Der Sträfling und die Witwe

Französisch-italienischer Spielfilm von 1971
Regie Pierre Granier-Deferre
Drehbuch Pierre Granier-Deferre und Pascal Jardin, nach dem Roman "La veuve Couderc" von Georges Simenon
Musik Philippe Sarde
Kamera Walter Wottitz
Darsteller Tati Couderc - Simone Signoret
Jean Lavigne - Alain Delon
Félicie - Ottavia Piccolo
Henri - Jean Tissier
Francoise - Monique Chaumette
Désiré - Boby Lapointe
Kommissar Mallet - Pierre Collet
Polizist - André Rouyer
Inspektor - Jean-Pierre Castaldi
Präfekt - Robert Favart
Colonel - Francois Valorbe
u. a.

Der aus dem Zuchthaus geflohene Jean Lavigne findet bei der Witwe Couderc Arbeit und Unterkunft. Zwischen dem mit gefälschten Papieren versehenen Sträfling und der im Dorf angefeindeten Fünfzigerin bahnt sich ein enges Verhältnis an. Die Familienangehörigen des verstorbenen Couderc sehen in seiner Witwe eine verhasste Angeheiratete, missgönnen ihr den ererbten Besitz.

Als Jean Coudercs geistig zurückgebliebene Nichte zu seiner Geliebten macht, kommt es zwischen ihm und seiner eifersüchtigen Brotherrin zu Spannungen. Die Geschehnisse spitzen sich dramatisch zu, als Gerüchte über Jeans Herkunft und Vergangenheit im Dorf durchsickern. Schließlich kommt es zu einer großen Polizeiaktion, in deren Verlauf Jean gestellt und bei dem Versuch, Widerstand zu leisten, erschossen wird.

Pierre Granier-Deferre verfilmte einen der zahllosen Romane von Georges Simenon, der heute vor 15 Jahren verstorben ist. Die psychologische Charakterisierung gesellschaftlicher Außenseiter und die Konfrontation zweier starker, gegensätzlicher Figuren sind typische Simenon-Themen, die sich auch in "Die Katze" (1970) und "Nur ein Hauch von Glück" (1973) finden - beide ebenfalls inszeniert von Granier-Deferre. Dem hervorragenden Darstellerpaar Simone Signoret und Alain Delon gelingt es mit großer Intensität, die Simenonsche Intention umzusetzen.
   

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