Fräulein Casanova

Österreichischer Spielfilm von 1952
Regie E. W. Emo
Drehbuch Karl Hans Leiter, Helmut Qualtinger, nach dem gleichnamigen Roman von Karl Hans Leiter
Musik Peter Igelhoff
Kamera Fritz Arno Wagner, Karl Löb
Darsteller Eva Schröder - Gertrud Kückelmann
Fritz Schromm - Walter Giller
Raffaela - Angelika Hauff
Rolf Reimann - Josef Meinrad
Berta Schröder - Loni Heuser
Hugo Schröder - Paul Henckels
Katja - Charlott Daudert
Julius Schromm - Ulrich Bettac
Gucki - Helli Servi
Ulli Bosser - Erik Frey
und andere

Fritz, der Juniorchef des feinsten Wiener Modehauses, ist in die Varietee-Tänzerin Raffaela verliebt. Seine Eltern wollen ihn jedoch zu einer Vernunftehe mit Eva Schröder, der Tochter eines befreundeten Kaufhausbesitzers, zwingen. Obwohl Eva nicht sonderlich verliebt ist, ärgert es sie doch, dass Fritz sich heimlich mit seiner Geliebten trifft und beschließt, ihm eine Lektion zu erteilen. Sie meldet sich auf eine Kontaktanzeige, in der ein stürmischer junger Mann mit blumigen Worten nach einer Begleiterin für ein Liebeswochenende sucht. Eva weiß nicht, dass ihr dichtender Begleiter Rolf Reimann ausgerechnet der beste Freund ihres Verlobten ist, der sich auf Fritz' Anraten auf ein Liebesabenteuer eingelassen hat, um einen authentischen Romanstoff zu erleben.

Rolf ist begeistert von Eva, doch er ahnt nicht, dass der Roman, den er zu schreiben beabsichtigt, bereits existiert; denn die schüchterne Eva bezieht die Inspiration für ihr Verhalten Schritt für Schritt aus einem Buch mit dem Titel "Fräulein Casanova". Als Fritz bemerkt, was er angerichtet hat und das Schlimmste verhindern will, kommt es zu einigen Turbulenzen ...

E. W. Emo, Spezialist für die leichte Kinounterhaltung, inszenierte eine spritzige Komödie der Irrungen und Wirrungen mit dem jungen Walter Giller in der Hauptrolle. Am 23. August 2007 wurde Walter Giller, der bis heute als einer der besten Komödianten Deutschlands gilt, 80 Jahre alt. In Recklinghausen geboren und Hamburg aufgewachsen, begann er nach dem Krieg als Volontär und Regieassistent an den Hamburger Kammerspielen.

In "Artistenblut" (1949) kam er zu seiner ersten Filmrolle. Gut zehn Jahre später stand Giller mit zwei Bundesfilmpreisen für die Rolle eines Ex-Gefreiten in "Rosen für den Staatsanwalt" (1959) und für den Part des Ostberliner LKW-Fahrers Paulchen in "Zwei unter Millionen" (1961) an der Schwelle einer großen Filmkarriere. Auf insgesamt etwa 80 Kinoauftritte hat er es gebracht - meist in komischen Rollen, in denen sein Blick zwischen Schalk und Treuherzigkeit auch die durchschnittlichsten Rollen zum Genuss machte.

Besonders viele Filme hat er mit seiner Frau Nadja Tiller gemeinsam gespielt. Sie waren ein Traumpaar des deutschen Wirtschaftswunders und sind über 50 Jahren glücklich verheiratet. 2006 erhielten sie gemeinsam den Bambi für ihr Lebenswerk. Die Jury erklärte: "Standen sie gemeinsam vor der Kamera oder auf der Bühne, schenkten sie uns Sternstunden, die unvergessen bleiben." Obwohl noch sehr rüstig, lebt das Paar heute in einer Altenwohnanlage in Hamburg.
   

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