Kabale und Liebe

Spielfilm DDR 1959
Regie Martin Hellberg
Drehbuch Martin Hellberg, nach dem gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller
Musik Wilhelm Neef
Kamera Karl Plintzner
Darsteller Präsident von Walter - Wolf Kaiser
Ferdinand von Walter - Otto Mellies
Lady Milford - Marion van de Kamp
Hofmarschall von Kalb - Willi Schwabe
Miller, Stadtmusikant - Martin Hellberg
Frau Miller - Marianne Wünscher
Luise Miller - Karola Ebeling
Wurm, Haussekretär des Präsidenten - Uwe-Jens Pape
Kammerdiener - Hans Finohr
Sophie, Kammerjungfer - Christine Schwarze
und andere

Ferdinand von Walter, der Sohn des Präsidenten von Walter, liebt Luise, die Tochter des Stadtmusikanten Miller. Doch diese Liebe ist nicht "standesgemäß" und steht in jeder Hinsicht den hochfliegenden Plänen des Präsidenten im Wege. Aus Gründen der Etikette will gerade der Herzog seine Mätresse Lady Milford verheiraten. Deshalb bietet ihm von Walter seinen Sohn Ferdinand an. Für sich selbst erhofft er sich dadurch weit größeren Einfluss bei Hofe. Aber Ferdinand sträubt sich. Er liebt Luise zu sehr, um eine erzwungene Heirat mit der Lady auch nur zu erwägen. Des Präsidenten rechte Hand, der Schreiber Wurm, gleichfalls in Luise verliebt, ersinnt mit seinem Herrn eine Intrige. Luises Eltern werden verhaftet und das Mädchen gezwungen, einen falschen Liebesbrief zu schreiben. Diesen spielen sie geschickt Ferdinand in die Hände. Enttäuscht und aus verletztem Stolz beschließt er ihrer beider Tod ...

Erst 24 Jahre alt war Friedrich Schiller, als er sein "bürgerliches Trauerspiel", heute ein Meisterwerk deutscher Klassik, schrieb. Er schildert darin nicht nur das individuelle Drama von Luise und Ferdinand, deren Liebe an der patriarchalen Enge der bürgerlichen Familie scheitert, sondern prangert zugleich das korrupte Feudalsystem und die gängige Praxis seines Landesfürsten an, der für seine opulente Hofhaltung seine Landeskinder als Soldaten nach Amerika verkauft. Regisseur Martin Hellberg gelang eine bemerkenswerte filmische Umsetzung mit einem exzellenten Darstellerensemble. Der 250. Geburtstag (*10.11.1759) Friedrich Schillers (den Adelstitel erhielt er erst im Alter von 43 Jahren) ist Anlass genug, sein schönstes Jugendwerk im MDR FERNSEHEN auszustrahlen.
   

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