Wenn die Sonne nicht wiederkäme

Spielfilm Schweiz/Frankreich 1987
Regie Claude Goretta
Drehbuch Claude Goretta, nach einem Roman von Charles Ferdinand Ramuz
Musik Antoine Auberson
Kamera Bernard Zitzermann
Darsteller Anzevui - Charles Vanel
Isabelle Antide - Catherine Mouchet
Arlettaz - Philippe Léotard
Denis Revaz - Raoul Billerey
Follonier - Claude Evrard
Maurice Tissières - Fred Ulysse
Cyprien Metrailler - Jacques Mathou
Martin Metrailler - Julien Verdier
Brigitte - Madeleine Marie
Mere Antide - Dominique Marcas
und andere

In ein kleines Walliser Bergdorf am Ende eines tiefen, abgeschiedenen Tals dringt während der langen Wintermonate kein einziger Lichtstrahl. Erst am 13. April jeden Jahres steigt die Sonne wieder über die hohen Berggipfel. Bis dahin leben die von der Umwelt abgeschnittenen Dorfbewohner in einem nebligen Zwielicht, das sich wie Mehltau auf das Gemüt der Bergbauern legt. Der angesehene Kräutersammler Anzevui verkündet den Bewohnern dieses Dorfes zum Ausgang des Winters 1937, dass die Sonne nie wieder scheinen werde.

Obwohl niemand so recht daran glauben mag, erzeugt die düstere Vorhersage doch eine beklommene Stimmung unter der Bevölkerung. Arlettaz, dessen Tochter vor Jahren davongelaufen ist, verkauft all seine Felder und ertränkt seinen Kummer im Alkohol. Der opportunistische Follonier nimmt die günstige Gelegenheit wahr und erwirbt das Land zum halben Preis. Einige der Jüngeren schließen sich zusammen, um dem Propheten Anzevui einen Streich zu spielen. Doch als ein junges Mädchen aus dem Dorf sich als Geist verkleidet und in Anzevuis Zimmer blickt, erschrickt sie selbst zu Tode: Sie sieht den alten Mann durchs Zimmer schweben.

Die unterschwellige Angst unter den Dorfbewohnern nimmt zu. Allein die junge Isabelle, die sich von ihrem Mann Augustin sehnlichst ein Kind wünscht, lässt sich von dieser Weltuntergangsstimmung nicht anstecken. Als der 13. April naht, versammelt sie die mutigsten Männer des Dorfes um sich, um gemeinsam mit ihnen auf den höchsten Berg zu steigen und dort die Sonne zu begrüßen ...

"Wenn die Sonne nicht wiederkäme" ist ein ungewöhnlicher Heimatfilm des renommierten Schweizer Filmemachers Claude Goretta. Meditativ-poetische Bilder aus der kleinen, abgeschlossenen Welt eines Schweizer Bergdorfes ziehen den Zuschauer in ihren Bann. Am Ende einer behutsam vorangetriebenen Erzählung gipfelt die ersehnte Wiederkehr der Sonne in einem erhabenen Augenblick, dessen visuelle Schönheit lange nachwirkt.
   

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