Das Geheimnis der Braut

Spielfilm aus den USA von 1995
Regie Kayo Hatta
Drehbuch Kayo Hatta, Mari Hatta
Musik Mark Adler
Kamera Claudio Rocha
Darsteller Riyo - Youki Kudoh
Matsuji - Akira Takayama
Kana - Tamlyn Tomita
Kanzaki - Cary-Hiroyuki Tagawa
Benshi - Toshiro Mifune
Tante Sode - Yoko Sugi
Buddhistischer Priester - Shoin Hoashi
Fotograf - Keiji Morita
Einwanderungsbeamter - Michael Hasegawa
Pfarrer - Peter Clark
und andere

Yokohama 1918. Der Tod ihres Vaters macht die 16-jährige Riyo zur Vollwaise. Ihre Vergangenheit empfindet Riyo als bedrückend, Zukunftsaussichten hat sie keine. So geht sie auf den Rat ihrer Tante eine Verbindung mit einem auf Hawaii lebenden japanischen Landarbeiter ein, den sie nur durch ein Foto und einige poetische Briefe kennt. Als die junge Frau auf der fernen Insel eintrifft, stellt sich heraus, dass Matsuji, ihr künftiger Gatte, beinahe 30 Jahre älter ist als sie selbst. Das Bild, das er ihr geschickt hat, stammt aus seiner Jugend, und nicht einmal die an Riyo adressierten Gedichte sind von ihm. Matsuji ist seinerseits auch nicht ganz zufrieden mit seiner Wahl. Er findet, dass Riyo für das Landleben zu zierlich und elegant ist, versucht aber immerhin, seine Enttäuschung zu verbergen.

Nach einer schnellen Gruppentrauung und einer Karrenfahrt durch eine überraschend triste Landschaft, voller Verzweiflung über ihr Schicksal, weist Riyo Matsujis ungeschickte Annäherungsversuche in der Hochzeitsnacht ab. Am nächsten Tag findet sie sich auf den Zuckerrohrfeldern wieder, wo japanische, chinesische, philippinische und puertoricanische Immigranten, Männer wie Frauen, unter brutalen Bedingungen für ein paar Dollar im Monat arbeiten. Riyo begreift, dass es schwer für sie werden wird, nach Japan zurückzukehren, hat aber nicht die Absicht, sich auf Hawaii einzurichten. Erst als die eigenwillige, charakterstarke Arbeiterin und Mutter Kana, auch sie eine "Picture Bride", Riyo unter ihre Fittiche nimmt, lernt die junge Frau, das Land und ihren Mann mit anderen Augen zu betrachten. Was nun für sie beginnt, ist eine "Education sentimentale" voller Tragik und verhaltener Glücksmomente.

Der Dokumentar- und Independentfilmerin Kayo Hatta, die sich in ihren Arbeiten häufiger mit der Problematik traditioneller Geschlechterrollen auseinander gesetzt hat, ist mit "Picture Bride" ein seltenes Kunststück gelungen.

Der Film schildert historisch präzise eine Ära des Umbruchs, der kulturellen und sozialen Kämpfe - und funktioniert dabei mühelos als klassisches Melodram mit leuchtenden, durchkomponierten Bildern, denen man das bescheidene Eine-Million-Dollar-Budget nicht ansieht. Die Hauptrolle spielt die in Japan sehr populäre und bei uns durch Jim Jarmuschs "Mystery Train" bekannte Youki Kudoh, als Kana konnte Tamlyn Tomita verpflichtet werden. "Picture Bride" wurde mit großem Erfolg in der Cannes-Sektion "Un Certain Regard" vorgestellt und gewann 1995 den Publikumspreis beim Sundance Festival.
   

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