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Seit sieben Jahren ist die hübsche Giovanna
mit dem wohlhabenden Innenarchitekten Stefano verheiratet.
Oder sind es schon acht Jahre? So genau weiß
Giovanna das schon nicht mehr. Woche für Woche
kommt sie mit Stefano ins gemeinsame Ferienhaus
am Comer See. Die Jahre vergehen, ein Wochenende
verläuft wie das andere. Zu sagen haben die
beiden sich nicht viel. Zu sehr haben sie sich aneinander
gewöhnt.
Als ein Hippiepärchen an ihrem Privatstrand
zeltet, ist Stefano zunächst erbost. Doch er
freundet sich rasch mit den jungen Leuten an, die
es offenbar mit der Treue in ihrer Beziehung nicht
ganz so genau nehmen. Obwohl sich nichts abspielt,
gerät der Gedanke an einen Partnertausch bei
Stefano bald zur fixen Idee. Monatelang studiert
er einschlägige Paarinserate und gibt schließlich
selbst eine Kontaktanzeige auf.
Giovanna steht dem Vorhaben zunächst sehr skeptisch
gegenüber, lässt sich jedoch widerwillig
darauf ein. Nach einigen Missverständnissen
bei denen Giovanna und Stefano einmal sogar an einen
Zuhälter geraten, scheint die neue Bekanntschaft
mit dem reichen Schweizer Kunsthändler Diego
und dessen Frau Elena vielversprechend zu sein.
Als es jedoch zur Sache geht und sich herausstellt,
dass für Diego und Elena erotische Abenteuer
dieser Art eine Routineangelegenheit sind, bekommt
Stefano schließlich doch Skrupel.
"Einsame Herzen" ist eine mit verspieltem
italienischen Humor inszenierte Beziehungskomödie
über Sehnsüchte, Ängste, Wünsche
und Hemmungen. Senta Berger und Ugo Tognazzi verkörpern
auf sehenswerte Weise zwei allzu menschliche Charaktere,
die aus ihrem goldenen Käfig ausbrechen wollen
und dabei an ihrer eigenen Courage scheitern.
Das MDR FERNSEHEN gratuliert mit dieser Komödie
Senta Berger zum 70. Geburtstag, den sie am 13.
Mai 2011 feierte. Die gebürtige Wienerin, die
mit 17 Jahren am Theater der Josephstadt in Wien
ihren ersten Vertrag erhielt, kann auf eine ungewöhnlich
erfolgreiche und vielseitige Schauspielkarriere
zurückblicken. Obwohl sie immer wieder auf
die Theaterbühne zurückkehrte, gilt ihre
eigentliche Passion dem Film. Mit "Es muss
nicht immer Kaviar sein" kommt 1961 der endgültige
Durchbruch, nach "Das Testament des Dr. Mabuse"
und "Frauenarzt Dr. Sibelius" gehört
sie 1962 zu den meistbeschäftigten deutschsprachigen
Schauspielerinnen.
In dieser Zeit wird auch Hollywood auf sie aufmerksam.
Sie spielt in Filmen wie "Liebe im 3/4 Takt"
(1962), "Die Sieger" (1963) oder im "Schatten
der Giganten" (1965). Doch nach Ablauf des
Fünf-Jahres-Vertrages kehrt sie nach Deutschland
zurück, wo es um die Filmindustrie aber nicht
gut bestellt ist. So arbeitet sie - wie viele andere
deutsche Schauspieler - mehr in Frankreich oder
Italien.
Auf einer zweiten Schiene engagiert sie sich mit
ihrem Ehemann Michael Verhoeven in der gemeinsamen
Produktionsfirma Sentana GmbH. Zu deren Erfolgen
zählen "Wer im Glashaus lebt" (1970),
"Gefundenes Fressen" (1976) und "Die
Weiße Rose" (1982). Mit der Fernsehserie
"Kir Royal" (ab 1984) folgt für Senta
Berger ein weiterer Höhepunkt. Als Freundin
von "Baby Schimmerlos" wird sie zu einer
der beliebtesten TV-Darstellerinnen Deutschlands.
Ein Erfolg, den sie als "Die schnelle Gerdi"
(ab 1989) ausbauen kann. Ab Ende der 1990er-Jahre
profiliert sie sich in einer Reihe von Filmen wie
"Mit fünfzig küssen Männer anders"
(1999) und "Scharf auf Leben" (2000),
in denen sie das positive Bild einer reifen, lebensklugen,
mutigen Frau über 50 zeichnet.
Seit 2002 ist Senta Berger in der erfolgreichen
Krimi-Reihe "Unter Verdacht" zu sehen.
Als Kriminalrätin Eva Prohacek klärt sie
polizeiinterne Korruptionsfälle auf. Schon
für den ersten Fall wurde sie mit dem Adolf-Grimme-Preis
ausgezeichnet. Neben ihrer Schauspielerei - ihr
vorerst letzter Film lief im Frühjahr unter
dem Titel "Satte Farben vor Schwarz" im
Kino - singt sie Chansons und gibt Leseabende. Von
2003 bis 2010 ist sie an der Seite von Günter
Rohrbach die erste Präsidentin der Deutschen
Filmakademie.
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