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Als
Aigin, ein 16-jähriger Same, von der Jagd zurückkehrt,
sieht er entsetzt, dass seine Familie, Vater, Mutter
und die kleine Schwester, von marodierenden Tschuden
brutal ermordet wurde. Kurz darauf wird er selbst
entdeckt und bei seiner Flucht von einem Armbrustpfeil
getroffen. Verwundet kann er sich in ein samisches
Zeltdorf retten, wo er gesund gepflegt wird. Besonders
Sahve, ein hübsches Mädchen, bemüht
sich um ihn. Doch den Samen ist klar, dass die Tschuden
Aigins Spur folgen werden. Sie beschließen,
an die Küste zu fliehen. Aigin, der auf Rache
sinnt, besteht darauf, zurückzubleiben. Raste,
der Medizinmann, und drei weitere Männer bleiben
bei ihm, um sich den Tschuden entgegenzustellen.
Am nächsten Morgen haben die Tschuden das fast
verlassene Lager erreicht. Die Männer können
sich zunächst wehren, sind aber den brutalen
und zahlenmäßig überlegenen Tschuden
schnell ausgeliefert. Als Raste gefoltert wird,
um den Verbleib seiner Sippe zu verraten, versucht
Aigin ihn zu retten. Er verspricht den Tschuden,
sie zum Versteck seiner Landsleute zu führen,
wenn sie Raste am Leben lassen. Raste wird trotzdem
umgebracht. Aber Aigin hat ohnehin einen Plan: Er
will die Tschuden über den einzigen, vereisten
Gebirgspass zur Küste führen, in der Hoffnung,
dass sie bei der gefährlichen Passage über
Eis und Fels zu Tode kommen. Als nichts dergleichen
geschieht, greift Aigin zu einer lebensgefährlichen
List: Er rät dazu, dass sich alle für
den Abstieg wegen der Glätte mit einem Seil
sichern. Der Anführer der Tschuden geht darauf
ein, und so passieren alle aneinandergeseilt einen
schmalen Pfad. Blitzschnell kann Aigin sein Seilende
lösen und sich an eine Felskante klammern.
Die Männer straucheln und stürzen nacheinander
in den jähen Abgrund. Die nachfolgende Lawine
tut ihr Übriges. Aigin hat sein Volk gerettet
und Sahve, die fest an ihn glaubte, als andere zweifelten,
erwartet ihn ...
"Pathfinder", der 1988 für den Oscar
nominierte Abenteuerfilm von Nils Gaup, erzählt
die fast 1.000 Jahre alte Legende vom Überlebenskampf
der friedliebenden Samen in Lappland gegen die räuberischen
Tschuden. In die Filmgeschichte ist er eingegangen
als erster Kinofilm, der in samischer Sprache gedreht
wurde. Drehort des vor grandioser Naturkulisse angesiedelten
Films war die Gegend um Kautokeino in der südlichen
Finnmark. Die dortigen Wetterverhältnisse im
Winter brachten bei den Dreharbeiten erhebliche
Probeme mit sich, denn bei Temperaturen von -47°C
quittierten die Kameras ihren Dienst. "Nils
Gaup inszenierte diese Geschichte der Selbstfindung
als dramatischen Spannungsfilm vor der von Eis und
Schnee geprägten Kulisse des skandinavischen
Nordens, dessen Schönheit und Bedrohung für
den Menschen er in atemberaubenden Bildern einfängt
... Klassische Genre-Elemente (werden) mit ethnischer
Genauigkeit und einem Plädoyer für ein
friedfertiges Dasein in der Gemeinschaft verbunden",
urteilt der Evangelische Filmdienst.
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