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Gerade als der Zug die französisch-italienische
Grenze passiert, zeugt Stourley Kracklite mit seiner
Frau Louisa ein Kind. Sie wird sich an ihrer Schwangerschaft
freuen, er wird sie nicht wirklich wahrnehmen, obwohl
er sich in den sieben Jahren ihrer Ehe immer ein
Kind wünschte. Dabei erfüllt sich mit
der Ankunft in Rom ein Lebenstraum des amerikanischen
Architekten. Ausgerechnet er darf eine Ausstellung
über Etienne-Louis Boullée, einen französischen
Architekten des 18. Jahrhunderts, organisieren.
Mit seinen visionären Entwürfen inspirierte
Boullée Architekten weltweit. Weil die Entwürfe
nicht zu realisieren waren, blieb Boullée
allerdings weitgehend unbekannt. Kracklite aber
bewunderte ihn seit seiner Kindheit. Nun wird er
sein Vorbild und Idol öffentlich ehren können.
Dafür stehen Kracklite neun Monate Zeit, eine
Million Dollar und - zum ersten Mal für eine
Ausstellung - Räume im Nationaldenkmal für
Viktor Emanuel II. in Rom zur Verfügung. Die
italienischen Kollegen und Mäzene der Ausstellung
bereiten den Kracklites mit einem Dinner vor dem
Pantheon einen opulenten Empfang, und es ist Stourleys
54. Geburtstag. Damit sei er zu alt für seine
Frau, befindet der junge Italiener Frederico.
Caspasian Speckler, ein junger italienischer Architekt,
der verantwortlich für die finanzielle Kontrolle
der Ausstellung ist, meint, dass sie ein romantisches
Erlebnis sucht. Er kümmert sich intensiv um
Louisa, ohne dass Kracklite es am Anfang besonders
beachtet. Dafür spürt er aber bereits
am ersten Abend in Rom Schmerzen im Bauch. An die
ärztliche Diagnose "Verdauungsstörung"
glaubt Kracklite von Anfang an nicht. Als ihm jedes
Essen zur Qual wird, jede ihm genüsslich zugetragene
Geschichte über die Krankheiten römischer
Kaiser, jeder Anblick ihrer Abbildungen seine Ängste
steigern, vernachlässigt er seine Frau und
seine Arbeit an dem Projekt, das er so besessen
begann. Von nun an beherrschen die Gedanken an das,
was da in seinem Bauch Schmerzen verursacht, sein
Leben. Dennoch will er die geplante Ausstellung
im Wettlauf mit der Krankheit unbedingt vollenden.
Angewidert, aber unfähig einzugreifen, muss
Kracklite jedoch mit ansehen, wie ihm sein intriganter
Konkurrent Caspasian Speckler seine Frau, sein Kind
und schließlich die Leitung der Ausstellung
abjagt. Als ein Arzt ihm seinen Tod an Magenkrebs
für den Spätfrühling ankündigt,
ist Kracklite am Ende. Die Ausstellungseröffnung
am 12. Februar, Boullées Geburtstag, wählt
er zu seinem Todestag.
Regisseur und Drehbuchautor Peter Greenaway ist
bekannt dafür, die bevorzugten Themen seiner
Filme wie Kunst, Sex, Gewalt und Tod stets exzellent
auf seine ihm eigene Weise visualisieren zu können.
Mit dem Blick des Malers, als der er ausgebildet
ist, kam ihm für seine Geschichte vom "Bauch
des Architekten" erstmals die Idee, eine Stadt,
ihre Architektur, ihre persönliche Sprache
einzubinden und die eindrucksvollen Bilder der imposanten
Bauwerke Roms nicht lediglich als optisches Beiwerk
auszustellen. Anders als in seinen früheren
Werken, ging Greenaway hier auch mit dem Thema Tod
um. In dem bärenhaften Brian Dennehy fand er
einen Hauptdarsteller, der beeindruckend den körperlichen
und seelischen Verfall eines Mannes nachvollziehbar
macht und die Phasen von Wut, Schmerz und Entsetzen
über den nahen Tod miterleben lässt.
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