Die Außenseiterbande

Französischer Spielfilm von 1964
Regie Jean-Luc Godard
Drehbuch Jean-Luc Godard, nach dem Roman "Fools' Gold" von Dolores Hitchens
Musik Michel Legrand
Kamera Raoul Coutard
Darsteller Odile - Anna Karina
Frantz - Sami Frey
Arthur - Claude Brasseur
Madame Seghers - Louisa Colpeyn
Arthurs Tante - Chantal Darget
Englischlehrerin - Danièle Girard
und andere

Die junge Dänin Odile lebt als Au-pair-Mädchen in der heruntergekommenen Villa von Madame Seghers in einem Pariser Vorort. Dort hat sie in einem Wandschrank einen unverschlossenen Koffer voll mit 1.000-Franc-Scheinen entdeckt. In ihrer Naivität erzählt sie zwei jungen Burschen davon, die sie in der Sprachschule kennenlernt. Arthur und Frantz - so heißen die beiden - sind ein seltsames Gespann. Ohne Familie aufgewachsen und schon früh auf die schiefe Bahn geraten, hat Arthur seine Vorstellungen vom Leben weitgehend aus Gangsterfilmen und Kriminalromanen bezogen. Seine Pläne sind dementsprechend: Er möchte nach Amerika gehen und dort Karriere in der Unterwelt machen. Dazu braucht er natürlich Geld, genauso wie Frantz, der von einer ruhmreichen Laufbahn als Rennfahrer träumt.

Odiles Erzählung von dem Vermögen im Wandschrank erscheint den beiden daher wie ein Wink des Schicksals, ihre Chance wahrzunehmen. Gewissen Hinweisen des Mädchens glauben sie entnehmen zu können, dass das viele Geld entweder ebenfalls gestohlen worden ist oder irgendwelchen dunklen Spionagezwecken dient. Aus diesem Grunde, so folgern sie, wird Madame Seghers sich hüten, bei einem Einbruch in die Villa Anzeige zu erstatten, sie gehen also bei ihrem geplanten Coup kein allzu großes Risiko ein. Bei ihren Vorbereitungen versäumen sie kein Detail, das in einschlägigen Krimis für solche Fälle vorgesehen ist. Leider verläuft das Unternehmen weniger glatt, als Arthur und Frantz sich das vorgestellt haben. Die Dame des Hauses, die sich störend bemerkbar macht, wird zwar nach bewährter Gangstermanier gefesselt, geknebelt und in einen Schrank verfrachtet, aber damit beginnt eine Kettenreaktion peinlicher Pannen.

Der Meinungsstreit um den französischen Regisseur Jean-Luc Godard hat nie aufgehört. Entweder ist man Godard-Anhänger oder Godard-Verächter. "Die Außenseiterbande" ist demgegenüber ein Film, auf den sich beide Parteien zu einigen vermochten, weil er klarer als andere Godard-Filme, weniger redselig und schon gar nicht ideologisch umstritten ist. Stil und Intentionen des viel diskutierten Regisseurs lassen sich hier besonders deutlich erkennen.
   

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