Teil 1
1912 in Tatarsk, einem Kosakendorf am Don. Der Kosak
Grigori verliebt sich in Axinja, die Frau seines
Nachbarn Stepan. Gemeinsam fliehen sie auf das Gut
des Generals Listnizki und leben dort zusammen.
Dann muss Grigori in den Krieg. Als er heimkehrt,
ist Axinja die Geliebte des jungen Listnizki geworden.
Wutentbrannt verprügelt Grigori den Nebenbuhler
und Axinja und kehrt zurück zu Natalja, die
er einst auf Geheiß seines Vaters heiratete.
Seit Erscheinen gehört Michail Scholochows
vierteiliges Romanepos "Der stille Don"
(1928 - 1940) zur Weltliteratur. Es wurde in über
50 Sprachen übersetzt, zweimal verfilmt und
selbst eine Oper gibt es über diesen Stoff.
1957/58 inszenierte Sergej Gerassimow das Epos in
drei Teilen (Erstverfilmung 1930, Regie: Olga Preobraschenskaja,
Iwan Prawow) und wurde damit weltweit bekannt. Historisch
bemerkenswert an der Geschichte des Kosaken Grigori
- seiner Liebe zu zwei Frauen und seine Selbstbehauptung
in den Wirren der Oktoberrevolution - ist, dass
seine Geschichte als individuelles Schicksal mit
dem Recht auf eine private Existenz erzählt
wird. Der mit gewaltigem Aufwand inszenierte Dreiteiler
beeindruckt durch vorzüglich gestaltete Außenaufnahmen
und wurde auf dem Festival Karlovy Vary 1958 mit
dem Großen Preis ausgezeichnet.
Teil
2
Ströme von Blut sind geflossen, seit 1914
der Weltkrieg begann. Auch die Donkosaken sind
nach zwei Jahren des Kampfes müde geworden.
Sie wollen heim, auch Grigori Melechow. Zu Hause
hat ihm seine Frau Natalja Zwillinge geboren.
Im Unterstand der Offiziere brodelt es ebenfalls.
Fähnrich Buntschuk prophezeit sogar eine
Revolution, die das Zarenreich vernichten und
einen Bruderkrieg auslösen wird. Wenig später,
mit der Februarrevolution des Jahres 1917, wird
Zar Nikolaus II. tatsächlich gestürzt.
Grigori, von den Ideen der Bolschewiki überzeugt,
schließt sich den Roten Garden an.
Mit ihnen zieht er zum Don. Der Bruderkrieg entbrennt
mit aller Härte. In Grigoris Heimatdorf Tatarsk
wechselt sich die weiße Macht mit der roten
und wieder weißen Macht ab. Aus Feinden
werden über Nacht Befreier, mal werden diese,
mal jene erschossen. Weder die eine Macht, noch
die andere kennt Gnade mit dem Gegner. Als es
im Revolutionskomitee um die althergebrachten
Privilegien der Kosaken geht, muss auch Grigori
für sich eine Entscheidung treffen. Und,
weil er sich noch nicht freimachen kann vom kosakischen
Standesdünkel, wird der rote Kosak Grigori
zum weißen Kosak, für die einstigen
Freunde zum Verräter ...
Der zweite Teil des dreiteiligen Filmepos "Der
stille Don" umfasst die Jahre 1916 bis 1920.
Sie sind gezeichnet vom Krieg - dem Weltkrieg,
dem Bürgerkrieg - und den gewaltigen politischen
Umwandlungen in Russland, dessen Zar in der Februarrevolution
von 1917 gestürzt wurde. Zugleich spiegelt
sich ein Stück Geschichte der Donkosaken
wider.
Teil
3
1919/20. Die Tragödie des Kosaken Grigori
Melechow treibt ihrem Ende zu. Grigori hat die
Weißgardisten durchschaut und erkannt, dass
es ein Lavieren zwischen Rot und Weiß nicht
gibt. Diese Erkenntnis muss er mit dem Teuersten,
das er besitzt, bezahlen: mit dem Leben Axinjas.
Verzweifelt und des Kampfes müde, versucht
der einst so stolze Kosak an seinem Sohn - das
Einzige, was ihm blieb - Halt zu finden ...
Abschluss des dramatischen Dreiteilers "Der
stille Don" um den langen und qualvollen
Weg des Donkosaken Grigori Melechow in den Wirren
des Krieges, der Revolution und des Bürgerkrieges
nach dem gleichnamigen Roman von Nobelpreisträger
Michail Scholochow.