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Es ist rund 20 Jahre her, dass die Akrobatin Clémence
die Welt des Zirkus aufgab, um den Buchdrucker Julien
zu heiraten. Es war die große Liebe. Inzwischen
ist Julien sechzig geworden, Clémence fünfzig.
Nicht nur das Viertel, in dem sie leben, hat sich
in dieser Zeit verändert. So hässlich,
wie es um sie herum aussieht, geht es auch in ihrer
Ehe zu.
Julien spricht kaum noch mit seiner Frau, er geht
seine eigenen Wege. Zärtlich ist er nur zu
seiner zugelaufenen Katze. Clémence hasst
das Tier dafür, denn sie liebt Julien immer
noch, auch wenn es sie Überwindung kostet,
ihm das zu sagen. Er jedoch lässt sie fühlen,
dass sie ihm nichts mehr bedeutet.
Mitunter geht er zu der jüngeren Nelly. Und
die Katze, die pflegt und hätschelt er. Nach
einer der üblichen, hässlichen Streitereien
erschießt die verzweifelte Clémence
das Tier. Julien verlässt daraufhin das Haus
und zieht zu Nelly. Es soll der endgültige
Bruch sein, aber Julien hält nicht lange durch.
Selbst sein Hass bindet ihn irgendwie an Clémence
und so kehrt er zu ihr zurück. Sprechen werde
er allerdings nie wieder mit ihr, droht er.
"Die Katze", der dritte Beitrag in der
vierteiligen Hommage anlässlich des 100. Geburtstags
von Jean Gabin (1904 - 1976) im MDR FERNSEHEN, entstand
nach einem Roman von Georges Simenon. Wie auch in
seinen weltberühmten Kriminalromanen (dessen
bekannteste Schöpfung Kommissar Maigret Gabin
mehrfach spielte), zeichnet sich "Die Katze"
durch eine "detaillierte Skizzierung der Charaktere
und des sie umgebenden Milieus" (Cinema Filmlexikon)
aus, die von Pierre Granier-Defferes Regie exzellent
umgesetzt wurde.
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