Die Clowns

Zirkusfilm, Italien/Frankreich/Deutschland, 1970
Regie Federico Fellini
Drehbuch Federico Fellini und Bernardino Zapponi
Musik Nino Rota
Kamera Dario Di Palma
Länge 82 Min.
Darsteller Federico Fellini, Pierre Etaix, Annie Fratellini, Anita Ekberg, Riccardo Billi und andere

Federico Fellini hat mit "Die Clowns" 1970 einen Ausflug zu den Wurzeln seines filmischen Schaffens unternommen. Einen Zirkusausflug. "Dem Zirkus schulde ich unheimlich viel, die Clowns waren für mich immer eine traumatische, visuelle Erfahrung.", hatte er einmal gesagt. So erscheint zum Beginn des Films Federico Fellini als kleiner Junge. Er stiehlt sich des Nachts aus dem Bett um das Aufziehen des Zirkuszeltes zu beobachten und sich später in der Manege dem Spektakel hinzugeben, doch was er sieht, überrascht ihn: Ihm begegnet ein wildes Hauen und Stechen, die Vollversammlung der Narren im Tollhaus Zirkus. Eine Irrenanstalt? Er hat sich schnell satt gesehen und resümiert ernüchtert in sein Bett zurückkehrend: "Die kalkweißen Fratzen haben mir Angst gemacht, das Lachen, die Schreie." Und der Mann gewordene Federico fragt: "Wo sind denn die Clowns meiner Kindheit geblieben?"

Fellini lässt die vom Aussterben bedrohten Clowns alle noch mal auflaufen: Die Brüder Fratellini, die weißen Clowns, wie Bario, oder die Auguste, wie Rhum, der im betrunkenen Zustand die besten Gags erfand. Der furiose Reigen von Zirkusnummern im letzten Akt gipfelt in einer Prozession, in der Fellini selbst noch einmal auftritt. Mit Clownsmaske hält er eine höhnische Grabesrede auf den "verstorbenen August:" "Beweinen wir meine Freunde, weniger seinen Tod, als dass er jetzt erst gestorben ist. Er ist nicht mehr. Aber zum Glück gibt es mich ja noch." "Die Clowns" sind eine großartige Hommage und ein Abgesang auf den Zirkus zugleich.

[Zusatzinfo] : Das Lexikon des Internationalen Films schreibt: "Unter dem Vorwand einer Reportage über die zum Aussterben verurteilten Zirkusclowns beschwört Fellini in und außerhalb der Manege ein Panoptikum von grotesken, ausgefallenen und erschreckenden Figuren. Beeindruckende, sehr persönliche Auseinandersetzung des Autors mit der Situation des Künstlers; gleichzeitig eine Liebeserklärung an die Welt des Zirkus."
   

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