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Nordchina, 1935. Im Grenzgebiet zur Mongolei, wo
Agatha Andrews eine amerikanische Missionsstation
leitet, herrschen chaotische Zustände. Immer
wieder bricht der mongolische Kriegsherr Tunga Khan
mit seinen Männern plündernd und brandschatzend
in die Region ein und hinterlässt eine blutige
Spur. Zu diesem Zeitpunkt kommt die Ärztin
Dr. D.R. Cartwright auf die Missionsstation, sehnlich
erwartet von der schwangeren Florrie Pether und
ihrem Mann Charles. Die bigotte Leiterin der Station
gerät sofort mit Dr. Cartwright aneinander,
da die unbekümmerte junge Medizinerin nicht
daran denkt, sich ihr unterzuordnen.
Die Spannungen zwischen den beiden ungleichen Frauen
spitzen sich rasch zu, zumal Miss Andrews eifersüchtig
mit ansehen muss, dass ihre hübsche Assistentin
Emma Clark sich offenbar zu Dr. Cartwright hingezogen
fühlt. Als die britische Missionarin Miss Binns
mit ihren Schützlingen vor Tunga Khan in der
Station Zuflucht sucht, schleppen sie die Cholera
ein. Dr. Cartwright bringt die Seuche schnell unter
Kontrolle, aber als die Frauen schon glauben, aufatmen
zu können, überfällt Tunga Khan die
Station und nistet sich dort mit seinen Männern
ein. Die Frauen müssen entsetzt mit ansehen,
wie er hilflose Zivilisten niederschießen
lässt. In dieser Situation zeigt die junge
Ärztin mehr als ungewöhnlichen Mut.
In seinem letzten Film hat John Ford (1895-1973)
Elemente des von ihm meisterlich beherrschten Western-Genres
in das unruhige China der 1930er-Jahre verlegt.
Für die Rolle der furchtlosen, zynischen Ärztin
Dr. Cartwright fand er mit Anne Bancroft die ideale
Besetzung. Zwei Jahre später spielte sie ihre
wohl berühmteste Rolle - die der verführerischen
Mrs. Robinson in dem Film "Die Reifeprüfung".
Der Regisseur Mike Nichols rühmte Bancroft
als einzigartige Schauspielerin: "Ihre Kombination
aus Verstand, Humor, Offenheit und Gefühl war
einmalig. Ihre Schönheit hat sich ständig
mit ihren Rollen gewandelt, und weil sie eine großartige
Schauspielerin war, hat sie sich für jede Darstellung
radikal gewandelt".
Ihre Filmkarriere begann die Tochter italienischer
Einwanderer in den USA in den 1950er-Jahren mit
Western wie "Draußen wartet der Tod"
(1955). Für "Licht im Dunkel", der
Verfilmung eines Broadway-Stücks von Arthur
Penn, bekam sie sechs Jahre später einen Oscar.
Sie spielte darin eine Lehrerin, die darum kämpft,
einer Stummen die Kommunikation mit ihren Mitmenschen
zu ermöglichen. Sie heiratete den Schauspieler
und Regisseur Mel Brooks, in dessen Filmen sie auch
mehrfach mitspielte, u.a. in "Sein oder Nichtsein"
(1983). "Malice - Eine Intrige" (1993)
mit Nicole Kidman, "Ein amerikanischer Quilt"
(1995) und Jodie Fosters "Familienfest und
andere Schwierigkeiten" (1996) waren Anne Bancrofts
Erfolge der 1990er-Jahre. In dieser Zeit tauchte
sie auch vermehrt in TV-Dramen auf, die ihr allein
sechs Nominierungen für den amerikanischen
Fernsehpreis Emmy einbrachten. Letzter Höhepunkt
ihrer beeindruckenden Laufbahn war der TV-Film "The
Roman Spring of Mrs. Stone" aus dem Jahr 2003.
2005 erlag sie einem Krebsleiden.
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