Pathfinder - Die Rache des Fährtensuchers

Spielfilm Norwegen 1987
Regie Nils Gaup
Drehbuch Nils Gaup
Musik Nils-Aslak Valkeapää, Marius Müller und Kjetil Bjerkestrand
Kamera Erling Thurmann-Andersen
Darsteller Aigin - Mikkel Gaup
Raste, Medizinmann - Nils Utsi
Sierge - Sverre Porsanger
Siida-Isit - Nils-Aslak Valkeapää
Sahve, junge Frau - Sara Marit Gaup
Tschude mit Narbe - Helgi Skúlason
Varia - Anne-Marja Blind
Dorakas - Henrik H. Buljo
Diemis - Svein Birger Olsen
Orbes - Ailo Gaup
und andere

Als Aigin, ein 16-jähriger Same, von der Jagd zurückkehrt, sieht er entsetzt, dass seine Familie, Vater, Mutter und die kleine Schwester, von marodierenden Tschuden brutal ermordet wurde. Kurz darauf wird er selbst entdeckt und bei seiner Flucht von einem Armbrustpfeil getroffen. Verwundet kann er sich in ein samisches Zeltdorf retten, wo er gesund gepflegt wird. Besonders Sahve, ein hübsches Mädchen, bemüht sich um ihn. Doch den Samen ist klar, dass die Tschuden Aigins Spur folgen werden. Sie beschließen, an die Küste zu fliehen. Aigin, der auf Rache sinnt, besteht darauf, zurückzubleiben. Raste, der Medizinmann, und drei weitere Männer bleiben bei ihm, um sich den Tschuden entgegenzustellen.

Am nächsten Morgen haben die Tschuden das fast verlassene Lager erreicht. Die Männer können sich zunächst wehren, sind aber den brutalen und zahlenmäßig überlegenen Tschuden schnell ausgeliefert. Als Raste gefoltert wird, um den Verbleib seiner Sippe zu verraten, versucht Aigin ihn zu retten. Er verspricht den Tschuden, sie zum Versteck seiner Landsleute zu führen, wenn sie Raste am Leben lassen. Raste wird trotzdem umgebracht. Aber Aigin hat ohnehin einen Plan: Er will die Tschuden über den einzigen, vereisten Gebirgspass zur Küste führen, in der Hoffnung, dass sie bei der gefährlichen Passage über Eis und Fels zu Tode kommen. Als nichts dergleichen geschieht, greift Aigin zu einer lebensgefährlichen List: Er rät dazu, dass sich alle für den Abstieg wegen der Glätte mit einem Seil sichern. Der Anführer der Tschuden geht darauf ein, und so passieren alle aneinandergeseilt einen schmalen Pfad. Blitzschnell kann Aigin sein Seilende lösen und sich an eine Felskante klammern. Die Männer straucheln und stürzen nacheinander in den jähen Abgrund. Die nachfolgende Lawine tut ihr Übriges. Aigin hat sein Volk gerettet und Sahve, die fest an ihn glaubte, als andere zweifelten, erwartet ihn ...

"Pathfinder", der 1988 für den Oscar nominierte Abenteuerfilm von Nils Gaup, erzählt die fast 1.000 Jahre alte Legende vom Überlebenskampf der friedliebenden Samen in Lappland gegen die räuberischen Tschuden. In die Filmgeschichte ist er eingegangen als erster Kinofilm, der in samischer Sprache gedreht wurde. Drehort des vor grandioser Naturkulisse angesiedelten Films war die Gegend um Kautokeino in der südlichen Finnmark. Die dortigen Wetterverhältnisse im Winter brachten bei den Dreharbeiten erhebliche Probeme mit sich, denn bei Temperaturen von -47°C quittierten die Kameras ihren Dienst. "Nils Gaup inszenierte diese Geschichte der Selbstfindung als dramatischen Spannungsfilm vor der von Eis und Schnee geprägten Kulisse des skandinavischen Nordens, dessen Schönheit und Bedrohung für den Menschen er in atemberaubenden Bildern einfängt ... Klassische Genre-Elemente (werden) mit ethnischer Genauigkeit und einem Plädoyer für ein friedfertiges Dasein in der Gemeinschaft verbunden", urteilt der Evangelische Filmdienst.
   

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