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Eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1943-1954.
Während eines Bombenangriffs wird hastig die
standesamtliche Ehe zwischen dem Soldaten Hermann
Braun und dem Mädchen Maria vollzogen. Einen
halben Tag und eine Nacht sind sie zusammen, da
muss der frisch Vermählte wieder zurück
an die Ostfront. Sie wartet und versucht, sich mit
Tauschgeschäften auf dem Schwarzmarkt über
Wasser zu halten. In einem Club der US-Armee findet
sie einen Job, als der Heimkehrer Willi die Kunde
vom Tod Hermanns bringt. Maria ist inzwischen die
Geliebte des dunkelhäutigen Bill, und Maria
ist schwanger.
Eines Tages steht Hermann vor der Tür. In der
heftigen Auseinandersetzung erschlägt die junge
Frau ihren Liebhaber mit einer Flasche. Hermann
nimmt die Schuld auf sich und wird zu einer mehrjährigen
Gefängnisstrafe verurteilt. Maria lernt den
Industriellen Oswald kennen, der seine von den Nazis
enteignete Textilfabrik wieder übernehmen will.
Maria wird seine Teilhaberin und Bettgenossin. Es
gelingt ihr, amerikanische Investoren für diese
Fabrik zu interessieren. Ein kleines Häuschen
springt dabei heraus. Hermann wird indessen vorzeitig
entlassen, flieht aber ins Ausland. Bevor Oswald
an einer geheimnisvollen Krankheit stirbt, unterbreitet
eine Notarin dem Ehepaar Braun dessen überraschendes
Testament.
"Die Ehe der Maria Braun" - 1979 von Rainer
Werner Fassbinder inszeniert - gehört zu den
ganz großen Erfolgen des Neuen Deutschen Films.
Es wird das Porträt einer Frau gezeichnet,
die aus der äußersten Not der Kriegs-
und Nachkriegsjahre heraus zur Selbstständigkeit
gezwungen ist und die diesen Zwang zum Prinzip ihrer
Emanzipation erhebt. Andererseits wird die Tragödie
einer großen, nie verwirklichten Liebe erzählt.
Fassbinder drehte Marias Lebensweg gleichzeitig
als Spiegelbild deutscher Nachkriegsgeschichte.
Detailgenau skizziert er die Atmosphäre und
Charakterveränderungen der Vierziger- und Fünfzigerjahre.
In Hanna Schygulla, einer seiner bevorzugten Darstellerinnen,
fand er die ideale Besetzung für diese "Anarchistin
der Liebe".
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