Der Mann, der Sherlock Holmes war

Deutscher Spielfilm von 1937
Regie Karl Hartl
Drehbuch Robert A. Stemmle und Karl Hartl
Musik Hans Sommer
Kamera Fritz Arno Wagner
Darsteller Sherlock Holmes - Hans Albers
Dr. Watson - Heinz Rühmann
Mary Berry - Marieluise Claudius
Jane Berry - Hansi Knoteck
Monsieur Lapin - Siegfried Schürenberg
Der lachende Mann - Paul Bildt
Madame Ganymar - Hilde Weissner
Hoteldetektiv - Ernst Waldow
Polizei-Direktor - Franz W. Schröder-Schrom
Diener Jean - Ernst Legal
Staatsanwalt - Edwin Jürgensen
Exzellenz Vangon - Hans Junkermann
und andere

Als nachts zwei Herren in unverkennbarer Aufmachung einen Expresszug stoppen, gibt es für die Schaffner keinen Zweifel: Meisterdetektiv Sherlock Holmes und sein Adlatus Dr. Watson sind wieder in Aktion. Auch der Polizeipräsident von Paris nimmt nur zu gern ihre Dienste in Anspruch, als bei der Weltausstellung vier angebliche Mauritius-Briefmarken als Fälschungen erkannt werden. Die Herren nehmen sich des Falls souverän an und sorgen dabei für einige Überraschungen.

Der österreichische Regisseur Karl Hartl (1899 - 1978), in den Dreißigerjahren durch Abenteuerfilme mit Luis Trenker bekannt geworden, hatte im Genre des Unterhaltungsfilms schon erfolgreiche Streifen mit Willi Forst, Gustaf Gründgens, Willy Birgel u.a. aufzuweisen, als es ihm 1937 gelang, zwei der beliebtesten deutschen Schauspieler für diese köstliche Persiflage vor die Kamera zu holen. Albers und Rühmann hatten 1931 in "Bomben auf Monte Carlo" ihren ersten gemeinsamen Kinoerfolg, den sie 1954 im dritten Anlauf in Liebeneiners "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" allerdings nicht wiederholen konnten. In den Paraderollen als Sherlock Holmes und Dr. Watson aber übertrafen die beiden Komiker alle Erwartungen. Vor allem ihre Mitwirkung machte diese Ufa-Produktion zu einem Stück unbeschwerter Unterhaltung.

Aber auch die Idee, den ansonsten seriösen Paul Bildt für die Rolle des Sir Conan Doyle zu engagieren, der seine beiden "Schöpfungen", die berühmtesten Detektive der englischen Kriminalgeschichte, ironisch begleiten darf, ist höchst amüsant umgesetzt.

Der erfahrene Regisseur und Drehbuchautor R. A. Stemmle war Garant witziger Dialoge und einer turbulenten Handlung. Auch der bekannte, noch heute oft gespielte und von dem berühmten Duo interpretierte Ohrwurm "Jawohl, meine Herr'n" hat viel zum überragenden Erfolg dieser spannungsvollen Kriminalfilmparodie mit schauspielerischen Kabinettstückchen beigetragen.
   

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