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Zum Teufel mit Harbolla
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Spielfilm
aus der DDR von 1989
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Bodo
Fürneisen |
| Drehbuch |
Walter Flegel, Manfred Freitag und Jochen Nestler |
| Musik |
Karl-Ernst
Sasse |
| Kamera |
Erich
Gusko |
| Darsteller |
Leutnant
Gottfried Engelhardt - Tom Pauls
Harry Harbolla - Michael Lucke
Anita - Annett Kruschke
Heidelore - Andrea Solter
Uhrmacher - Gert Gütschow
Feldwebel - Mario Gericke
Oberleutnant Strohbach - Joachim Nimtz
Unteroffizier - Florian Martens
Sängerin - Katrin Saß
Sänger - Walter Plathe
General - Wilfried Pucher
FDJlerin - Kerstin Chilcott
Angetrunkener - Günter Rüger
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Verstohlen wird eine Elvis-Platte von Hand zu Hand
gereicht und die Taste der Musik-Box gedrückt:
In der "Linde" in Oranienburg wird 1956
Rock'n' Roll getanzt und am wildesten tanzt ihn
Harry Harbolla, Unteroffizier der NVA. Ein Mann
wie ein Baum, ehemaliger Schmied, nun auch ehemaliger
Zugführer der gerade im März gegründeten
Nationalen Volksarmee. Seinen Platz hat einer der
"ersten Studierten" eingenommen und Harbolla
ist sauer. Nun steckte ihn auch noch eine Militärstreife
in den Standortarrest, weil Harbolla in der "Linde"
ohne gültige Papiere tanzte.
Ausgerechnet sein Nachfolger, Leutnant Gottfried
Engelhardt, erhält den Auftrag, Harbolla nun
zurück in seine Kaserne zu holen. Doch Harbolla,
erst einmal der Arrestzelle entkommen, hat es nicht
eilig. Eine Odyssee der beiden Männer, die
unterschiedlicher nicht sein können, beginnt.
So zieht es Harbolla erst einmal wieder in die "Linde".
Er liebt das deftige Essen dort und Heidelore, die
Köchin desselben. Während Harbolla Riesenportionen
verschlingt, trifft Engelhardt Anita wieder, der
er bei seiner Ankunft in Oranienburg unfreiwilligerweise
beim Schmuggeln half. Er fängt Feuer und wird
dann von Anitas Partner, einem schwarzmarkttreibenden
Uhrmacher, hereingelegt. Engelhardt muss den vom
Uhrmacher spendierten teuren Sekt bezahlen, sich
für sein Parteibuch hänseln lassen und
sich einer Schlägerei erwehren.
Doch Harbolla rettet ihn im Tangoschritt aus dem
Saal. Danach allerdings landet ein jeder von ihnen
im Bett der Angebeteten. Am nächsten Morgen
aber ziehen beide lange Gesichter: Während
Anita Engelhardt aufklärt, dass ihre Liebe
käuflich ist, erfährt Harbolla von seiner
Vaterschaft. Schließlich treffen sich die
beiden Männer doch im Zug wieder...
Im letzten Jahr der DDR entstand diese Filmkomödie,
die die 50er-Jahre auf die Schippe nimmt. Bodo Fürneisen
inszenierte sein DEFA-Debüt als Mischung zwischen
Militärklamotte und Milieuschwank. Die Kino-Eule
Renate Holland-Moritz fand auch Gefallen an seinem
Film: "Es ergeben sich wirklich viele Gelegenheiten
zu hinter- wie vordergründiger Komik, die ihre
Wirkung nicht verfehlt. Ein slapstickartig eingesetzter
Hund als Deus ex machina weiß ebenso zu bezaubern
wie das Schlager-Duo Katrin Saß und Walter
Plathe. Gerade weil sie die schwachsinnigen Liedchen
aus den Fünfzigerjahren mit der gebotenen Ernsthaftigkeit
zelebrieren, gelingt ihnen die perfekte Parodie".
Und Norbert Wehrstedt schrieb in "Film und
Fernsehen": "Bodo Fürneisen beweist
enormen Sinn für heitere szenische Details,
der Situationswitz, der Schnitt sind präzise
rhythmisiert, Gags entwickeln sich beiläufig
und sind wie aus dem Handgelenk geschüttelt."
Zum spielfreudigen Ensemble gehörten neben
Michael Lucke, Annett Kruschke und Andrea Solter
der Kabarettist Tom Pauls in seiner ersten Kinohauptrolle.
Regisseur Bodo Fürneisen wird am 30. Juni 2010
60 Jahre alt.
Der
gebürtige Berliner und gelernte Schriftsetzer
studierte Regie an der Hochschule für Film
und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam
Babelsberg. Schon bei seinem Diplomfilm war er
Drehbuchautor und Regisseur in Personalunion,
das praktiziert er hin und wieder bis heute. Nach
seinem Studium arbeitete er beim DDR-Fernsehen.
"Die Weihnachtsgans Auguste", 1989 entstanden,
ist bis heute alljährlich ein Highlight im
MDR-Weihnachtsprogramm. Auch schon zu DDR-Zeiten
entwickelte er sein Faible für Krimis, das
er nach der Wende mit "Polizeiruf 110"-
und "Tatort"-Folgen fortsetzt. Darüber
hinaus führt er u.a. bei "Kommissar
Rex", "Stockinger" und "Wolffs
Revier" Regie. Neben den Krimis dreht er
bemerkenswerte Gegenwartsfilme für die verschiedensten
Sender, dazu zählen "Eine Frau will
nach oben" (ARD, 1994), "Gefährliche
Wahrheit" (ZDF, 1998) und "Meine Tochter,
mein Leben" (ARD, 2004) sowie der Märchenfilm
"Rapunzel" (ARD, 2009). Seit Oktober
2009 ist Bodo Fürneisen auch als Professor
an der Hochschule für Film und Fernsehen
"Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg
tätig.
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