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In Frankreich gärt 1787 bereits die Revolution.
Die Adligen ahnen noch nicht, dass ihre Zeit ausgelaufen
ist, zu sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt.
Zwei Schüsse zerreißen die Stille, und
ein Günstling des Königs sinkt tot zu
Boden. Jean-François de la Plaine behält
nach diesem verbotenen Duell zwar Leben und Ehre,
doch der an Luxus und Gesellschaftsleben gewohnte
Aristokrat muss in die Verbannung. Der musikliebende
Mann mit der gepuderten Perücke verbringt seine
Mußestunden fortan im entlegenen Cap St. Louis
an der Westküste Afrikas, wo er am Ufer eines
launischen Flusses als entbehrlicher Gouverneur
einem Handelsposten vorsteht.
De la Plaine ist nun Herrscher über Wilde,
Langweiler und Sklavenhändler. Wie soll der
hochwohlgeborene Herr nur die Zeit ausfüllen,
die hier zäh wie Blei verrinnt? Hier, wo seine
farbigen Sklavendiener zu tölpelig sind, um
im Takt die verstaubte Stube auszufegen? Immerhin
gewinnt der freigeistige Commandant de Blanet das
Vertrauen und die Sympathie des Verbannten. Und
auch die schöne Mulattin Anne Brisseau, die
durch den Sklavenhandel reich wurde, erweist sich
bald als Ersatz für die in Frankreich zurückgebliebene
Geliebte Louise de Saint-Agnan.
Im fünften Jahr verblasst allmählich das
Bild der Heimat. Und als de la Plaine, vom Zauber
Afrikas immer mehr angetan, sich in die junge Sklavin
Amélie verliebt, sie zunächst als seine
Tochter erzieht und dann zur Frau nimmt, beginnt
der privilegierte Adlige zumindest zu ahnen, was
"Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit"
bedeuten ...
"Launen eines Flusses - Exil in Afrika"
ist eine intelligente Mischung aus Historiendrama
und Abenteuerfilm. Der vorwiegend in Frankreich
bekannte Schauspieler Bernard Giraudeau hat sich
das elegant inszenierte und opulent ausgestattete
Sittengemälde selbst auf den Leib geschrieben.
Der in warmen Ockertönen gehaltene, elegische
Film zeichnet die Weltsicht eines Adligen nach,
der im Exil auf seine ganz persönliche Weise
eine Ahnung von neuen Werten bekommt.
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