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Das zaristische Russland steht mit dem Rücken
zur Wand, umso brutaler sind die Methoden, mit denen
die Obrigkeit ihre Macht verteidigt. In der Marine
herrschen unsägliche Zustände, die Offiziere
regieren mit Grausamkeit, die Matrosen leben unter
menschenunwürdigen Bedingungen. Am Morgen des
14. Juni 1905 kommt es auf dem im Hafen von Odessa
liegenden Panzerkreuzer "Potemkin" zu
einem schweren Protest der Matrosen - der äußere
Anlass: eine faulige, von Maden wimmelnde Ration
Fleisch. Als Kommandant Golikow ein Exempel statuieren
und einige der Matrosen exekutieren lassen will,
bricht offener Aufruhr los. Der Führer der
Rebellen, der Matrose Wakulintschuk, wird von Leutnant
Giljarowskij erschossen. Auf blutige Weise üben
die Matrosen Rache. Sie töten die Offiziere
und werfen ihre Leichen über Bord.
Am nächsten Tag wird der ermordete Wakulintschuk
von den Aufständischen in einem feierlichen
Zug an Land gebracht und öffentlich aufgebahrt.
An seinem Sarg nehmen die Bürger Odessas offen
für die Rebellen Partei. Zaristische Soldaten
greifen mit brutaler Gewalt ein, schießen
wahllos in die Menge, treten Wehrlose nieder. Da
eröffnet die Mannschaft der "Potemkin"
das Feuer. Ihr Schicksal scheint besiegelt zu sein,
als am nächsten Tag das Admiralgeschwader vor
Odessa auftaucht ...
Eisensteins Meisterwerk, 1958 anlässlich der
Brüsseler Weltausstellung von einer internationalen
Kritikerjury an die Spitze der "zwölf
besten Filme aller Zeiten" gesetzt, entstand
1925 zum 20. Jahrestag des Matrosenaufstands. Mit
ihm schlug die Geburtsstunde der sowjetischen Filmkunst.
Sergej Eisensteins Film "Panzerkreuzer Potemkin"
setzte in seiner stilistischen Innovation für
das Kino neue Maßstäbe und ist ein Stück
Filmgeschichte.
Nur wenigen Regie-Kollegen ist es gelungen, eine
so dynamische, bildgewaltige und visionäre
filmische Form zu finden. Der Name Eisenstein ist
untrennbar verbunden mit dem Begriff "revolutionäres
Kino". Sergej Michailowitsch Eisenstein, geboren
am 22. Januar 1898 in Riga/Lettland, starb im Alter
von nur 50 Jahren am 11. Februar 1948 in Moskau
an den Folgen eines Herzinfarkts.
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