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"Der schönste Augenblick" im Leben
einer Frau ist es wohl, einem Kind das Leben zu
schenken. So empfindet auch Luisa, Schwester in
einer Geburtsklinik am Stadtrand von Rom. Auch Assistenzarzt
Dr. Pietro Valeri, Vater des Kindes, sieht das im
Prinzip so. Doch Pietro will seine Karriere nicht
einer zu frühen familiären Bindung opfern,
hat er doch gerade erst Fortschritte bei der Einführung
der Methoden zur schmerzarmen Geburt erzielt. Und
so ist das Glück, dem Luisa entgegensieht,
getrübt ...
Luciano Emmers sozialkritischer Film um die in Italien
damals schwer durchsetzbare Methode der schmerzarmen
Geburt berührt nach wie vor durch seine überzeugenden
Darstellerleistungen und die betont gefühlvolle
Gestaltung. In den Hauptrollen sind Giovanna Ralli
und Marcello Mastroianni zu sehen, der am 28.9.2009
85 Jahre alt geworden wäre. Marcello Mastroianni
war der Latin-Lover, der charmante Frauenheld und
bei allem ein großer Charakterdarsteller.
Seine besten Filme, mit denen er Weltruhm erlangte,
verdankte er vor allem zwei Regisseuren: Luchino
Visconti und Federico Fellini. Seine Karriere erhielt
1948 einen entscheidenden Anstoß, als ihn
Visconti in die "Quirino Theater Company"
holte, hier spielte er Klassiker wie Tennessee Williams,
Shakespeare, Arthur Miller. Seine erste Hauptrolle
im Film gab ihm Luciano Emmers in "Die Mädchen
vom spanischen Platz" (1951).
Es folgten Rollen als lebenslustiger Durchschnittstyp,
mehrfach an der Seite von Sophia Loren, z.B. auch
in "Eine Frau für schwache Stunden"
(1955). 1957 übernahm er die Hauptrolle in
Viscontis "Weiße Nächte". Als
zweifelhafter Journalist gewann er in "La dolce
vita" (1960) unter der Regie von Federico Fellini
drei Jahre später internationales Ansehen,
das 1962 mit Fellinis "8 ½" noch
gesteigert wurde. Fortan drehte der ungemein gefragte
Schauspieler mehrere Filme im Jahr. "Fellinis
Stadt der Frauen" (1979) gehörte ebenso
zu den internationalen Erfolgen wie "Ein besonderer
Tag" (1977) und "Wie spät ist es"
(1989), beide unter der Regie von Ettore Scola,
oder "Schwarze Augen" (1986/87) von Nikita
Michalkow sowie seine letzte Zusammenarbeit mit
Sophia Loren in Robert Altmans "Prêt-á-Porter"
(1994), das war zwei Jahre vor seinem Tod. Marcello
Mastroianni drehte mehr als 150 Filme, er wurde
zweimal für den Oscar nominiert und erhielt
1990 den Goldenen Löwen der Filmfestspiele
von Venedig für sein Lebenswerk.
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