Indien

Österreichischer Spielfilm von 1993
Regie Paul Harather
Drehbuch Josef Hader, Paul Harather und Alfred Dorfer, nach dem Theaterstück von Josef Hader und Alfred Dorfer
Musik Ulrich Sinn
Kamera Hans Selikovsky
Darsteller Heinzi Bösel - Josef Hader
Kurt Fellner - Alfred Dorfer
Kirchnerwirtin - Maria Hofstätter
Kirchbergwirt - Roger Murbach
Kellnerin - Ursula Rojek
Kirchingerwirt - Karl Markovics
Obkircherwirtin - Linde Prelog
Mönichkirchnerwirt - Karl Künstler
Primar - Wolfgang Böck
Krankenschwester - Proschat Madani
und andere

"Kabarett als heimisches Kinowunder". Josef Hader und Alfred Dorfer in einer begnadeten Posse über zwei miese Leben und ein "patschertes" Sterben. 1991 zogen die beiden österreichischen Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer mit ihrem gemeinsam verfassten satirischen Zwei-Personen-Stück "Indien" zum Ersten Mal durch die Lande und feierten Triumphe.

Auch die bayerische Fassung am Münchner Residenztheater wurde ein sensationeller Erfolg. Dass aber "Indien" zu so einem sensationellen Kinoerfolg werden sollte, damit hatten weder sie noch ihr Regisseur Paul Harather gerechnet. Zu dritt hatten sie den Stoff von der unmöglichen Männerfreundschaft zu einem Drehbuch umgeschrieben und zu ihrer Überraschung von den österreichischen Fördergremien Geld bekommen.

Der Film funktionierte, das Publikum liebte die "Ritter von der grausligen Gestalt" auf einer Art Gralssuche. Der mit etlichen Preisen dekorierte Film (Santa-Barbara-Festival/Max-Ophüls-Preis 1994/Thomas-Pluch-Drehbuchpreis Wien 1993) war auch ein Publikumsrenner. Er war in seiner Heimat der meistgesehene österreichische Spielfilm seit Jahrzehnten, wenn auch "mit deutschen Untertiteln für die wüstesten Dialekt-Dialoge" (Dorfer).

Dass man Heinz Bösel (Josef Hader) und Kurt Fellner (Alfred Dorfer), Inspektoren des Hotel- und Gaststättengewerbes, für eine Überprüfungstour gemeinsam durch die tiefste österreichische Provinz schickt, scheint kein glücklicher Einfall ihrer Dienststelle zu sein. Die beiden gehen sich vom ersten Augenblick an gehörig auf die Nerven.

Der schlampige Vielraucher und wortkarge Schnitzelfan Heinzi Bösel, in seinen Ansichten kleinbürgerlich bis zum Exzess, ist hilflos dem Redeschwall des vom unverdauten Yuppie-Zeitgeist gestreiften jungen Ehrgeizlings Kurt Fellner ausgesetzt. Doch allmählich raufen sich die gegensätzlichen Männer zusammen, es entsteht eine zunächst ruppige Freundschaft, die selbst der Intensivstation standhält, als Fellner unheilbar an Krebs erkrankt.
   

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