Die beste Mutter

Spielfilm aus Finnland und Schweden von
Regie Klaus Härö
Drehbuch Jimmy Karlsson und Kirsi Vikman, nach dem Originaldrehbuch von Veikko Aaltonen, basierend auf dem Roman "Äideistä parhain" von Heikki Hietamies
Musik Tuomas Kantelinen
Kamera Jarkko T. Laine
Darsteller Eero Lahti - Topi Majaniemi
Kirsti Lahti, Mutter - Marjaana Maijala
Signe Jönsson - Maria Lundquist
Hjalmar Jönsson - Michael Nyqvist
Eero Lahti, erwachsen - Esko Salminen
Kirsti Lahti, alt - Aino-Maija Tikkanen
Lauri Lahti, Vater - Kari-Pekka Toivonen
Großvater in Schweden - Brasse Brännström
Siv, Signes Nichte - Penny Elvira Loftéen
Anna, Sivs Mutter - Maria Langhammer
und andere

Finnland 1943. Der Vater des neunjährigen Eero zieht in den Krieg und verabschiedet sich von seinem Sohn mit den Worten: "Du bist jetzt der Mann im Haus und musst dich um Mutter kümmern!" Als der Pastor die Nachricht überbringt, dass der Vater gefallen ist, hält Eero sein Versprechen, er kümmert sich liebevoll um seine völlig apathische Mutter Kirsti. Deshalb kann er ihre Einwilligung nicht verstehen, dass er wenig später mit Tausenden anderen finnischen Kindern ins neutrale Schweden in Sicherheit gebracht wird. Dort, in dem kleinen, am Meer gelegenen Ort an der Südküste, nehmen ihn Signe und Hjalmar Jönsson auf ihrem Bauernhof auf. Eero fühlt sich einsam und verloren - er spricht kein Wort Schwedisch und Signe lässt ihn spüren, dass er ein Fremder für sie ist. Und Eero hat Sehnsucht nach seiner Mutter, er wartet auf Post von ihr, doch ihre Briefe sind nur an Signe gerichtet. Während sich Eero mit Hjalmar anfreundet, spitzt sich das Verhältnis zu Signe dramatisch zu. Sie leidet, was Eero nicht wissen kann, am Verlust ihrer kleinen Tochter, die im Meer ertrunken ist, und eigentlich hatte sie auf ein kleines finnisches Mädchen gehofft. Sie will Eero an das Komitee zurückgeben, doch als Signe und Hjalmar erfahren, dass Eero dann in ein Kinderheim kommt, behalten sie den Jungen doch. Kurz darauf unternimmt Eero einen erneuten Fluchtversuch - Soldaten fischen ihn in letzter Sekunde aus dem Meer. Es kommt ein neuer Brief aus Helsinki. Eero findet ihn durch Zufall und muss lesen, dass die Mutter anfragt, ob er bei Signe in Schweden bleiben darf, damit sie mit ihrer neuen Liebe nach Deutschland gehen kann. Nun erzählt Signe ihm auch von ihrer kleinen Tochter, deren tragischem Tod und ihrer Enttäuschung, als Eero kam und kein kleines Mädchen. So finden die beiden zueinander.

Signe ist ihm die beste Mutter, Eero liebt sie. Dann ist der Krieg zu Ende. Und wieder kann Eero die Welt nicht verstehen, er möchte bei seinen neuen Eltern bleiben, doch seine Mutter will ihn zurück. Obwohl ihm Signe versprochen hatte, dass er bleiben kann, muss Eero abreisen. Beiden bricht der Abschied fast das Herz. Wieder muss Eero eine Mutter verlassen, eine vertraute Umgebung. Mutter Kirsti erscheint ihm als Fremde, der er nie mehr wird vertrauen können ... Erst 60 Jahre später, als Eero zu Signes Beerdigung fährt, liest er alle Briefe und erfährt, dass seine Mutter aus Liebe zu ihm auf den neuen Mann an ihrer Seite verzichtet hat. 60 Jahre hat er mit dem Trauma gelebt, keine "richtige" Mutter zu haben, nun weiß er, dass es derer zwei waren.

70.000 Kinder wurden in der Zeit von 1939 bis 1945 von Finnland nach Schweden geschickt - eine der größten Kinderevakuierungen der Geschichte. Nach dem Krieg mussten sie zurückkehren, oft gegen ihren Willen. Zweimal erlebten sie Trennungsschmerz, mussten sich in eine neue Umgebung einfinden und eine neue Sprache erlernen. Die Kleinen unter ihnen konnten sich an ihre Ursprungsfamilie kaum noch erinnern. Viele der Kinder waren tief traumatisiert und fühlten sich ihr Leben lang zwischen zwei Ländern, zwei Sprachen und zwei Familien hin- und hergerissen. Jahrzehntelang wurde das Thema totgeschwiegen. Zu einem der ersten, der die traurigen Erfahrungen 1992 in seinem Buch "Äideista parhain" (Die beste Mutter) aufgearbeitet hat, gehört Heikki Hietamies. Klaus Härö, einer der bekanntesten finnischen Regisseure, verfilmte das Buch 2004 an Originalschauplätzen. Der außerordentlich berührende und einfühlsam inszenierte Film wurde mehrfach preisgekrönt. Das MDR FERNSEHEN zeigte ihn als deutsche TV-Premiere.
   

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