Vom Winde verweht

Melodram, USA, 1939, FSK 12
Regie Victor Fleming
Drehbuch Sidney Howard, nach dem gleichnamigen Roman von Margaret
Mitchell
Musik Max Steiner
Kamera Ernest Haller, Ray Rennahan und Lee Garmes
Länge 212 Min.
Darsteller Vivien Leigh, Clark Gable, Leslie Howard, Olivia De Havilland, Rand Brooks, Thomas Mitchell, Hattie McDaniel, Carroll Nye, Evelyn Keyes, Eveyn Keyes, Cammie King, Barbara O'Neil, Laura Hope Crews, Harry Davenport, Ona Munson, Ann Rutherford, Butterfly McQueen, Victor Jory

Die kapriziöse Schönheit Scarlett O'Hara ist behütet auf der Plantage ihrer Familie in Georgia aufgewachsen. Einer Frau ihres Standes scheint der Lebensweg vorgezeichnet - und dass sie sich selbst einen Mann aussucht, ist im Plan nicht vorgesehen. Aber Scarlett weiß genau, was sie will: Sie hat sich in den vornehmen, gebildeten Nachbarssohn Ashley Wilkes verliebt. Als Ashley sich mit seiner sanften Cousine Melanie verlobt, bricht für Scarlett eine Welt zusammen. Und im selben Moment besiegelt die Nachricht vom Beginn des Sezessionskriegs das Schicksal der aristokratischen Südstaaten-Gesellschaft: Nichts wird je wieder so sein, wie es war.

Um sich an Ashley zu rächen, der sich, wie sie glaubt, nur aus Vernunftgründen für Melanie entschieden hat, heiratet Scarlett den ungeliebten Charles - und findet sich nach kurzer Zeit als Witwe wieder. Nur der undurchsichtige Geschäftemacher und Abenteurer Rhett Butler weiß, wie es um sie bestellt ist. Und obwohl er ahnt, dass Scarlett Ashley nie ganz aufgegeben hat, beginnt er sie auf seine eigene, ruppige Art zu umwerben. In den Wirren des Krieges und des Wiederaufbaus, während die junge Frau versucht, das väterliche Gut Tara und ihre Familie über die Runden zu bringen, kreuzen sich die Wege der beiden immer wieder - als ob sie füreinander bestimmt wären...

Oft kopiert, doch nie erreicht: In Verbindung von Romanze und historischem Epos, Glamour und handwerklicher Perfektion ist David O. Selznicks Verfilmung des Bestsellers von Margaret Mitchell noch immer der Inbegriff all dessen, was das "System Hollywood" über Jahrzehnte so erfolgreich gemacht hat. Der wohl populärste Film der Kinogeschichte widerlegt aufs Schönste das Sprichwort, dass viele Köche den Brei verderben. Neben einem "cast of thousands" und einer ganzen Riege von Stars arbeiteten an der Adaption von Margaret Mitchells Bestseller, den David O. Selznick für damals sagenhafte 50.000 Dollar eingekauft hatte, sechs Autoren und fünf Regisseure.
Das Ergebnis war nicht nur ein Kassenhit von bis dahin unbekannten Dimensionen: In seinem Themen- und Figurenreichtum, mit seiner stimmungsvollen Farbdramaturgie und der komplexen, von zwei außergewöhnlich starken Charakteren getragenen Liebesgeschichte ist der Film ein "all time classic" geworden. Der Film erhielt zehn Oscars - darunter einen für Vivien Leigh als Beste Hauptdarstellerin. David O. Selznick hatte die damals weitgehend unbekannte Engländerin unter 1.400 Bewerberinnen für die Rolle ausgewählt. Mit ihrer marmorblassen Schönheit hatte sie alle Voraussetzungen, jener Scarlett, in deren "grünen Augen es blitzte und trotzte und nach Leben hungerte", zu einer adäquaten Filmexistenz zu verhelfen.

Ihren ersten Bühnenerfolg hatte Vivien Leigh 1935 in "Die Maske der Tugend". Es war der Beginn einer Karriere zur bekanntesten Schauspielerin Englands, dem Theater blieb sie auch ein Leben lang treu. Im Film spielte sie so große Rollen wie Anna Karenina, Lady Hamilton oder eben die Scarlett O'Hara. Mit einem weiteren Oscar wurde sie für die Blanche in "Endstation Sehnsucht" (1951) ausgezeichnet. Zu jener Zeit begann sich ihr Gesundheitszustand zu verschlechtern. Sie wurde zunehmend depressiver und litt an Tuberkulose. An dieser Krankheit verstarb sie am 7. Juli 1967.
   

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