Christine

Französisch-italienischer Spielfilm von 1958
Regie Pierre Gaspard-Huit
Drehbuch Pierre Gaspard-Huit, Georges Neveux und Hans Wilhelm
Musik Georges Auric
Kamera Christian Matras
Darsteller Christine Weiring - Romy Schneider
Leutnant Fritz Lobheimer - Alain Delon
Baronin Lena Eggersdorf - Micheline Presle
Herr Weiring - Fernand Ledoux
Baron Eggersdorf - Karl Lange
Hausmeister - Josef Egger
Oberleutnant Theo Kaiser - Jean-Claude Brialy
Mizzie - Sophie Grimaldi
und andere

Leutnant Lobheimer vom 14. Dragonerregiment in Wien hat seit einiger Zeit eine Affäre mit der schönen Baronin Eggersdorf. Ihr bedeutet der junge Leutnant viel, Lobheimer dagegen bereitet die Liaison wachsendes Unbehagen. In dieser Situation begegnet er in einem Grinzinger Heurigen-Lokal der reizenden Christine Weiring. Sie ist die Tochter eines Cellisten und, im Gegensatz zu ihrer leichtsinnigen Freundin Mizzie, von Natur aus zurückhaltend und empfindsam. Darin gleicht sie Lobheimer. Nach anfänglichem Zögern entwickelt sich eine tiefe Liebesbeziehung zwischen Christine und dem jungen Leutnant. Doch gerade als Lobheimer endgültig mit der Baronin bricht, entdeckt deren Mann Beweise für ihre Untreue. Er besteht auf einem Duell mit besonders scharfen Bedingungen und tötet den Leutnant mit dem ersten Schuss. Als Christine erfährt, was geschehen ist, stürzt sie sich aus dem Fenster.

Schon 1933 war Arthur Schnitzlers Bühnenstück "Liebelei" sehr erfolgreich von Max Ophüls verfilmt worden, damals mit Magda Schneider in der Hauptrolle. 1958 spielt ihre Tochter Romy die Christine, an ihrer Seite der damals noch wenig bekannte Alain Delon. Aus dem Film-Liebespaar wurde ein echtes - zum Entsetzen der deutschen Presse und Romys Familie. Damals ist Romy Schneider gerade 20 Jahre alt, ein Star in Deutschland und am Scheideweg ihrer Karriere. Sie wäre am 23. September 2008 70 Jahre alt geworden.

Ihre Filmkarriere beginnt sie mit 15 - auf Wunsch ihrer Mutter und zusammen mit ihr spielt sie in "Wenn der weiße Flieder wieder blüht". Als "Sissi" wird sie 1956 berühmt, doch das Image des reinen Mädchens und braven Teenagers behagt ihr nicht. Und so nutzt sie die Chance ihrer Verbindung zu Alain Delon und geht nach Frankreich. Delon hilft ihr, sich zu verändern. Später wird sie sagen "Alain hat mich aus der 'Sissi'-Periode herausgeholt. Er hat mir in Paris eine neue Welt eröffnet". Während das deutsche Publikum sich von ihr abwendet, startet sie unter dem Regisseur Luchino Visconti mit "Boccaccio 70" eine neue erfolgreiche Karriere. Dann sind es die Filme mit Claude Sautet (u.a. "Die Dinge des Lebens", 1970, "Das Mädchen und der Kommissar", 1970), die sie zu einer hochverehrten Charakterdarstellerin werden lassen. Sie arbeitet u.a. mit Orson Welles ("Der Prozess", 1962), Robert Enrico ("Das alte Gewehr", 1975) und Bertrand Tavernier ("Death Watch - Der verkaufte Tod", 1979). In den 70er-Jahren ist sie die erfolgreichste Schauspielerin des französischen Films. Für die Filme "Nachtblende" (1974) und "Eine einfache Geschichte" (1976) erhält sie den César. 1977 wird ihr das Filmband in Gold in der Kategorie Beste Darstellerin für "Gruppenbild mit Dame" verliehen.

Sie dreht fast 60 Filme, oft angetrieben von Selbstzweifeln und der Angst, nicht wirklich geliebt zu werden. Ihr Privatleben ist immer wieder von Tragik überschattet - der schwerste Schicksalsschlag ist der tragische Unfalltod ihres 14-jährigen Sohnes 1981. Sie stirbt am 29. Mai 1982 im Alter von 43 Jahren an einem Herzversagen.
   

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