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Der 8-jährige Adam lebt mit seinem Vater Sepp
Tember in Dresden, während die Mutter auswärts
studiert. Adam ist ein schlaues Kerlchen, dessen
Wissbegier auch Onkel Konstantin, ein Pfarrer, nach
Kräften fördert. Eines Tages bezahlt Adam
in der Straßenbahn für einen Schwan,
den der Schaffner hinauswerfen will, das Fahrgeld.
Dafür schenkt ihm der Schwan eine scheinbar
gewöhnliche Taschenlampe. Rein zufällig
entdecken Vater und Sohn ihr Geheimnis, als ihre
Haushälterin Frau Sonneberg plötzlich
an die Decke schwebt: Sie hat justament, als der
Strahl der Lampe auf sie gerichtet war, gelogen.
Der Vater, ein Physiker, will die Lampe in seinem
Betrieb in Serie produzieren. Doch ehe es dazu kommt,
merken nicht nur die Lampenbesitzer, dass sie nur
Unheil anrichtet - Liebende streiten sich, der Direktor
wird weggelobt, der Minister ist frustriert. Man
will die Lampe loswerden, denn all zu viel Wahrheit
ist ein zweifelhaftes Vergnügen.
Eine märchenhafte, ironische Parabel über
den schwierigen Umgang mit der Wahrheit, von Egon
Günther 1965 gedreht, doch nicht fertiggestellt.
Der Film fiel wie elf weitere jenem 11. Plenum des
Zentralkomitees der SED zum Opfer, in dem den Filmemachern
vorgeworfen wurde, "pessimistisch" und
"skeptizistisch" zu sein. Als Egon Günther
das Filmmaterial 1989 aus dem Archiv holen konnte,
stellte er fest, dass in mehreren Szenen wichtige
Dialogteile auf den Tonbändern fehlten. Sie
waren unauffindbar. So setzte er an diesen Stellen
Inserts mit dem jeweils im Drehbuch stehenden Text
ein. Der Film konnte so 1990 erstmals aufgeführt
werden. In einer Nebenrolle (Straßenverkäufer)
agiert Hans-Joachim Preil, der am 26. Juni 80 Jahre
alt geworden wäre. Als Komikerduo waren Herricht
& Preil in der DDR unschlagbar. In ihren Sketchen
gingen die beiden nicht gerade zimperlich mit den
Zuständen im Lande um, wobei Naivling Herricht
den belehrenden und allwissenden Preil ständig
zur Verzweiflung brachte. Kennen gelernt hatten
sie sich Anfang der Fünfzigerjahre, als Schauspieler
Herricht dem Oberspielleiter Preil in Bernburg vorsprechen
sollte. Von da an waren sie ein Paar und jeder ihrer
126 Sketche - alle aus Preils Feder - wurden ein
Renner. Nach dem frühen Tod seines Partners
1981 trat Hans-Joachim Preil nicht mehr als Komiker
auf. Sowieso mehr der Mann im Hintergrund, schrieb
er nun Bücher, weitere Bühnenstücke,
inszenierte Shows für den Berliner Friedrichstadtpalast.
Mit ihm starb am 2. November 1999 nach Rolf Herricht
und Eberhard Cohrs der letzte der großen Komiker
der DDR.
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