Das Phantom von Soho

Spielfilm Deutschland 1963
Regie Franz Josef Gottlieb
Drehbuch Ladislas Fodor, nach einem Roman von Bryan Edgar Wallace
Musik Martin Böttcher
Kamera Richard Angst
Darsteller Chefinspektor Hugh Patton - Dieter Borsche
Clarinda Smith - Barbara Rütting
Sir Phillip - Hans Söhnker
Joanna Filiati - Elisabeth Flickenschildt
Sergeant Hallam - Peter Vogel
Corinna Smith - Helga Sommerfeld
Dr. Dalmer - Werner Peters
Lord Malhouse - Hans Nielsen
Gilyard - Stanislav Ledinek
Wilhelm Grover, "Leberfleck" - Otto Waldis
u.a.

Es singt: Tanja Berg

Im berühmt-berüchtigten Londoner Stadtteil Soho treibt ein mysteriöser Mörder sein Unwesen. Immer wieder findet die Polizei neue Opfer, denen der Killer mit einem Dolch das Herz durchbohrt hat. Dem erfahrenen Inspektor Patton von Scotland Yard ist der Fall ein Rätsel: Nichts scheint die Opfer miteinander zu verbinden. Und wieso hinterlässt der Täter bei jedem Toten einen Umschlag mit Geld? Für die Polizei beginnt eine fieberhafte Suche nach weiteren Hinweisen - doch immer wenn Patton und sein Assistent Hallam glauben, dem Mörder auf der Spur zu sein, schlägt ihnen das Phantom ein Schnippchen. Zusätzlich erschwert werden die Ermittlungen durch die Einmischungen von Pattons Chef Sir Phillip und der Krimi-Autorin Clarinda Smith, die auffallendes Interesse an dem Fall zeigt und versucht, den Killer auf eigene Faust zu überführen. Dann aber stößt der Inspektor auf eine heiße Fährte: Es stellt sich heraus, dass sämtliche Opfer entweder zur Crew oder zu den Gästen einer mondänen Luxusjacht gehörten, die Jahre zuvor unter mysteriösen Umständen sank - ein Unglück, von dem vor allem der Eigner des Boots, Lord Malhouse, profitierte, da er eine hohe Versicherungssumme kassieren konnte. Aber auch er fällt kurz darauf dem Phantom zum Opfer. Nun beginnt Patton, alle verbliebenen Überlebenden der Unglücksjacht beschatten zu lassen. Jeder könnte der Mörder sein - oder das nächste Opfer! Als die verdächtige Stripteasebar-Betreiberin Joanna und der halbseidene Arzt Dr. Dalmer versuchen, England zu verlassen, schlägt das Phantom erneut zu. Diesmal aber gelingt es Patton, den Mörder zu stellen - als der Inspektor endlich die Identität des Phantoms lüftet, kommt es zu einer überraschenden Enthüllung.

Nach einem Original-Filmstoff von Bryan Edgar Wallace, Sohn der Krimi-Legende Edgar Wallace, inszenierte Erfolgsregisseur Franz Josef Gottlieb diesen deutschen Thriller. In der Wallace-typischen Mischung aus geheimnisvollen Charakteren und atmosphärischen Schauplätzen legt der Film seine falschen Fährten. In der Hauptrolle glänzt Dieter Borsche als scharfsinniger Inspektor. An seiner Seite spielt neben Barbara Rütting, Peter Vogel und Elisabeth Flickenschildt Hans Söhnker. An ihn will das MDR FERNSEHEN anlässlich seines Todestages am 20. April 2011 besonders erinnern. Mit dem "Zarewitsch" hatte 1933 seine Zelluloid-Karriere begonnen. Im gleichen Jahr folgte das "Schwarzwaldmädel", 1934 die "Czardasfürstin" - Söhnker hatte es geschafft. "Mit seiner Wurstigkeit, mit der frechen, fast ruppigen Behandlung seiner Partnerinnen machte er Eindruck - oder spätestens doch dann, wenn sich hinter der Macho-Fassade ein anständiger Kumpel und verlässlicher Partner zeigte." (Cinema Star-Lexikon) Nach dem Krieg spielte er zunächst wieder Theater in Berlin bei seinem Freund Boleslaw Barlog, wurde dann aber in den Komödien und Melodramen des Wirtschaftswunders ein beliebter, attraktiver Herr mit grauen Schläfen. Als seine Karriere zusammen mit "Papas Kino" zu Ende ging, entdeckte das Fernsehen seine sympathische Ausstrahlung: als Vaterfigur in den Familienserien "Forellenhof" (1965) und "Salto mortale" (1968). Hans Söhnker trat auch als charmanter Plauderer zu den verschiedensten Anlässen als Conferencier und Moderator auf und hatte auch als Sänger einen Namen. 1974 erschien seine Autobiografie unter dem Titel "... und kein Tag zu viel".
   

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