Mädchen im Schaufenster

Italienisch-französischer Spielfilm von 1960
Regie Luciano Emmer
Drehbuch Vinicio Marinucci, Luciano Martino und Pier Paolo Pasolini, nach einer Story von Rodolfo Sonego, Emanuele Cassuto und Luciano Emmer
Musik Roman Vlad
Kamera Otello Martelli
Darsteller Vincenzo - Bernard Fresson
Federico - Lino Ventura
Els - Marina Vlady
Corry - Magali Nöel
und andere

"Mädchen im Schaufenster" ist eine Mischung aus bemerkenswerter Sozialstudie und Liebesdrama. Neben Lino Ventura spielen die damals 22-jährige Marina Vlady sowie Bernard Fresson und Magali Nöel die Hauptrollen.
Ob Bulle oder Ganove, in über 80 Filmen stand Lino Ventura vor der Kamera - obwohl er ein filmischer Spätstarter war. Geboren in Parma kam der Italiener als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Frankreich. Schule, Lehre, Gelegenheitsjobs, schließlich Profisportler (Europameister im Freistilringen) waren Stationen der folgenden 24 Jahre - bis ihn 1953 kein Geringerer als Jean Gabin ermunterte, zum Film zu gehen. Zehn Jahre später avancierte er zu dessen Nachfolger und drehte unter der Regie prominenter europäischer Regisseure (Jean-Pierre Melville, Henri Verneuil, Claude Sautet, Louis Malle). Mit äußerst sparsamen Mitteln spielte er den harten, aber menschlichen, oftmals melancholischen Typ. Ventura, der sich zeitlebens dem Starrummel entzog, war dennoch bis zu seinem Tod (23.10.1987) ein Publikumsliebling und Spitzenstar des französischen Films.

Holland, in den Fünfzigerjahren. Vier junge Männer aus Italien kommen nach Holland, um als Gastarbeiter in einem Bergwerk zu arbeiten. Vom Vorarbeiter aufgeteilt, fahren sie am nächsten Tag 1530 Meter tief in die Erde. Vincenzo wird dem Vorarbeiter Federico zugeteilt. Die Luft ist stickig, das Arbeiten im mangelhaft gesicherten Stollen nur liegend oder gebückt möglich. Eine Knochenarbeit, doch was soll`s, am Wochenende winkt der Lohn. Als ein Beben die Grube erschüttert, werden Vincenzo, Federico und ein weiterer Mann verschüttet. Stunden vergehen und Tage, die Luft wird knapp. Federico arbeitet seit fünf Jahren unter Tage und hat manches schon erlebt. Er macht dem Neuen Mut und erzählt von den Freuden des Lebens. Dem Tod entronnen, löst Vincenzo sein gegebenes Wort ein und fährt mit seinem vitalen Freund ins Amsterdamer Amüsierviertel, um zu feiern. Scheinbar gleichmütig präsentieren sich hier die Mädchen im Schaufenster den Blicken zahlungskräftiger Freier - auch die blonde Els. Sie gefällt Vincenzo, auch wenn Berufsgenossin Corry nichts von der eisgekühlten Blondine hält. Während sie mit Federico ins Wochenende fährt, beginnt zwischen Els und Vincenzo eine zarte Romanze. Für einen Moment wird käufliche Liebe zu aufrichtiger Zuneigung - bis sich wieder jeder in sein schützendes Schneckenhaus der Gefühle zurückzieht.
   

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