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Berlin heute. Eine alte Frau - Lilly Wust - sitzt
auf ihren Habseligkeiten im dunklen Treppenhaus
und wartet auf den Transport ins Altersheim. Dort
wird sie auf eine alte Bekannte aus den letzten
Kriegsjahren treffen, ihre alte Freundin Ilse -
und lange verdrängte Bilder schwappen wieder
an die Oberfläche: Es ist das Jahr 1943, und
die verführerische Felice besucht mit Ilse
ein Konzert in Berlin. Dort lernt sie die junge
Hausfrau und Mutterkreuzträgerin Lilly kennen,
bei der ihre Freundin Ilse ihr Haushaltsjahr leistete.
Lilly betrügt ihren Mann Günther, ein
Offizier und strammer Nazi-Anhänger, eigentlich
regelmäßig, doch mit Felice ist es etwas
ganz Besonderes: eine Frau, eine Jüdin - und
die ganz große Liebe! Felice hat sich als
Mitarbeiterin der "Nationalzeitung" unter
dem Chefredakteur Keller eine hervorragende Tarnung
geschaffen, mit deren Schutz sie eine Untergrundorganisation
unterstützt. Unter den Decknamen "Aimée"
für Lilly und "Jaguar" für Felice
schreiben sich die beiden leidenschaftliche Briefe
und Gedichte. Durch die völlig neuen Erfahrungen
erwacht Lilly aus ihrem Nazi-Mitläuferdasein
und bringt sogar den Mut auf, sich von ihrem Mann
zu trennen und Felice Unterschlupf zu gewähren,
als diese vor der Gestapo flüchten muss. "Aimée"
und "Jaguar" gelingt es eine Weile, sich
vor der schrecklichen Realität der ständigen
Bombenangriffe der Alliierten und des Nazi-Terrors
in eine heile Scheinwelt zu flüchten, bis eines
Tages die Gestapo vor der Tür steht ...
Der Film "Aimée & Jaguar" basiert
auf dem 1994 erschienen Lebensbericht von Lilly
Wust und erzählt eine außergewöhnliche
Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Dritten
Reichs. Regisseur Max Färberböck achtete
bei der Inszenierung auf eine akribisch genaue Rekonstruktion
des halbzerstörten Berlins der letzten Jahre
des Zweiten Weltkriegs. Neben der bewegenden Thematik
besticht "Aimée & Jaguar" vor
allem durch die hervorragenden darstellerischen
Leistungen von Stars wie Maria Schrader, Heike Makatsch,
Peter Weck, Juliane Köhler und Detlev Buck.
"Aimée & Jaguar" wurde u.a.
mit dem Bayerischen Filmpreis, dem Deutschen Filmpreis
in Gold und auf der Berlinale 1999 mit dem Silbernen
Bären ausgezeichnet.
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