Syriana

Spielfilm USA 2005
Regie Stephen Gaghan
Drehbuch Stephen Gaghan
Musik Alexandre Desplat
Kamera Robert Elswit
Darsteller Bob Barnes - George Clooney
Bryan Woodman - Matt Damon
Bennett Holiday - Jeffrey Wright
Jimmy Pope - Chris Cooper
Stan - William Hurt
Wasim Khan - Mazhar Munir
Danny Dalton - Tim Blake Nelson
Julie Woodman - Amanda Peet
Dean Whiting - Christopher Plummer
Prinz Nasir Al-Subaai - Alexander Siddig
und andere

In einer episodischen Erzählstruktur schildert der Film die Verknüpfungen der mächtigen Öl-Industrie mit den mörderischen Intrigen der CIA und diversen politischen Interessengruppen im Nahen und Mittleren Osten. Ein US-Ölkonzern namens Connex möchte mit allen Mitteln eine Fusion durchboxen, um die eigene Machtposition im weltweiten Ölgeschäft auszubauen. Da dies auf politischen Widerstand stößt, erhält die renommierte Anwaltskanzlei von Dean Whiting (Christopher Plummer) den Auftrag, die Wogen zu glätten - egal wie. Dabei muss Whitings Angestellter, der aufstrebende Jurist Bennett Holiday (Jeffrey Wright), schnell erkennen, dass Moral bei solchen Geschäften keinen Platz hat.

Andernorts gewinnt der amerikanische Energieexperte Bryan Woodman (Matt Damon) durch ein tragisches Unglück die Gunst des arabischen Prinzen Nasir (Alexander Siddig). Mit Unterstützung des Profis Woodman will der idealistische Nasir sein Land demokratisieren, wirtschaftlich reformieren und damit die Unabhängigkeit von den Interessen der USA erreichen - ein ambitioniertes Vorhaben, das der amerikanische Geheimdienst auf eine ebenso einfache wie zynische Weise verhindern will: Nasir muss sterben. Hier kommt der abgeklärte CIA-Profi Bob Barnes (George Clooney) ins Spiel. Obwohl er sich vehement gegen die Ermordung des Prinzen ausspricht, soll er den Anschlag auf Nasir organisieren, natürlich ohne dass ein Verdacht auf die CIA fällt. Dann aber drohen die Attentatspläne an die Öffentlichkeit zu gelangen - und plötzlich steht Barnes zwischen allen Fronten. Um die amerikanische Staatsräson zu schützen, wird er von seinen eigenen Auftraggebern verraten.

In seinem hochgelobten Regiedebüt nimmt sich der oscarprämierte Drehbuchautor Stephen Gaghan nicht weniger vor, als die mörderischen Verflechtungen von US-Wirtschaft, Ölindustrie und Geheimdiensten offenzulegen. Getragen von einem herausragenden Darstellerensemble, zu dem unter anderem Matt Damon, Christopher Plummer und George Clooney gehören, wechselt der mit beinahe dokumentarisch anmutendem Gestus inszenierte Film fortwährend zwischen den Handlungsebenen und wartet mit immer neuen Informationen, Figuren und Wendungen auf. Gaghan tut etwas, das heute kaum ein Filmemacher mehr wagt: Er fordert den Zuschauer zum ständigen Mitdenken heraus. Wie bei einem gewaltigen Mosaik muss man erst etwas Abstand gewinnen, um die Vielschichtigkeit und die politische Brisanz des Gezeigten voll zu erfassen. "Syriana" ist ein Film, der lange nachwirkt. George Clooney wurde für seine Verkörperung des desillusionierten CIA-Agenten mit dem Oscar ausgezeichnet.
   

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