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Es war einmal eine Mutter, die hatte zwei Töchter.
Marie geht der Mutter bei der Arbeit im Haushalt
fleißig zur Hand, während sich Luise
auf die faule Haut legt. So kommt es, dass Marie
allein am Brunnen sitzt und Wolle spinnt, bis ihre
Finger wund werden und bluten. Beim Auswaschen der
Spindel fällt Marie in den Brunnen - tiefer
und tiefer. Sie wacht auf einer Blumenwiese in einem
Traumland auf. Brote können sprechen: "Zieh
uns raus, sonst verbrennen wir!" Marie hilft
ihnen aus dem Ofen.
Ein Apfelbaum ruft um Hilfe: "Ach rüttle
mich und schüttle mich, meine Äpfel sind
allesamt reif!" Wieder ist Marie zur Stelle.
Der Rabe Gustav weist ihr den Weg zu Frau Holle.
Marie hält Frau Holles Haus in Ordnung und
schüttelt im Winter kräftig die Betten,
damit es auf der Erde schneit. Zum Dank lässt
Frau Holle Marie durch einen Goldregen nach Hause
gehen. Zurück im Dorf wird Marie bestaunt,
aber niemand glaubt ihr die Geschichte. Außer
Luise, die - neidisch auf das goldene Kleid - in
den Brunnen springt. Auch sie wacht im Frau-Holle-Land
auf, doch die rufenden Brote und der klagende Apfelbaum
interessieren sie nicht. Beim Bettenschütteln
schläft Luise ein. Ihre mürrische Art
veranlasst Frau Holle, Luise nach Hause zu schicken,
und auch sie bekommt ihren gerechten Lohn ...
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