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Federico Fellini hat mit "Die Clowns"
1970 einen Ausflug zu den Wurzeln seines filmischen
Schaffens unternommen. Einen Zirkusausflug. "Dem
Zirkus schulde ich unheimlich viel, die Clowns waren
für mich immer eine traumatische, visuelle
Erfahrung.", hatte er einmal gesagt. So erscheint
zum Beginn des Films Federico Fellini als kleiner
Junge. Er stiehlt sich des Nachts aus dem Bett um
das Aufziehen des Zirkuszeltes zu beobachten und
sich später in der Manege dem Spektakel hinzugeben,
doch was er sieht, überrascht ihn: Ihm begegnet
ein wildes Hauen und Stechen, die Vollversammlung
der Narren im Tollhaus Zirkus. Eine Irrenanstalt?
Er hat sich schnell satt gesehen und resümiert
ernüchtert in sein Bett zurückkehrend:
"Die kalkweißen Fratzen haben mir Angst
gemacht, das Lachen, die Schreie." Und der
Mann gewordene Federico fragt: "Wo sind denn
die Clowns meiner Kindheit geblieben?"
Fellini lässt die vom Aussterben bedrohten
Clowns alle noch mal auflaufen: Die Brüder
Fratellini, die weißen Clowns, wie Bario,
oder die Auguste, wie Rhum, der im betrunkenen Zustand
die besten Gags erfand. Der furiose Reigen von Zirkusnummern
im letzten Akt gipfelt in einer Prozession, in der
Fellini selbst noch einmal auftritt. Mit Clownsmaske
hält er eine höhnische Grabesrede auf
den "verstorbenen August:" "Beweinen
wir meine Freunde, weniger seinen Tod, als dass
er jetzt erst gestorben ist. Er ist nicht mehr.
Aber zum Glück gibt es mich ja noch."
"Die Clowns" sind eine großartige
Hommage und ein Abgesang auf den Zirkus zugleich.
[Zusatzinfo] : Das Lexikon des Internationalen Films
schreibt: "Unter dem Vorwand einer Reportage
über die zum Aussterben verurteilten Zirkusclowns
beschwört Fellini in und außerhalb der
Manege ein Panoptikum von grotesken, ausgefallenen
und erschreckenden Figuren. Beeindruckende, sehr
persönliche Auseinandersetzung des Autors mit
der Situation des Künstlers; gleichzeitig eine
Liebeserklärung an die Welt des Zirkus."
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