|
"Kabarett als heimisches Kinowunder".
Josef Hader und Alfred Dorfer in einer begnadeten
Posse über zwei miese Leben und ein "patschertes"
Sterben. 1991 zogen die beiden österreichischen
Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer mit
ihrem gemeinsam verfassten satirischen Zwei-Personen-Stück
"Indien" zum Ersten Mal durch die Lande
und feierten Triumphe.
Auch die bayerische Fassung am Münchner Residenztheater
wurde ein sensationeller Erfolg. Dass aber "Indien"
zu so einem sensationellen Kinoerfolg werden sollte,
damit hatten weder sie noch ihr Regisseur Paul Harather
gerechnet. Zu dritt hatten sie den Stoff von der
unmöglichen Männerfreundschaft zu einem
Drehbuch umgeschrieben und zu ihrer Überraschung
von den österreichischen Fördergremien
Geld bekommen.
Der Film funktionierte, das Publikum liebte die
"Ritter von der grausligen Gestalt" auf
einer Art Gralssuche. Der mit etlichen Preisen dekorierte
Film (Santa-Barbara-Festival/Max-Ophüls-Preis
1994/Thomas-Pluch-Drehbuchpreis Wien 1993) war auch
ein Publikumsrenner. Er war in seiner Heimat der
meistgesehene österreichische Spielfilm seit
Jahrzehnten, wenn auch "mit deutschen Untertiteln
für die wüstesten Dialekt-Dialoge"
(Dorfer).
Dass man Heinz Bösel (Josef Hader) und Kurt
Fellner (Alfred Dorfer), Inspektoren des Hotel-
und Gaststättengewerbes, für eine Überprüfungstour
gemeinsam durch die tiefste österreichische
Provinz schickt, scheint kein glücklicher Einfall
ihrer Dienststelle zu sein. Die beiden gehen sich
vom ersten Augenblick an gehörig auf die Nerven.
Der schlampige Vielraucher und wortkarge Schnitzelfan
Heinzi Bösel, in seinen Ansichten kleinbürgerlich
bis zum Exzess, ist hilflos dem Redeschwall des
vom unverdauten Yuppie-Zeitgeist gestreiften jungen
Ehrgeizlings Kurt Fellner ausgesetzt. Doch allmählich
raufen sich die gegensätzlichen Männer
zusammen, es entsteht eine zunächst ruppige
Freundschaft, die selbst der Intensivstation standhält,
als Fellner unheilbar an Krebs erkrankt.
|