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Ruanda 1994. Am Abend des 6. April wird das Flugzeug
des ruandischen Präsidenten abgeschossen. Der
Konflikt zwischen der Bevölkerungsmehrheit
der Hutus und den politisch wie wirtschaftlich dominierenden
Tutsis eskaliert endgültig. Als auf den Straßen
der Hauptstadt Kigali Massaker beginnen, wird der
weiße Manager des renommierten Hotels "Mille
Collines" ausgeflogen und der Hutu Paul Rusesabagina
zu seinem Nachfolger ernannt. So gut es geht, versucht
Paul gegenüber seinen Gästen den Luxus
eines Viersterne-Hotels aufrechtzuerhalten.
Die Friedenstruppen der UN, angeführt von dem
raubeinigen belgischen Colonel Olivier, müssen
hilflos zusehen, wie Hutus mit Macheten auf ihre
Tutsi-Nachbarn losgehen. Mehrere Hundert Tutsis,
deren Häuser gebrandschatzt wurden, bitten
im Hotel verzweifelt um Schutz, worauf Rusesabagina
ihnen Zutritt gewährt. Die Lage spitzt sich
dramatisch zu. Doch mit der Evakuierung der europäischen
Hotelgäste zerschlägt sich die letzte
Hoffnung auf internationale Hilfe für die bedrohten
Afrikaner in der Hotel-Enklave.
Für Paul, der eine Tutsi-Frau und drei Kinder
hat, bricht eine Welt zusammen, als er seinen wahren
Wert in den Augen der Weißen erkennt. Trotzdem
denkt er nicht ans Aufgeben. Dank seiner instinktsicheren
Strategie sichert er seinen Schützlingen Stunde
für Stunde um Haaresbreite das Überleben.
Mit seinem professionellen Gentlemantum gelingt
es ihm, die Macheten schwingenden Soldaten in der
Hotellobby immer wieder hinzuhalten. General Bizimungu,
den kommandierenden General der Hutu-Milizen, schmiert
er mit französischen Francs und schottischem
Whisky. Er lügt, trickst und schickt unermüdlich
Hilferufe nach Europa. Als ein UN-Konvoi die Flüchtlinge
endlich in Sicherheit bringt, hat Paul Rusesabagina
durch sein Handeln mehr als 1.200 Menschen gerettet.
Von April bis Juli 1994 töteten Hutu-Milizen
in 100 Tagen fast eine Million Tutsi. Der größte
Völkermord seit dem Holocaust ist zugleich
eine humanitäre und moralische Katastrophe,
die fast unbemerkt von der westlichen Welt vonstatten
ging. Die UNO zog ihre Truppen im April ab, und
die Reporter zogen weiter nach Südafrika, wo
die ersten freien Wahlen stattfanden. "Hotel
Ruanda" ist eine Hommage an einen "afrikanischen
Schindler", Hotelmanager Paul Rusesabagina,
der im belgischen Luxushotel "Mille Collines"
in der Hauptstadt Kigali 1.268 Flüchtlingen
das Leben rettete. In der psychologisch dichten
Inszenierung braucht es nur wenige Blicke auf die
Massaker außerhalb der Hotelanlage, um die
Atmosphäre wahnhaften Terrors wiederzugeben.
Die Hauptrollen in Terry Georges preisgekröntem
Drama spielen Don Cheadle und Sophie Okonedo, die
für ihre darstellerischen Leistungen 2005 mit
Oscar-Nominierungen geehrt wurden.
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