
hat, sie sei tot, taucht unversehens aus Westdeutschland
auf. Er versucht, Gertrud zu überreden, mit
ihm zu gehen, jetzt, da ihr Land sowieso bald wieder
enteignet werde. Sein Ansinnen bewirkt, was Willi
Heyer mit seiner geschulten Argumentation nicht
geschafft hat: Gertrud wird zur glühenden Anhängerin
der Kollektivierung. Die Bauern tragen ihr den Vorsitz
der neu gegründeten Genossenschaft an. So plötzlich
wie Emil Kalluweit trifft auch ein gewichtiger Brief
aus Polen ein. Stefans leibliche Mutter fordert
ihren Sohn zurück. Sie konfrontiert Gertrud
mit schweren Anschuldigungen. Was ist damals wirklich
geschehen? Innerlich zerrissen muss Stefan Abschied
nehmen, und auch Mala stellt nun Fragen nach ihrer
Herkunft. Kalluweit ist inzwischen klar geworden,
dass Gertrud nie wirklich seine Frau war und ihre
Ehe keine Zukunft hat. Der Weg für eine glückliche
Beziehung Gertruds mit Willi Heyer ist endlich frei.
Helmut Sakowski starb am 9. Dezember im Alter
von 81 Jahren. Neben "Wege übers Land"
wurde acht Jahre später auch sein Roman "Daniel
Druskat" erfolgreich als Mehrteiler für
das Fernsehen verfilmt.
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