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Der alternde Rancher Einar Gilkyson lebt gemeinsam
mit seinem besten Freund Mitch auf einer Farm in
der Provinz von Wyoming. Ein Jahr ist vergangen,
seit Mitch in der Wildnis von einem Bären angegriffen
und dabei schwer verletzt wurde. Sein Gesicht ist
seither entstellt, zum Gehen benötigt er die
Hilfe eines Stocks. Einar fühlt sich für
das Unglück verantwortlich, schließlich
war er unfähig, seinem Freund zu helfen, da
er aus Trauer über den Unfalltod seines Sohnes
wieder einmal sturzbetrunken war. Um die Attacke
zu rächen, sind Einar und Mitch entschlossen,
den Bär zu erlegen - ein Vorhaben, das zunichte
gemacht wird, als der örtliche Sheriff Crane
Curtis das wilde Tier einfängt und dem Zoo
übergibt.
Vor allem Mitch will sich nicht damit abfinden,
dass ihm seine Rache verwehrt bleiben soll. Fast
zeitgleich mit diesem Ereignis taucht überraschend
Einars Schwiegertochter Jean auf der Farm auf. Das
Verhältnis zwischen Einar und Jean ist äußerst
gespannt, da Einar ihr die Schuld an dem Autounfall
gibt, bei dem sein Sohn vor rund elf Jahren starb.
Nun aber ist Jean mit ihrer elfjährigen Tochter
Griff auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen
Exfreund Gary. Einar, der von seinem Enkelkind nichts
ahnte, gewährt den beiden Unterschlupf, widerwillig
zunächst, zugleich aber getrieben von dem Pflichtgefühl,
sich um die Familie seines Sohnes kümmern zu
müssen. Während Jean einen Job als Kellnerin
findet und zaghaft eine Romanze mit Sheriff Curtis
beginnt, gelingt es der kleinen Griff, das Herz
ihres verschlossenen Großvaters zu gewinnen.
Nur zwischen Jean und Einar bleibt die Atmosphäre
nach Jahren der Schuldzuweisungen angespannt. Bis
Gary in der Stadt auftaucht und Jean mit aller Gewalt
zwingen will, zu ihm zurückzukommen.
Der schwedische Regisseur Lasse Hallström hat
sich in Filmen wie "Gilbert Grape - Irgendwo
in Iowa" und "Gottes Werk und Teufels
Beitrag" sehr amerikanischen Themen mit einer
europäischen Sensibilität genähert.
In "Ein ungezähmtes Leben" erzählt
er von einer schwierigen familiären Beziehung
und zugleich von einer großen Männerfreundschaft.
Man kann den Film auch als Rückblick auf die
Schauspiel-Historie seines Stars Robert Redford
betrachten. So wirkt der Charakter des eigenbrötlerischen
Einar wie die gealterte Version des klassischen
Redford-Naturburschen "Jeremiah Johnson"
oder des "Pferdeflüsterers". Und
während die beiden Oscar-Preisträger Redford
und Morgan Freeman, hier erstmals seit "Brubaker"
(1980) wieder gemeinsam vor der Kamera, mit schauspielerischen
Glanzleistungen ihren Ruf als Charakterdarsteller
bestätigen, erweist sich Jennifer Lopez als
darstellerische Entdeckung: Selten agierte die Popdiva
so überzeugend wie in diesem Film.
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