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"Mädchen im Schaufenster" ist eine
Mischung aus bemerkenswerter Sozialstudie und Liebesdrama.
Neben Lino Ventura spielen die damals 22-jährige
Marina Vlady sowie Bernard Fresson und Magali Nöel
die Hauptrollen.
Ob Bulle oder Ganove, in über 80 Filmen stand
Lino Ventura vor der Kamera - obwohl er ein filmischer
Spätstarter war. Geboren in Parma kam der Italiener
als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Frankreich.
Schule, Lehre, Gelegenheitsjobs, schließlich
Profisportler (Europameister im Freistilringen)
waren Stationen der folgenden 24 Jahre - bis ihn
1953 kein Geringerer als Jean Gabin ermunterte,
zum Film zu gehen. Zehn Jahre später avancierte
er zu dessen Nachfolger und drehte unter der Regie
prominenter europäischer Regisseure (Jean-Pierre
Melville, Henri Verneuil, Claude Sautet, Louis Malle).
Mit äußerst sparsamen Mitteln spielte
er den harten, aber menschlichen, oftmals melancholischen
Typ. Ventura, der sich zeitlebens dem Starrummel
entzog, war dennoch bis zu seinem Tod (23.10.1987)
ein Publikumsliebling und Spitzenstar des französischen
Films.
Holland, in den Fünfzigerjahren. Vier junge
Männer aus Italien kommen nach Holland, um
als Gastarbeiter in einem Bergwerk zu arbeiten.
Vom Vorarbeiter aufgeteilt, fahren sie am nächsten
Tag 1530 Meter tief in die Erde. Vincenzo wird dem
Vorarbeiter Federico zugeteilt. Die Luft ist stickig,
das Arbeiten im mangelhaft gesicherten Stollen nur
liegend oder gebückt möglich. Eine Knochenarbeit,
doch was soll`s, am Wochenende winkt der Lohn. Als
ein Beben die Grube erschüttert, werden Vincenzo,
Federico und ein weiterer Mann verschüttet.
Stunden vergehen und Tage, die Luft wird knapp.
Federico arbeitet seit fünf Jahren unter Tage
und hat manches schon erlebt. Er macht dem Neuen
Mut und erzählt von den Freuden des Lebens.
Dem Tod entronnen, löst Vincenzo sein gegebenes
Wort ein und fährt mit seinem vitalen Freund
ins Amsterdamer Amüsierviertel, um zu feiern.
Scheinbar gleichmütig präsentieren sich
hier die Mädchen im Schaufenster den Blicken
zahlungskräftiger Freier - auch die blonde
Els. Sie gefällt Vincenzo, auch wenn Berufsgenossin
Corry nichts von der eisgekühlten Blondine
hält. Während sie mit Federico ins Wochenende
fährt, beginnt zwischen Els und Vincenzo eine
zarte Romanze. Für einen Moment wird käufliche
Liebe zu aufrichtiger Zuneigung - bis sich wieder
jeder in sein schützendes Schneckenhaus der
Gefühle zurückzieht.
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