Das verhexte Fischerdorf

Spielfilm aus der DDR von 1962
Regie Siegfried Hartmann
Drehbuch Hans Peter, Siegfried Hartmann, Bernd Braun
Musik Karl Schinsky
Kamera Hans Heinrich
Darsteller Mauritius Halbermann - Horst Drinda
Lore Fiedler - Brigitte Krause
Theo Vogel - Lutz Jahoda
Marianne - Gerlind Ahnert
Mutter Fiedler - Mathilde Danegger
Direktor Brödel - Gustav Müller
Frau Brödel - Erika Dunkelmann
Herr Patzig - Gerd E. Schäfer
Frau Patzig - Elsa Grube-Deister
Evelyn - Monika Hildebrand
Briefträger - Werner Lierck
Herr Lemke - Horst Kube
Mann in der Kurverwaltung - Kurt Rackelmann
Frau Haschke, Sekretärin - Agnes Kraus
und andere

Mauritius Halbermann (Horst Drinda), auch Mauts genannt, ist ziemlich nervös und immer in Eile. Urlaubsreif, so meinen die Kollegen. Doch Urlaub ist für Mauts eine Beschäftigung, die er schlichtweg empörend findet. Als Werbeleiter ist er unbezahlbar, lassen sich doch seine Ideen immer in handfeste Pläne umwandeln. Um den Ruf des Betriebes weiter zu festigen, hat Mauts einen neuen, grandiosen Einfall: Einen Muster-Export-Werbeplan. Doch als er diesen mit seinem Direktor (Gustav Müller) und Lore (Brigitte Krause), der Planungsleiterin, erörtern will, sind diese verreist, in den Urlaub nach Aaldorp. Unglaublich, findet Mauts, und fährt seinen Kollegen hinterher. Damit beginnt nicht nur für Mauritius Halbermann ein heilloses Durcheinander in dem verhexten Fischerdorf.

Eine frisch und flott inszenierte Komödie, die ihren Reiz der Spiellaune eines prominenten DEFA-Darstellerensembles und zahlreichen von Lutz Jahoda gesungenen Evergreens verdankt. So schreibt 1962 auch der "Progress-Pressedienst": "Was diese DEFA-Komödie so überaus liebenswert macht, was ihr unumstritten Gehalt gibt und sie dadurch über eine gewisse - durchaus beabsichtigte - thematische Begrenzung hinaus hebt, ist die Rollenbesetzung. Mit ihr bestätigen die Filmschöpfer die These, dass es keine großen und kleinen Rollen, sondern nur große und kleine Schauspieler gibt". Zu den vielen großen Schauspielern dieser Komödie wie Horst Drinda, Mathilde Danegger und Agnes Kraus gehört auch Brigitte Krause in der Hauptrolle der Lore Fiedler. Brigitte Krause wäre am 9.3.2009 80 Jahre alt geworden. In Berlin geboren, bekommt sie von 1948 bis 1950 eine Schauspielausbildung im DEFA-Nachwuchsstudio.

In Kurt Maetzigs Arbeiterfilm "Die Buntkarierten" gibt sie 1949 ihr Filmdebüt, die erste Fernsehrolle erhält sie 1952. Ab diesem Jahr spielt sie auch Theater - Altenburg, Halle, Potsdam und Berlin sind die Stationen. 1965 heuert sie beim berühmten Berliner Kabarett "Die Distel" an, wo sie bis 1988 in 21 Programmen das Publikum zum Lachen bringt. Im Film wie im Fernsehen ist die Schauspielerin nach wie vor gefragt - anfangs wird sie als junges Mädchen voller Natürlichkeit und Einfachheit besetzt, später sind patente Frauen ihre Domäne. Zu ihren bekanntesten Filmen gehören "Zugverkehr unregelmäßig" (1951), "Die Glatzkopfbande" (1962) und "Nelken in Aspik" (1976).

Im Fernsehen spielt sie u.a. in der Serie "Rentner haben niemals Zeit" (1978) und im Kultfilm "Die Weihnachtsgans Auguste" (1988). Außerdem gehört sie zum Team der Radiosendung "Neumann - zweimal klingeln". Nach der Wende spielt sie noch gelegentlich kleine Fernsehrollen. Brigitte Krause war mit dem Schauspieler Gerd Biewer verheiratet, den sie während der Dreharbeiten zum Film "Musterknaben" (1959) kennenlernte. Ihre Tochter Maxi Biewer ist ebenfalls Schauspielerin geworden.

Lutz Jahoda, der am 18.6.2007 seinen 80. Geburtstag feierte, spielt in "Das verhexte Fischerdorf" seine erste und auch größte DEFA-Rolle. Beliebt ist er vor allem als Interpret humorvoller und volkstümlicher Schlager und als charmanter Entertainer. Heute nennt man ihn gern den "Peter Alexander des Ostens". In Brünn geboren, geht er 1943 nach Wien und später nach Berlin. Später hat er u.a. Engagements in Stendal und Leipzig, wo auch der Rundfunk auf ihn aufmerksam wird. Sein großer Durchbruch kommt erst 1972 mit der Sendereihe "Mit Lutz und Liebe" - mit 50 Prozent Einschaltquote! Nach der Wende moderiert er einige große Musiksendungen. 2001 schreibt er seine Memoiren - "Lutz im Glück und was sonst noch schief lief".
   

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