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Deutschland 1931. Fabian ist Anfang 30 und arbeitet
in einer Berliner Werbeagentur. Dort ist er als
Texter für eine Zigarettenreklame zuständig.
Karriere und Geld sind ihm jedoch ziemlich egal.
Er widmet sich lieber den schönen Seiten des
Lebens, verbringt die Nächte mit seinem besten
Freund - dem aus wohlhabender Familie stammenden
Literaturwissenschaftler Labude - in den Bars und
Kneipen der Stadt und vergnügt sich mit wechselnden
Frauenbekanntschaften. Obwohl der scharfsinnige
Fabian die Verlogenheit des bürgerlichen Lebens
durchaus durchschaut und das gesellschaftspolitische
Geschehen in seinen Gesprächen mit Labude ironisch-sozialkritisch
kommentiert, scheinen ihn Politik und der drohende
Nationalsozialismus nur wenig zu berühren.
Fabian bleibt ein passiver Beobachter, der auf den
"Sieg des Guten" und den "Triumph
des Anstands" wartet. Eines Tages lernt er
die Jurastudentin Cornelia kennen, in die er sich
unsterblich verliebt. Als er kurz darauf überraschend
seinen Job verliert, gerät sein Leben zusehends
aus den Fugen. Er gibt Cornelia sein letztes Geld,
damit sie sich in angemessener Garderobe einem Produzenten
vorstellen kann, der sie in seinem neuen Film besetzen
will. Am nächsten Tag findet er einen Abschiedsbrief:
Cornelia hat ihn zugunsten ihrer Karriere verlassen.
Kurz darauf erfährt der zutiefst verletzte
Fabian, dass Labude Selbstmord verübt hat,
nachdem seine Habilitationsschrift abgelehnt wurde.
Allein und verlassen kehrt Fabian zu den Eltern
in seine kleine Heimatstadt zurück. Hier trifft
er einen alten Schulfreund wieder, der voll auf
der Linie der Nazis ist. Zunächst will Fabian
einen Job bei der lokalen Zeitung annehmen, deren
Redakteur bezeichnenderweise bereits ein Hitlerbärtchen
trägt, entschließt sich dann jedoch aus
moralischen Gründen dagegen. Am gleichen Tag
sieht er auf einer Brücke einen kleinen Jungen
in den Fluss stürzen. Fabian springt hinterher.
Während das Kind das rettende Ufer erreicht,
taucht Fabian nicht mehr auf - er war Nichtschwimmer.
Mit "Fabian" hat Regisseur Wolf Gremm
eine pointierte Adaption des gleichnamigen Erich-Kästner-Romans
inszeniert. Getragen von hervorragenden Darstellern
ist "Fabian" eine geistreiche Satire auf
deutsche Befindlichkeiten, der es zugleich gelingt,
die Faszination und den Zauber der Kästnerschen
Titelfigur spürbar zu machen. In der Hauptrolle
brilliert Hans Peter Hallwachs. In weiteren Rollen
sind Silvia Janisch und Hermann Lause zu sehen.
"Fabian" schrieb Erich Kästner (gestorben
am 29. Juli 1974), im Jahr 1931. Der Roman gilt
als eines der bedeutendsten Prosawerke der Neuen
Sachlichkeit. Bekannt und berühmt wurde der
1899 in Dresden geborene Journalist, Satiriker und
Schriftsteller vor allem durch seine Kinder- und
Jugendbücher wie "Emil und die Detektive"
(1928), "Pünktchen und Anton" (1930),
"Das fliegende Klassenzimmer" (1932) und
"Das doppelte Lottchen" (1950). Nicht
nur diese wunderbaren Bücher wurden mehrfach
verfilmt, insgesamt gibt es mehr als 40 Filme nach
Kästner, die in verschiedenen Ländern
entstanden sind. Erich Kästner, der ein politischer
Schriftsteller war und dessen Bücher von den
Nazis im Mai 1933 verbrannt wurden, wollte trotz
eines Schreibverbots nicht ins Ausland gehen. Er
lebte in dieser Zeit von den Devisen bringenden
Übersetzungen seiner Bücher im Ausland.
Mit einer Sonderbewilligung schrieb er 1941 unter
Pseudonym das Drehbuch für den Ufa-Jubiläumsfilm
"Münchhausen". Nach dem Krieg setzte
er seine Arbeit fort und wurde zum einflussreichen
Kulturjournalisten, er gründete das Münchner
Kabarett "Die kleine Freiheit" und engagierte
sich politisch. Mitte der 1960er Jahre zog er sich
aus dem Kulturbetrieb zurück, der Anschluss
an die deutsche Nachkriegsliteratur blieb ihm verwehrt.
Die Wiederentdeckung seines literarischen Werkes
begann nach seinem Tod.
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