Die Katzenfrau

Deutscher Spielfilm von 2001
Regie Martin Enlen
Drehbuch Peter Probst
Musik Dieter Schleip
Kamera Gerhard Schirlo
Darsteller Leo Andresen - Ulrich Reinthaller
Elsa - Erika Marozsán
Arthur Steurer - Simon Schwarz
Hannah Andresen - Sonsee Ahray Floetmann
Caroline - Deborah Kaufmann
Frau Weber - Mareike Carrière
Thomas Reuter - Michael Mendl
und andere

Der Münchner Ethiklehrer Leo Andresen ist mit seiner Frau Hannah und seinem neun Monate alten Töchterchen Theresa in ein neues Haus gezogen. Sein Rektor Thomas Reuter, ein alter Freund, fördert ihn, und Leo steht kurz vor einem Karrieresprung. Eigentlich müsste er vollkommen glücklich sein. Trotzdem blickt er mit einem gewissen Neid auf seinen Freund Arthur Steurer, der ein Single-Leben ohne die geringsten Verpflichtungen führt, nach dem Motto: "Locker im Hier und Jetzt".

Als die beiden zu einer Tagung nach Verona fahren, auf der Leo einen wichtigen Vortrag halten und die Vertreterin des Kultusministeriums von seinen Qualitäten überzeugen soll, kommt es zu Irritationen. Während einer Sightseeing-Tour durch die Stadt macht die schöne Reiseleiterin Elsa dem biederen Familienvater Avancen - und der kann sich dem Einfluss der leidenschaftlichen jungen Frau, die den unabhängigen Geist einer Katze zu haben scheint, nicht entziehen.

Leo lässt sich auf eine Liebesnacht ein, vernachlässigt seinen Job und kehrt schließlich völlig verstört nach München zurück. Obwohl Arthur bereit ist, ihn zu decken, macht Leo seiner Frau ein Geständnis - schließlich war der Sex mit Elsa ein einmaliges Abenteuer. Sein Versuch, sich mit Hannah zu verständigen, scheitert jedoch, als plötzlich Elsa vor der Tür steht. Leos ganze Existenz fällt in Trümmer. Der Lehrer für Ethik muss sich fragen, wie es mit seiner eigenen Moral bestellt ist, und was er eigentlich will: ein bürgerliches Leben und Bausparvertrag oder die Liebe der "Katzenfrau".

Der intelligent geschriebene, bis in den Schluss hinein aufregend uneindeutige erotische Thriller wurde von dem Frankfurter Regisseur Martin Enlen suggestiv und, vor allem in den italienischen Passagen, wunderbar stimmungsvoll inszeniert. Ulrich Reinthaller, beliebt als Kinderchirurg aus der Serie "Hallo, Onkel Doc!", spielt mit beeindruckendem Differenzierungsvermögen einen Mann, der immer nur "funktioniert" hat - und plötzlich merkt, dass in seinem Leben die Leidenschaft fehlt. In der Titelrolle zeigt die ungarische Newcomerin Erika Marozsán, die ihr Kinodebüt in Rolf Schübels Melodram "Ein Lied von Liebe und Tod" gab, erneut ihr Star-Potenzial.
   

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