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Finnland 1943. Der Vater des neunjährigen Eero
zieht in den Krieg und verabschiedet sich von seinem
Sohn mit den Worten: "Du bist jetzt der Mann
im Haus und musst dich um Mutter kümmern!"
Als der Pastor die Nachricht überbringt, dass
der Vater gefallen ist, hält Eero sein Versprechen,
er kümmert sich liebevoll um seine völlig
apathische Mutter Kirsti. Deshalb kann er ihre Einwilligung
nicht verstehen, dass er wenig später mit Tausenden
anderen finnischen Kindern ins neutrale Schweden
in Sicherheit gebracht wird. Dort, in dem kleinen,
am Meer gelegenen Ort an der Südküste,
nehmen ihn Signe und Hjalmar Jönsson auf ihrem
Bauernhof auf. Eero fühlt sich einsam und verloren
- er spricht kein Wort Schwedisch und Signe lässt
ihn spüren, dass er ein Fremder für sie
ist. Und Eero hat Sehnsucht nach seiner Mutter,
er wartet auf Post von ihr, doch ihre Briefe sind
nur an Signe gerichtet. Während sich Eero mit
Hjalmar anfreundet, spitzt sich das Verhältnis
zu Signe dramatisch zu. Sie leidet, was Eero nicht
wissen kann, am Verlust ihrer kleinen Tochter, die
im Meer ertrunken ist, und eigentlich hatte sie
auf ein kleines finnisches Mädchen gehofft.
Sie will Eero an das Komitee zurückgeben, doch
als Signe und Hjalmar erfahren, dass Eero dann in
ein Kinderheim kommt, behalten sie den Jungen doch.
Kurz darauf unternimmt Eero einen erneuten Fluchtversuch
- Soldaten fischen ihn in letzter Sekunde aus dem
Meer. Es kommt ein neuer Brief aus Helsinki. Eero
findet ihn durch Zufall und muss lesen, dass die
Mutter anfragt, ob er bei Signe in Schweden bleiben
darf, damit sie mit ihrer neuen Liebe nach Deutschland
gehen kann. Nun erzählt Signe ihm auch von
ihrer kleinen Tochter, deren tragischem Tod und
ihrer Enttäuschung, als Eero kam und kein kleines
Mädchen. So finden die beiden zueinander.
Signe ist ihm die beste Mutter, Eero liebt sie.
Dann ist der Krieg zu Ende. Und wieder kann Eero
die Welt nicht verstehen, er möchte bei seinen
neuen Eltern bleiben, doch seine Mutter will ihn
zurück. Obwohl ihm Signe versprochen hatte,
dass er bleiben kann, muss Eero abreisen. Beiden
bricht der Abschied fast das Herz. Wieder muss Eero
eine Mutter verlassen, eine vertraute Umgebung.
Mutter Kirsti erscheint ihm als Fremde, der er nie
mehr wird vertrauen können ... Erst 60 Jahre
später, als Eero zu Signes Beerdigung fährt,
liest er alle Briefe und erfährt, dass seine
Mutter aus Liebe zu ihm auf den neuen Mann an ihrer
Seite verzichtet hat. 60 Jahre hat er mit dem Trauma
gelebt, keine "richtige" Mutter zu haben,
nun weiß er, dass es derer zwei waren.
70.000 Kinder wurden in der Zeit von 1939 bis 1945
von Finnland nach Schweden geschickt - eine der
größten Kinderevakuierungen der Geschichte.
Nach dem Krieg mussten sie zurückkehren, oft
gegen ihren Willen. Zweimal erlebten sie Trennungsschmerz,
mussten sich in eine neue Umgebung einfinden und
eine neue Sprache erlernen. Die Kleinen unter ihnen
konnten sich an ihre Ursprungsfamilie kaum noch
erinnern. Viele der Kinder waren tief traumatisiert
und fühlten sich ihr Leben lang zwischen zwei
Ländern, zwei Sprachen und zwei Familien hin-
und hergerissen. Jahrzehntelang wurde das Thema
totgeschwiegen. Zu einem der ersten, der die traurigen
Erfahrungen 1992 in seinem Buch "Äideista
parhain" (Die beste Mutter) aufgearbeitet hat,
gehört Heikki Hietamies. Klaus Härö,
einer der bekanntesten finnischen Regisseure, verfilmte
das Buch 2004 an Originalschauplätzen. Der
außerordentlich berührende und einfühlsam
inszenierte Film wurde mehrfach preisgekrönt.
Das MDR FERNSEHEN zeigte ihn als deutsche TV-Premiere.
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