Der Zug

Französisch-italienischer Spielfilm von 1963
Regie John Frankenheimer
Drehbuch Franklin Coen, Frank Davis und Walter Bernstein, nach dem Roman "Le Front de l`Art" von Rose Valland
Musik Maurice Jarre
Kamera Jean Tournier und Walter Wottitz
Darsteller Paul Labiche - Burt Lancaster
Christine - Jeanne Moreau
Oberst von Waldheim - Paul Scofield
Mademoiselle Villard - Suzanne Flon
Papa Boule - Michel Simon
Major Herren - Wolfgang Preiss
General von Lubitz - Richard Münch
Pesquet - Charles Millot
Didont - Albert Rémy
und andere

Paris 1944, wenige Tage vor der Befreiung durch die alliierten Streitkräfte. Oberst von Waldheim ist zwar kein Freund der "entarteten Kunst", doch er weiß, dass die Gemälde in den Pariser Museen ein Vermögen wert sind. Von Waldheim lässt die wertvollsten Kunstschätze des Landes auf einen Zug nach Deutschland verfrachten. Verzweifelt wendet sich die Museumsdirektorin Villard an den Stationsvorsteher Paul Labiche. Sie erklärt dem Widerstandskämpfer, dass die Kunstschätze unbedingt gerettet werden müssen, da sie die kulturelle Identität Frankreichs bedeuten. Doch Labiche verweigert ihr die Hilfe. Zu viele Kämpfer aus seinen Reihen mussten bereits ihr Leben lassen.

Allein der für den Transport eingeteilte Lokführer Papa Boule fasst sich ein Herz. Doch sein Sabotageversuch wird entdeckt. Von Waldheim lässt den alten Mann auf der Stelle erschießen. Jetzt erkennt Labiche, dass dieser Zug Deutschland niemals erreichen darf. In wenigen Tagen werden die alliierten Streitkräfte Paris befreien. So lange muss der Zug aufgehalten werden. Mit über 100 Männern gelingt es Labiche, die Stationsschilder der Bahnhöfe entlang der Strecke zu fingieren. Während der deutsche Offizier, der die Fahrt begleitet, bei jedem Halt die ordnungsgemäße Position entlang der Strecke Paris-Metz telefonisch durchgibt, befindet sich der Zug auf einem Rundkurs. Als von Waldheim das Spiel durchschaut, will er Labiche hinrichten lassen. Doch Labiche kann sich zunächst bei der Hotelbesitzerin Christine verstecken ...

"Der Zug" ist mit Jeanne Moreau, Paul Scofield und Burt Lancaster sowie dem französischen Filmveteran Michel Simon hochkarätig besetzt. Regisseur John Frankenheimer beweist ein besonderes Gespür für Actiondramaturgie. Der Film entstand nahezu ausschließlich an Originalschauplätzen. Die atmosphärisch genaue Wiedergabe der Eisenbahnszenerie, aus der der Film seine Spannung bezieht, erzielte Frankenheimer durch den simultanen Einsatz zahlreicher Kameras. Sogar die aufwändige Crash-Szene wurde mit echten Dampflokomotiven gedreht, wobei es beinahe zu einer Katastrophe gekommen wäre. Der Kollisionszug fuhr mit einem viel zu hohen Tempo auf den anderen Waggon auf, sodass von den sechs installierten Kameras fünf zerstört wurden. Lediglich eine kleine, in der Erde vergrabene Handkamera überstand die Kollision.
   

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