Die Ehe der Maria Braun

Deutscher Spielfilm von 1978
Regie Rainer Werner Fassbinder
Drehbuch Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich
Musik Peer Raben
Kamera Michael Ballhaus
Darsteller Maria Braun - Hanna Schygulla
Hermann Braun - Klaus Löwitsch
Karl Oswald - Ivan Desny
Marias Mutter - Gisela Uhlen
Betti Klenze - Elisabeth Trissenaar
Willi Klenze - Gottfried John
Senkenberg - Hark Bohm
Bill - George Byrd
Arzt - Claus Holm
Hans Wetzel - Günter Lamprecht
Amerikaner auf Konferenz Bruce Low
Amerikaner im Zug - Günther Kaufmann
Rechtsanwalt - Michael Ballhaus
Drogenhändler - Rainer Werner Fassbinder
und andere

Eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1943-1954. Während eines Bombenangriffs wird hastig die standesamtliche Ehe zwischen dem Soldaten Hermann Braun und dem Mädchen Maria vollzogen. Einen halben Tag und eine Nacht sind sie zusammen, da muss der frisch Vermählte wieder zurück an die Ostfront. Sie wartet und versucht, sich mit Tauschgeschäften auf dem Schwarzmarkt über Wasser zu halten. In einem Club der US-Armee findet sie einen Job, als der Heimkehrer Willi die Kunde vom Tod Hermanns bringt. Maria ist inzwischen die Geliebte des dunkelhäutigen Bill, und Maria ist schwanger.

Eines Tages steht Hermann vor der Tür. In der heftigen Auseinandersetzung erschlägt die junge Frau ihren Liebhaber mit einer Flasche. Hermann nimmt die Schuld auf sich und wird zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Maria lernt den Industriellen Oswald kennen, der seine von den Nazis enteignete Textilfabrik wieder übernehmen will. Maria wird seine Teilhaberin und Bettgenossin. Es gelingt ihr, amerikanische Investoren für diese Fabrik zu interessieren. Ein kleines Häuschen springt dabei heraus. Hermann wird indessen vorzeitig entlassen, flieht aber ins Ausland. Bevor Oswald an einer geheimnisvollen Krankheit stirbt, unterbreitet eine Notarin dem Ehepaar Braun dessen überraschendes Testament.

"Die Ehe der Maria Braun" - 1979 von Rainer Werner Fassbinder inszeniert - gehört zu den ganz großen Erfolgen des Neuen Deutschen Films. Es wird das Porträt einer Frau gezeichnet, die aus der äußersten Not der Kriegs- und Nachkriegsjahre heraus zur Selbstständigkeit gezwungen ist und die diesen Zwang zum Prinzip ihrer Emanzipation erhebt. Andererseits wird die Tragödie einer großen, nie verwirklichten Liebe erzählt. Fassbinder drehte Marias Lebensweg gleichzeitig als Spiegelbild deutscher Nachkriegsgeschichte. Detailgenau skizziert er die Atmosphäre und Charakterveränderungen der Vierziger- und Fünfzigerjahre. In Hanna Schygulla, einer seiner bevorzugten Darstellerinnen, fand er die ideale Besetzung für diese "Anarchistin der Liebe".
   

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