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Der verstockte Engländer Alex reist auf den
Spuren seiner Vergangenheit durch Kanada. Er saß
wegen Totschlag im Gefängnis und hat seinen
verstorbenen Sohn nie kennengelernt. Die redselige
und lebensfrohe Tramperin Vivienne schafft es, dem
griesgrämigen Mann wenigstens einige Sätze
zu entlocken - bis ein Lkw ins Auto kracht und Vivienne
noch am Unfallort stirbt. Alex, unschuldig und fast
unverletzt, sucht Viviennes Mutter Linda auf, um
ihr die Nachricht zu überbringen. Doch der
Tod ihrer Tochter scheint die kindisch-überdrehte
Frau im Mickey-Mouse-T-Shirt überhaupt nicht
zu berühren.
Viel wichtiger ist es ihr, dass der Gast den Müll
vor die Tür trägt und die zahlreichen
skurrilen Regeln einhält, nach denen sie ihr
Haus bis in den letzten Winkel peinlich genau geordnet
hat. Alex ist befremdet, begreift aber bald, dass
Linda autistisch und nicht mit normalen Maßstäben
zu messen ist. Während er bis zur Beerdigung
Viviennes bleibt, lernt er nach und nach den verborgenen
Sinn von Lindas zwanghaften Ritualen kennen und
respektieren. Dabei taut der zugeknöpfte Brite
auf und lässt sich am Ende gar auf eine Affäre
mit der attraktiven Nachbarin Maggie ein. Schließlich
lernt er von Linda sogar etwas über den Geschmack
von Schnee.
Marc Evans' zurückhaltend inszeniertes Independent-Drama
erzählt eine bewegende Geschichte über
eine autistische Frau. Dank des klugen Drehbuches
der Debütantin Angela Pell wird diese rätselhafte,
schwer erforschbare Empathiestörung beiläufig
und unter pragmatischen Gesichtspunkten beobachtet.
Das funktioniert dank prächtiger Schauspieler:
Alan Rickman, der neben der "Matrix"-Darstellerin
Carrie-Anne Moss auftritt, spielt bewundernswert
minimalistisch. Der Star des Films bleibt jedoch
Sigourney Weaver, die erfolgreich gegen ihr "Alien"-Image
anspielt. Durch ihre intensive Darstellung erkennt
man, dass auch eine autistische Frau auf ihre Weise
glücklich sein kann.
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