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1740. Englische Truppen versuchen, den Franzosen
die nordamerikanischen Kolonien abzujagen und verstricken
auch die Indianer in diesen Krieg. Die Engländer
spannen die Delawaren, die Franzosen die Huronen
für ihre Zwecke ein. Auch Chingachgook, ein
Häuptlingssohn der Mohikaner und letzter Überlebender
seines Stammes, der bei einem Massaker vernichtet
wurde, wird in diese Kämpfe hineingezogen.
Er fand bei den Delawaren Unterschlupf und weil
er dem Stammeshäuptling das Leben rettete,
soll er mit dessen Tochter Wahtawah verheiratet
werden.
Dem kommen aber die Huronen zuvor, die die Braut
rauben. Chingachgook will Wahtawah zusammen mit
seinem Freund Wildtöter, einem jungen englischen
Siedler, befreien. Wildtöter ist Philanthrop
und Humanist, während sich der Jäger Harry
Hurry und der Siedler Tom Hutter, der sich mit einer
schwimmenden Blockhütte inmitten eines malerischen
Bergsees eine Art Festung geschaffen hat, nur für
Skalpprämien interessieren: "Weiber und
Kinder, große und kleine Schöpfe - die
Kolonie zahlt". Diese Sucht führt in die
Katastrophe: Denn gerade als Chingachgook Wahtawah
aus dem Huronenlager befreien will, werden Hurry
und Hutter dingfest gemacht.
Wildtöter und Chingachgook, die in mehreren
überraschenden Situationen zu retten versuchen,
was zu retten ist, stehen am Ende vor den Trümmern
ihrer Mühe. Beschwörend plädiert
Chingachgook für die Einheit der Indianer:
"Zu viel Blut ist schon geflossen durch die
Zwietracht der roten Männer!" Doch erst
im Sterben fleht der Huronenhäuptling, der
Rat der Alten "möge Frieden schließen
mit allen Stämmen". Da haben die englischen
Truppen bereits zu jenem Massaker angesetzt, das
die Huronen auslöschen soll. Chingachgook,
Wahtawah und Wildtöter kehren ins Delawarengebiet
zurück.
"Chingachgook, die Große Schlange"
war der zweite Indianerfilm der DEFA, frei gestaltet
nach dem Roman "Wildtöter" aus der
Reihe der Lederstrumpf-Erzählungen von James
Fenimore Cooper. "Die beste unter den vielen
Cooper-Verfilmungen, auch wenn sie vor lauter Problem-Bewusstsein
den Cooperschen Humor zu kurz kommen lässt",
urteilt Joe Hembus in seinem Westernlexikon. Tatsächlich
wurde für den Film penibel recherchiert, um
die Situation der Indianer möglichst authentisch
darzustellen. In der Hauptrolle glänzt wieder
Gojko Mitic als Häuptlingssohn, ihm zur Seite
steht als junger englischer Siedler nicht weniger
sportlich Rolf Römer.
Schon im ersten DEFA-Indianerfilm "Die Söhne
der Großen Bärin" (1965) spielte
Rolf Römer einen Scout, in "Tecumseh"
(1972) war er mit von der Partie, für diesen
Western sowie für "Tödlicher Irrtum"
(1970) schrieb er auch das Drehbuch. Sein größter
Traum waren diese Indianerfilme nicht, aber mit
zwei seiner wichtigsten Rollen am Beginn seiner
DEFA-Karriere - dem Berliner Autoschlosser Al in
"Jahrgang 45" und dem Erasmus in "Wenn
du groß bist, lieber Adam" fiel er dem
Verbot des 11. ZK-Plenums zum Opfer. Von da an verdingte
er sich als Unterhaltungskünstler hinter der
Kamera. Mit seiner Ehefrau Annekathrin Bürger
in den Hauptrollen drehte er bis Mitte der Siebzigerjahre
Komödien wie "Hostess", "He,
Du!" und "Mit mir nicht, Madam!",
die erotisch angehaucht zum Millionenerfolg wurde.
Wegen seiner kritischen Haltung zur Biermann-Ausbürgerung
1976 wurde er weitestgehend kaltgestellt und nach
der Wende wollte seine Drehbücher auch niemand
mehr verfilmen. Doch er hatte ein neues Engagement
entdeckt - das für Waisenkinder in Rostow am
Don. Er starb am 15. März 2000 nach einem Unfall
in seinem Garten.
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