Der Kahn der fröhlichen Leute

Spielfilm aus der DDR von 1950
Regie Hans Heinrich
Drehbuch Richard Nicolas, Hans Heinrich und Adolf Hannemann, frei nach dem Roman von Jochen Klepper
Musik Horst Hanns Sieber
Kamera Fritz Lehmann
Darsteller Marianne Butenschön - Petra Peters
Michel Staude - Fritz Wagner
Hans Schultze - Joachim Brennecke
Heinrich - Paul Esser
Hugo - Werner Peters
Emmi Gutwein - Maly Delschaft
und andere

"Der Kahn der fröhlichen Leute" wird von der ebenso charmanten wie energischen Marianne Butenschön gesteuert. Nachdem ihr Vater starb, musste das unmündige Mädchen mit Behörden und Schiffern einen harten Kampf durchstehen, denn sie hatte keine Papiere. Man wollte sie zum Verkaufen der "Eintracht" zwingen, doch mithilfe ihres Vormundes und Onkels August Klette gelingt es ihr, das Schiff zu behalten. Als Maschinisten heuern sie den flotten Michel an. Er liebt Marianne, doch schon am ersten Ankerplatz geraten beide in heftigen Streit und Michel verlässt den Kahn. Zum Glück kommen drei Musiker des Wegs, die gern in die nächste Stadt mitgenommen werden wollen. Und da einer von ihnen - Hans - auch noch vorgibt, Motorenschlosser zu sein, scheint alles zu passen. Doch die Elbfahrt Richtung Hamburg endet zunächst auf einer Sandbank.

Von dort befreit sie der Frachtkahn "Sturmvogel", wo Michel inzwischen angeheuert hat. Doch Michel ist immer noch sauer auf Marianne und die drei Musiker an Bord lassen seine Eifersucht erneut entflammen.

Ein schwungvoller Unterhaltungsfilm, der zu den erfolgreichsten DEFA-Filmen der Fünfzigerjahre gehörte. Der frühere Cutter Hans Heinrich gab mit dieser humorvollen, situationskomischen Geschichte sein Regiedebüt.

Heinrich, wie die meisten Babelsberger Regisseure jener Zeit in Westberlin lebend, machte bei seinem zweiten DEFA-Film "Die letzte Heuer" reichlich unangenehme Erfahrungen: Vermutlich aufgrund einer Intrige wird er während der Dreharbeiten unter dem Vorwurf der Spionagetätigkeit festgenommen, wenig später wieder freigelassen.
1956 lässt er sich noch zu einem weiteren DEFA-Film überreden. Später arbeitete er viel für das bundesdeutsche Fernsehen, u.a. die Endlos-Serie "Drei Damen vom Grill".

Neben der herzerfrischenden Regie sorgte auch der Komponist Horst Hanns Sieber mit seinen beschwingten Melodien für den Kassenerfolg des Films. Seine Schlager wie "... komm wir spielen Nr. 13 in der Liebeslotterie" wurden zu Ohrwürmern jener Zeit.
   

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