Ein lasterhaftes Pärchen

Deutscher Spielfilm von 2000
Regie Wolf Gremm
Drehbuch Wolf Gremm
Musik Konstantin Wecker
Kamera Eberhard Geick
Darsteller Hubert Mühlmann - Harald Juhnke
Käthe Mühlmann - Brigitte Mira
Christine Seyler - Julia Biedermann
Stefan Seyler - Helmut Berger
Frank Morawek - Konstantin Wecker
Wilhelm - Günter Pfitzmann
Babsi - Uli Haase
Arabella - Helen Vita
Brigitte - Evelyn Künneke
Taxifahrer - Axel Schulz
und andere

Die liebenswürdige Käthe lebt seit zehn Jahren als Witwe und muss hilflos mit ansehen, wie ihre über alles geliebte Enkelin Christine von ihrem lasterhaften Ehemann nach Strich und Faden ausgenutzt und betrogen wird. Als Käthes verstorbener Mann Hubert ihren Schmerz erhört und aus dem Jenseits zurückkehrt, hecken die beiden einen teuflisch geschickten Plan aus, um Christine aus den Klauen ihres untreuen Ehemannes zu befreien.

In der romantischen Kriminalkomödie sind Brigitte Mira und Harald Juhnke das "lasterhafte Pärchen" in bester Spiellaune - ebenso Günther Pfitzmann und das weitere Star-Aufgebot: Konstantin Wecker, Axel Schulz, Christine Neubauer, Evelyn Künneke, Helen Vita ... Wie selten einem anderen Schauspieler ist Harald Juhnke stets das Kunststück gelungen, in ernsten und komischen Rollen gleichermaßen zu brillieren. Das stellt er mit seinem Hubert Mühlmann erneut unter Beweis.

Ein wenig verschroben ist die Witwe Käthe Mühlmann schon. Täglich vertraut sie ihre Sorgen dem Foto ihres Mannes Hubert an, der zwar schon zehn Jahre tot ist, ihr aber trotzdem näher steht als ihre beiden Freundinnen Arabella und Brigitte. Grund zur Sorge hat Käthe in der Tat. Ihre über alles geliebte Enkeltochter Christine hat ihr Herz an den dubiosen Stefan Seyler verloren, der sie nach Strich und Faden betrügt. Außerdem hat Seyler aus ihrem Traditions-Café einen zwielichtigen Nachtklub gemacht. Als Käthe beschließt, diesen Seyler zu beseitigen, geschieht ein Wunder. Hubert kehrt aus dem Jenseits zurück, um ihr bei diesem heiklen Plan zur Seite zu stehen. Schließlich war Hubert früher Hauptkommissar. Mit seinem Spürsinn hecken die beiden einen perfekten Plan aus. Dabei soll ihnen Wilhelm helfen, ein pensionierter Kriminalbeamter, der einst Huberts Untergebener war. Eine zentrale Rolle in Käthes und Huberts Plan spielt Frank Morawek, der ein Motiv hat, seinen Chef Seyler aus dem Weg zu räumen: Er ist in dessen Frau Christine verliebt. Doch als Käthe und Hubert ihren todsicheren Plan in die Tat umsetzen, kommt alles ganz anders ...

In der romantischen Kriminalkomödie sind Brigitte Mira und Harald Juhnke das "lasterhafte Pärchen" in bester Spiellaune. Beide gehörten zu Deutschlands großen Volksschauspielern, beide waren zugleich auch beeindruckende Charakterdarsteller. Brigitte Mira wäre am 20. April 2010 100 Jahre alt geworden, Harald Juhnkes Todestag am 1. April jährte sich 2010 zum fünften Mal.

Brigitte Mira begann im Alter von acht Jahren mit einer Gesangs- und Ballettausbildung, mit 16 Jahren debütierte sie als Operettensängerin, mit 20 spielte sie Theater. Nach dem Krieg wurde Berlin ihre künstlerische Heimat. Sie sang an der Komischen Oper, spielte Theater und Kabarett, war in vielen Filmen für Nebenrollen engagiert - als Haushälterin, Tante, Mutti. Rainer Werner Fassbinder, der geniale Regisseur, machte Brigitte Mira mit 63 Jahren zum Star- sie spielte die Hauptrolle in seinem Film "Angst essen Seele auf" (1973). Dafür bekam sie das Filmband in Gold. Den nächsten großen und anhaltenden Publikumserfolg hatte sie ab 1978 als Oma Färber in der Serie "Drei Damen vom Grill" und sie spielte weiter bei Fassbinder, u.a. in "Berlin Alexanderplatz" (1980) und "Lili Marlen" (1980). Nach Fassbinders Tod 1982 ging ihre Karriere weiter. Sie konzentrierte sich aufs Fernsehen, spielte Theater, ging noch Ende der 1990er Jahren mit Evelyn Künneke und Helen Vita auf Chanson-Tournee mit dem selbstironischen Titel "Die alten Schachteln" und wurde zum beliebten Talkshowgast. "Ein lasterhaftes Pärchen" war einer ihrer letzten Filme, mittlerweile war die Schauspielerin 90 Jahr alt. Sie starb am 8. März 2005 mit 94 Jahren.

   

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