Einsame Herzen

Spielfilm Italien 1969
Regie Franco Giraldi
Drehbuch Ruggero Maccari und Franco Giraldi
Musik Luis Enriquez Bacalov
Kamera Dario Di Palma
Darsteller Giovanna - Senta Berger
Stefano - Ugo Tognazzi
Gabriella - Gianna Serra
Diego - Silvano Tranquilli
Elena - Edda Di Benedetto
Walter - Christopher Hodge
Sonia - Ann Lucinda Lorenz
Manuela - Elena Persiani
Carla - Clara Colosimo
Roberto - Puccio Tarantino
und andere

Seit sieben Jahren ist die hübsche Giovanna mit dem wohlhabenden Innenarchitekten Stefano verheiratet. Oder sind es schon acht Jahre? So genau weiß Giovanna das schon nicht mehr. Woche für Woche kommt sie mit Stefano ins gemeinsame Ferienhaus am Comer See. Die Jahre vergehen, ein Wochenende verläuft wie das andere. Zu sagen haben die beiden sich nicht viel. Zu sehr haben sie sich aneinander gewöhnt.

Als ein Hippiepärchen an ihrem Privatstrand zeltet, ist Stefano zunächst erbost. Doch er freundet sich rasch mit den jungen Leuten an, die es offenbar mit der Treue in ihrer Beziehung nicht ganz so genau nehmen. Obwohl sich nichts abspielt, gerät der Gedanke an einen Partnertausch bei Stefano bald zur fixen Idee. Monatelang studiert er einschlägige Paarinserate und gibt schließlich selbst eine Kontaktanzeige auf.

Giovanna steht dem Vorhaben zunächst sehr skeptisch gegenüber, lässt sich jedoch widerwillig darauf ein. Nach einigen Missverständnissen bei denen Giovanna und Stefano einmal sogar an einen Zuhälter geraten, scheint die neue Bekanntschaft mit dem reichen Schweizer Kunsthändler Diego und dessen Frau Elena vielversprechend zu sein. Als es jedoch zur Sache geht und sich herausstellt, dass für Diego und Elena erotische Abenteuer dieser Art eine Routineangelegenheit sind, bekommt Stefano schließlich doch Skrupel.

"Einsame Herzen" ist eine mit verspieltem italienischen Humor inszenierte Beziehungskomödie über Sehnsüchte, Ängste, Wünsche und Hemmungen. Senta Berger und Ugo Tognazzi verkörpern auf sehenswerte Weise zwei allzu menschliche Charaktere, die aus ihrem goldenen Käfig ausbrechen wollen und dabei an ihrer eigenen Courage scheitern.

Das MDR FERNSEHEN gratuliert mit dieser Komödie Senta Berger zum 70. Geburtstag, den sie am 13. Mai 2011 feierte. Die gebürtige Wienerin, die mit 17 Jahren am Theater der Josephstadt in Wien ihren ersten Vertrag erhielt, kann auf eine ungewöhnlich erfolgreiche und vielseitige Schauspielkarriere zurückblicken. Obwohl sie immer wieder auf die Theaterbühne zurückkehrte, gilt ihre eigentliche Passion dem Film. Mit "Es muss nicht immer Kaviar sein" kommt 1961 der endgültige Durchbruch, nach "Das Testament des Dr. Mabuse" und "Frauenarzt Dr. Sibelius" gehört sie 1962 zu den meistbeschäftigten deutschsprachigen Schauspielerinnen.

In dieser Zeit wird auch Hollywood auf sie aufmerksam. Sie spielt in Filmen wie "Liebe im 3/4 Takt" (1962), "Die Sieger" (1963) oder im "Schatten der Giganten" (1965). Doch nach Ablauf des Fünf-Jahres-Vertrages kehrt sie nach Deutschland zurück, wo es um die Filmindustrie aber nicht gut bestellt ist. So arbeitet sie - wie viele andere deutsche Schauspieler - mehr in Frankreich oder Italien.

Auf einer zweiten Schiene engagiert sie sich mit ihrem Ehemann Michael Verhoeven in der gemeinsamen Produktionsfirma Sentana GmbH. Zu deren Erfolgen zählen "Wer im Glashaus lebt" (1970), "Gefundenes Fressen" (1976) und "Die Weiße Rose" (1982). Mit der Fernsehserie "Kir Royal" (ab 1984) folgt für Senta Berger ein weiterer Höhepunkt. Als Freundin von "Baby Schimmerlos" wird sie zu einer der beliebtesten TV-Darstellerinnen Deutschlands. Ein Erfolg, den sie als "Die schnelle Gerdi" (ab 1989) ausbauen kann. Ab Ende der 1990er-Jahre profiliert sie sich in einer Reihe von Filmen wie "Mit fünfzig küssen Männer anders" (1999) und "Scharf auf Leben" (2000), in denen sie das positive Bild einer reifen, lebensklugen, mutigen Frau über 50 zeichnet.

Seit 2002 ist Senta Berger in der erfolgreichen Krimi-Reihe "Unter Verdacht" zu sehen. Als Kriminalrätin Eva Prohacek klärt sie polizeiinterne Korruptionsfälle auf. Schon für den ersten Fall wurde sie mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Neben ihrer Schauspielerei - ihr vorerst letzter Film lief im Frühjahr unter dem Titel "Satte Farben vor Schwarz" im Kino - singt sie Chansons und gibt Leseabende. Von 2003 bis 2010 ist sie an der Seite von Günter Rohrbach die erste Präsidentin der Deutschen Filmakademie.
   

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