Mrs. Dalloway

Spielfilm aus Großbritannien und den Niederlanden von 1997
Regie Marleen Gorris
Drehbuch Eileen Atkins, nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf
Musik Ilona Sekacz
Kamera Sue Gibson
Darsteller Clarissa Dalloway - Vanessa Redgrave
Clarissa (jung) - Natascha McElhone
Septimus Warren Smith - Rupert Graves
Peter Walsh - Michael Kitchen
Peter Walsh (jung) - Alan Cox
Sally Seton (jung) - Lena Headey
Rezia Warren Smith - Amelia Bullmore
Lady Rosseter (Sally Seton) - Sarah Badel
Hugh Whitebread - Oliver Ford Davies
Elizabeth Dalloway - Katie Carr
und andere

Clarissa Dalloway ist eine Upperclass-Lady im London der 20er Jahre, bekannt für ihre stilvollen Partys, auf denen sich die Gesellschaft gerne trifft. Sie ist glücklich verheiratet und führt ein unbeschwertes, sorgenfreies Leben. So scheint es zumindest. Während der Vorbereitungen zu einer ihrer Partys erhält Clarissa unverhofft Besuch von ihrem einstigen Liebhaber Peter Walsh, mit dem die Bilder der Vergangenheit plötzlich wieder lebendig vor ihr stehen.

30 Jahre ist es her, dass Peter sie bedrängte, seine Frau zu werden. Doch da in seiner überschwänglichen Liebe kein Platz für ihre eigene Entfaltung blieb, hat sie ihn zu Gunsten des langweiligen und grundsoliden Richard Dalloway verschmäht. Auch die Erinnerung an eine andere mögliche Liebe zu ihrer damaligen Freundin Sally Seton wird wieder wach. Während Clarissa in den Bildern einer heiteren, fast ungetrübten Jugend schwelgt, irrt der junge Kriegsheimkehrer Septimus Warren Smith verzweifelt und mit wirrem Blick durch Londons Straßen. Er wird das Bild nicht los, wie sein bester Freund vor seinen Augen von einer Granate zerfetzt wurde. Seither glaubt Septimus, verfolgt zu werden - insbesondere von seinem unsensiblen Arzt William Bradshaw.

Um ihm zu entkommen, stürzt Septimus sich in den Tod. Durch diesen Selbstmord ist die Eitelkeit des Arztes gekränkt, der Clarissa am Abend der Party diesen unangenehmen Zwischenfall als Grund seiner Verspätung nennt. Clarissas Gedanken heften sich an den Selbstmörder, der im Tod ewig jung bleiben wird, während in ihr versteckte Zweifel aufkeimen, ob sie mit der Wahl ihres Gatten den richtigen Weg gegangen ist.

Die niederländische Regisseurin Marleen Gorris, für ihren vorangegangenen Film "Antonias Welt" als erste Frau mit einem "Oscar" für den "besten ausländischen Film" ausgezeichnet, ist mit "Mrs. Dalloway" eine beeindruckende und überaus stimmungsvolle Literaturverfilmung gelungen. Marleen Gorris verfilmte hier den 1925 erschienenen gleichnamigen Roman der britischen Kultautorin der literarischen Avantgarde ihrer Generation, der inzwischen zur Klassikerin avancierten Virginia Woolf (1882-1941). Ihr gelang eine "psychologisch differenzierte Literaturverfilmung, in der Gefühle, Stimmungen und verdrängte Sehnsüchte im Vordergrund stehen" (Zoom 9/97). "Mit großer Liebe zu ihren Figuren zeigt die Filmemacherin, wie es tief drinnen in ihnen aussieht, ohne je voyeuristisch zu werden. Und sie gestaltet sich und uns durchaus eine angenehme Prise Romantik" (Frauke Hanck). In der Titelrolle gibt Vanessa Redgrave ("Blow Up", "Wiedersehen in Howards End") das lebendige Porträt einer starken Frau, die stets nach der Vernunft lebte und nun von verdrängten Gefühlen heimgesucht wird.
   

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