Sieben Frauen

Spielfilm USA 1965
Regie John Ford
Drehbuch Janet Green und John McCormick, nach der Kurzgeschichten "Chinese Finale" von Norah Lofts
Musik Elmer Bernstein
Kamera Joseph LaShelle
Darsteller Dr. D. R. Cartwright - Anne Bancroft
Agatha Andrews - Margaret Leighton
Emma Clark - Sue Lyon
Miss Binns - Flora Robson
Mrs. Florrie Pether - Betty Field
Miss Jane Argent - Mildred Dunnock
Charles Pether - Eddie Albert
Lean Warrior - Woody Strode
Mrs. Russell - Anna Lee
Tunga Khan - Mike Mazurki
und andere

Nordchina, 1935. Im Grenzgebiet zur Mongolei, wo Agatha Andrews eine amerikanische Missionsstation leitet, herrschen chaotische Zustände. Immer wieder bricht der mongolische Kriegsherr Tunga Khan mit seinen Männern plündernd und brandschatzend in die Region ein und hinterlässt eine blutige Spur. Zu diesem Zeitpunkt kommt die Ärztin Dr. D.R. Cartwright auf die Missionsstation, sehnlich erwartet von der schwangeren Florrie Pether und ihrem Mann Charles. Die bigotte Leiterin der Station gerät sofort mit Dr. Cartwright aneinander, da die unbekümmerte junge Medizinerin nicht daran denkt, sich ihr unterzuordnen.

Die Spannungen zwischen den beiden ungleichen Frauen spitzen sich rasch zu, zumal Miss Andrews eifersüchtig mit ansehen muss, dass ihre hübsche Assistentin Emma Clark sich offenbar zu Dr. Cartwright hingezogen fühlt. Als die britische Missionarin Miss Binns mit ihren Schützlingen vor Tunga Khan in der Station Zuflucht sucht, schleppen sie die Cholera ein. Dr. Cartwright bringt die Seuche schnell unter Kontrolle, aber als die Frauen schon glauben, aufatmen zu können, überfällt Tunga Khan die Station und nistet sich dort mit seinen Männern ein. Die Frauen müssen entsetzt mit ansehen, wie er hilflose Zivilisten niederschießen lässt. In dieser Situation zeigt die junge Ärztin mehr als ungewöhnlichen Mut.

In seinem letzten Film hat John Ford (1895-1973) Elemente des von ihm meisterlich beherrschten Western-Genres in das unruhige China der 1930er-Jahre verlegt. Für die Rolle der furchtlosen, zynischen Ärztin Dr. Cartwright fand er mit Anne Bancroft die ideale Besetzung. Zwei Jahre später spielte sie ihre wohl berühmteste Rolle - die der verführerischen Mrs. Robinson in dem Film "Die Reifeprüfung". Der Regisseur Mike Nichols rühmte Bancroft als einzigartige Schauspielerin: "Ihre Kombination aus Verstand, Humor, Offenheit und Gefühl war einmalig. Ihre Schönheit hat sich ständig mit ihren Rollen gewandelt, und weil sie eine großartige Schauspielerin war, hat sie sich für jede Darstellung radikal gewandelt".

Ihre Filmkarriere begann die Tochter italienischer Einwanderer in den USA in den 1950er-Jahren mit Western wie "Draußen wartet der Tod" (1955). Für "Licht im Dunkel", der Verfilmung eines Broadway-Stücks von Arthur Penn, bekam sie sechs Jahre später einen Oscar. Sie spielte darin eine Lehrerin, die darum kämpft, einer Stummen die Kommunikation mit ihren Mitmenschen zu ermöglichen. Sie heiratete den Schauspieler und Regisseur Mel Brooks, in dessen Filmen sie auch mehrfach mitspielte, u.a. in "Sein oder Nichtsein" (1983). "Malice - Eine Intrige" (1993) mit Nicole Kidman, "Ein amerikanischer Quilt" (1995) und Jodie Fosters "Familienfest und andere Schwierigkeiten" (1996) waren Anne Bancrofts Erfolge der 1990er-Jahre. In dieser Zeit tauchte sie auch vermehrt in TV-Dramen auf, die ihr allein sechs Nominierungen für den amerikanischen Fernsehpreis Emmy einbrachten. Letzter Höhepunkt ihrer beeindruckenden Laufbahn war der TV-Film "The Roman Spring of Mrs. Stone" aus dem Jahr 2003. 2005 erlag sie einem Krebsleiden.
   

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