Wenn du groß bist, lieber Adam

Spielfilm aus der DDR von 1965
Regie Egon Günther
Drehbuch Helga Schütz und Egon Günther
Musik Wilhelm Neef
Kamera Helmut Grewald
Darsteller Adam Tember - Stephan Jahnke
Sepp Tember - Gerry Wolff
Pfarrer Konstantin - Manfred Krug
Caroline - Daisy Granados
Erasmus - Rolf Römer
Direktor Ehrenfried Hohmann - Wolfgang Greese
Direktor Max Eisenreich - Hanns Anselm Perten
Genosse Simon, der Minister - Günther Simon
Die Braut von Konstantin - Marita Böhme
Der Straßenverkäufer - Hans-Joachim Preil
und andere

Der 8-jährige Adam lebt mit seinem Vater Sepp Tember in Dresden, während die Mutter auswärts studiert. Adam ist ein schlaues Kerlchen, dessen Wissbegier auch Onkel Konstantin, ein Pfarrer, nach Kräften fördert. Eines Tages bezahlt Adam in der Straßenbahn für einen Schwan, den der Schaffner hinauswerfen will, das Fahrgeld. Dafür schenkt ihm der Schwan eine scheinbar gewöhnliche Taschenlampe. Rein zufällig entdecken Vater und Sohn ihr Geheimnis, als ihre Haushälterin Frau Sonneberg plötzlich an die Decke schwebt: Sie hat justament, als der Strahl der Lampe auf sie gerichtet war, gelogen. Der Vater, ein Physiker, will die Lampe in seinem Betrieb in Serie produzieren. Doch ehe es dazu kommt, merken nicht nur die Lampenbesitzer, dass sie nur Unheil anrichtet - Liebende streiten sich, der Direktor wird weggelobt, der Minister ist frustriert. Man will die Lampe loswerden, denn all zu viel Wahrheit ist ein zweifelhaftes Vergnügen.

Eine märchenhafte, ironische Parabel über den schwierigen Umgang mit der Wahrheit, von Egon Günther 1965 gedreht, doch nicht fertiggestellt. Der Film fiel wie elf weitere jenem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED zum Opfer, in dem den Filmemachern vorgeworfen wurde, "pessimistisch" und "skeptizistisch" zu sein. Als Egon Günther das Filmmaterial 1989 aus dem Archiv holen konnte, stellte er fest, dass in mehreren Szenen wichtige Dialogteile auf den Tonbändern fehlten. Sie waren unauffindbar. So setzte er an diesen Stellen Inserts mit dem jeweils im Drehbuch stehenden Text ein. Der Film konnte so 1990 erstmals aufgeführt werden. In einer Nebenrolle (Straßenverkäufer) agiert Hans-Joachim Preil, der am 26. Juni 80 Jahre alt geworden wäre. Als Komikerduo waren Herricht & Preil in der DDR unschlagbar. In ihren Sketchen gingen die beiden nicht gerade zimperlich mit den Zuständen im Lande um, wobei Naivling Herricht den belehrenden und allwissenden Preil ständig zur Verzweiflung brachte. Kennen gelernt hatten sie sich Anfang der Fünfzigerjahre, als Schauspieler Herricht dem Oberspielleiter Preil in Bernburg vorsprechen sollte. Von da an waren sie ein Paar und jeder ihrer 126 Sketche - alle aus Preils Feder - wurden ein Renner. Nach dem frühen Tod seines Partners 1981 trat Hans-Joachim Preil nicht mehr als Komiker auf. Sowieso mehr der Mann im Hintergrund, schrieb er nun Bücher, weitere Bühnenstücke, inszenierte Shows für den Berliner Friedrichstadtpalast. Mit ihm starb am 2. November 1999 nach Rolf Herricht und Eberhard Cohrs der letzte der großen Komiker der DDR.
   

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