Einer muss die Leiche sein

Spielfilm aus der DDR von 1977
Regie Iris Gusner
Drehbuch Iris Gusner, nach dem gleichnamigen Roman von Gert Prokop
Musik Gerhard Rosenfeld
Kamera Günter Jaeuthe
Darsteller Franz Enderlein - Helmut Straßburger
Johanna Enderlein - Marylu Poolman
Dieter Gotthardt - Herbert Köfer
Lisa Gotthardt - Karin Schröder
Egon Kunack - Otto Mellies
Evelyn Kunack - Karin Gregorek
Hans-Peter Maiendorff - Hannes Fischer
Pitty - Gertraud Kreißig
Susanne - Monika Woytowicz
und andere

Urlaubsstimmung am Schwarzen Meer: Eine Touristengruppe aus der DDR macht einen Ausflug auf eine einsame Insel, doch ein Schaden am Motorboot zwingt sie zum Übernachten. Zum Zeitvertreib spielen sie ein "Mörderspiel" und plötzlich ist die "Leiche" wirklich tot. Wer von ihnen hat die junge Frau auf dem Gewissen?

Eine klassische Krimi-Situation: Eine geschlossene Gesellschaft auf der Suche nach dem Mörder. Jeder verdächtigt jeden in der bunt zusammengewürfelten Truppe, verborgene Spannungen und Krisen kommen zum Vorschein, menschliche Eigenschaften wie Heuchelei, Karrierismus oder Neid.

Iris Gusner, eine der wenigen DEFA-Regisseurinnen, inszenierte mit "Einer muss die Leiche sein" einen der wenigen DEFA-Krimis. Die durchweg hervorragenden Schauspieler wie Monika Woytowicz, Karin Gregorek, Otto Mellies und Helmut Straßburger verleihen dem Film mit ihrem intensiven Spiel auch heute noch Spannung und Dynamik.

Bulgarische Schwarzmeerküste: Es soll ein besonderer Höhepunkt werden - der Ausflug einer DDR-Touristengruppe auf eine romantische, einsame Insel. Doch als sie zurückfahren wollen, streikt der Motor des Bootes. Sie müssen auf der Insel übernachten. Als Zeitvertreib schlägt der Arzt Dr. Enderlein ein Spiel vor, bei dem ein Detektiv einen Mörder suchen muss. Und natürlich muss auch einer die Leiche sein. Nicht alle finden die Idee sehr geschmackvoll, aber ehe sie sich zu Tode langweilen ...

Das Los entscheidet und ausgerechnet die attraktive, lebenslustige Sekretärin Susanne zieht "die Leiche". Wenig später ist Susanne tatsächlich tot, abgestürzt vom Steilufer. Aus dem makabren Spiel ist tödlicher Ernst geworden. Unfall? Selbstmord? Mord? Die Nerven liegen blank. Jeder der 12 Touristen, aber auch die bulgarische Dolmetscherin oder Wassil, der Bootsführer, könnte die Tat begangen haben. Der Werkleiter Gotthardt und Dr. Enderlein ernennen sich zu Ermittlern, bis die bulgarische Miliz eintrifft. Bald haben sie keine Zweifel mehr: Es war Mord.

Die unheilvolle Situation offenbart nach und nach die Charaktere der Einzelnen, bringt Ehekrisen zu Tage, sehr persönliche Probleme, nährt Gerüchte und Klatsch. Da ist die hysterische Zahnarztgattin Evelyn Kunack, deren jahrelange Eifersucht in blinden Hass umschlägt; da ist der homosexuelle Versicherungsvertreter und Hobbyfotograf Maiendorff, der in den privaten Beziehungen der anderen schnüffelt; da ist der Junggeselle Hans Fielitz, der ein Verhältnis mit Susanne hatte. Aber zwei reifere liebeshungrige alleinstehende Damen könnten es ebenso gewesen sein wie der zu Unrecht als Papagallo beschimpfte Bootsführer. Nach und nach fügt sich das Puzzle zusammen, keiner kommt ungeschoren davon.
   

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