Epsteins Nacht

Deutsch-schweizerisch-österreichischer Spielfilm von 2002
Regie Urs Egger
Drehbuch Jens Urban
Musik Christoph Gracian Schubert
Kamera Lukas Strebel
Darsteller Jochen Epstein - Mario Adorf
Groll/Giesser - Günter Lamprecht
Adam Rose - Bruno Ganz
Karl Rose - Otto Tausig
Hannah - Annie Girardot
Paula - Nina Hoss
Katharina - Josefina Vilsmeier
Nachbarin - Petra Hinze
Immobilienmakler - Thomas Huber
und andere

Berlin, Weihnachten 1985. Drei alte Herren - Jochen Epstein und die Brüder Karl und Adam Rose - teilen eine grausame Vergangenheit, die sie nur zu gern vergessen würden, die sich aber nicht abschütteln lässt: Die drei waren als Juden im Konzentrationslager Birkenau (Auschwitz II) und haben den Holocaust überlebt, während die Menschen um sie herum an Hunger und Folter starben oder in den Gaskammern verschwanden. Zum ersten Mal feiern sie Weihnachten, wie es die Christen um sie herum tun - mit einem Weihnachtsbaum, Bescherung und einem Festessen. Paula, Adams Haushaltshilfe, hat zugesagt, am Heiligabend zu helfen - gegen das Versprechen, ihre Tochter Katharina in die Christmette nach Spandau zu bringen. Denn die Kleine singt dort im Chor. Epstein begleitet Freund Adam und Katharina zur Kirche. Als Pfarrer Groll die Gläubigen willkommen heißt, reagieren Adam Rose und Jochen Epstein verstört.

Aber erst zuhause in der Bibliothek spricht Epstein den fürchterlichen Verdacht aus. "Er war es: der Priester in der Kirche. Es war SS-Hauptsturmführer Giesser" - der Mann, der sein, Adams und Karls Leben zerstört, im KZ Birkenau unmenschliche Grausamkeiten verübt, ihre Familien getötet hat und Epsteins große Liebe Hannah auf dem Gewissen haben könnte. Karl will das nicht glauben, hat er doch den Namen Giesser auf einer Totenliste gesehen. Während Karl und Adam Rose bei der Weihnachtsfeier, wenn auch gezwungen, fröhliche Gesichter machen, ist Epstein wie abwesend. Wortlos schüttet er ein Bier nach dem anderen in sich hinein. Am nächsten Morgen wird er schon in der Frühe unsanft geweckt. Karl berichtet ihm aufgeregt, dass Adam verschwunden ist - und mit ihm seine Pistole. Sie eilen zur Kirche. Dort bedroht Adam Groll mit der Waffe, um ihn zum Geständnis zu zwingen. Epstein und Karl greifen ein, verwickeln Groll in eine Diskussion. Eine Fangfrage von Karl bringt den Priester dazu, seine wahre Identität zu gestehen. Plötzlich fallen Schüsse.

Der Schweizer Regisseur Urs Egger inszenierte ein "ergreifendes Drama über Freundschaft, Schuld und Sühne" (Kino.de) und über die schiere Unmöglichkeit, auch 50 Jahre nach Auschwitz ein normales Leben zu führen. Er engagierte eine Riege hervorragender Schauspieler - in der Hauptrolle Mario Adorf.
   

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