|
1. Vati will nicht heiraten
Der Witwer Erwin Mai ist in seinem Betrieb ein angesehener
Meister - tatkräftig, rührig und voller
Ideen. Zu Hause jedoch lässt er gern fünfe
gerade sein. Seine Schwester Elsbeth, die ihm den
Haushalt führt, hält ihn für einen
ausgemachten Versager, vor allem in punkto Erziehung
seiner beiden elfjährigen Sprösslinge.
Und in der Tat, die Zwillinge Kalle und Kulle fangen
an zu verlottern. Mit ihren Streichen bringen sie
die Lehrer in der Schule und ihre erwachsenen Mitbürger
im Wohngebiet allmählich zur Verzweiflung.
Tante Elsbeth macht sich verständlicherweise
Sorgen. Sie beschließt energisch, Erwin schnellstens
wieder zu verheiraten. Auf das Ergebnis ihrer Bemühungen
darf man gespannt sein, da sich nicht nur Vater
Erwin, sondern auch seine beiden Rangen, tatkräftig
zur Wehr setzen.
2. Vati will heiraten
Nun hat er es also eingesehen: Er muss wieder heiraten!
Die Kinder brauchen eine Mutter. Doch wenn er schon
keine andere Wahl mehr hat, dann, so sagt sich der
Zweiundvierzigjährige, soll es eine möglichst
Junge und Hübsche sein, die ihm etwas von seiner
eigenen Jugend zurückgibt. Das bildschöne,
blonde Fräulein Schultze scheint ihm haargenau
die Richtige zu sein. Er gerät derart in Feuer,
dass er ihretwegen mancherlei Unannehmlichkeiten
auf sich nimmt.
Sicherlich würden sich seine Söhne Kalle
und Kulle nicht derart gegen das wirklich nette
Fräulein sträuben, hätten sie sich
nicht längst für eine andere Frau entschieden.
Für sie kommt nur die Frau vom Rummelplatz
als Mutter in Frage, die Frau Büttner, die
sie Karussell fahren lässt, ohne dafür
Geld zu verlangen!
3. Vati hat geheiratet
Seit etwa einem halben Jahr haben Kalle und Kulle
nicht nur eine Mutter, von der sie einfühlsam
und konsequent erzogen werden, sie haben auch eine
siebenjährige Schwester. Gibt es Meinungsverschiedenheiten,
dann hält Fränze zum Vater und die Jungen
prompt zur Mutter. Als die Eltern eines Tages in
einen heftigen Streit geraten und die Ehe ernstlich
in Gefahr gerät, sehen die Kinder nicht tatenlos
zu.
Vor allem nachts geschehen bei den Mais seltsame
Dinge. Ein Freund der Familie traut seinem eigenen
Spiegelbild nicht mehr und eine junge Kollegin des
Vaters verliert völlig die Nerven! Natürlich
ist die Ehe mit kindlichem Aufbegehren allein nicht
zu retten. Das ist Sache der Eheleute selbst. Einer
von ihnen wird sich von vielem, was ihm lieb und
wert geworden ist, für immer trennen müssen.
4. Fünf Jahre danach
Aus dem Witwer Erwin Mai, seiner neuen Frau Monika
und den Kindern ist fünf Jahre später
eine richtige Familie geworden. Sogar ein kleines
Töchterchen hat sich noch eingestellt, das
vom stolzen Papa hoffnungslos verwöhnt wird.
Weniger nachsichtig ist Erwin, wenn es um seine
halbwüchsigen Zwillingsjungen Kalle und Kulle
geht.
Kulle schludert in der Lehrausbildung und interessiert
sich nur noch für sein Hobby als Gitarrenspieler
in der Rockband des Ortes. Jetzt, wo sich Ehefrau
Monika schlechten Gewissens für einige Wochen
zum Lehrgang verabschiedet hat, sieht Vater Erwin
seine Stunde gekommen, mit einfühlsamer Strenge
die Disziplin wiederherzustellen. Dabei stößt
er bei seinen Rangen auf erheblichen Widerstand:
Kalle, Kulle und Fränze sehen die Welt mit
ihren lästigen Pflichten und den ersten Freuden
junger Liebe natürlich ganz anders als ihr
gestrenger Vater.
|