Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück

Spielfilm DDR 1962
Regie Martin Hellberg
Drehbuch Martin Hellberg, nach dem Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing
Musik Wilhelm Neef
Kamera Karl Plintzner
Darsteller Minna von Barnhelm- Marita Böhme
Major von Tellheim - Otto Mellies
Franziska Willig, Kammerjungfer - Christel Bodenstein
Paul Werner, Wachtmeister a.D. - Manfred Krug
Graf von Bruchsall - Johannes Arpe
Der Wirt - Herwart Grosse
Just, Diener des Majors - Gerhard Vogt
Riccaut de la Marlinière - Fred Düren
Dame in Schwarz - Helga Göring
Feldjäger - Alexander Papendiek
und andere

Während des Siebenjährigen Krieges hatte sich der preußische Major von Tellheim mit dem sächsischen Fräulein Minna von Barnhelm verlobt. Nach dem Krieg vom König ungerechterweise seiner Ehre beraubt und verarmt, bricht er die Verbindung zu Minna aus Scham ab. Sein Berliner Wirt, ein Spitzel und Schnüffler, quartiert den Major in ein schäbiges Dachstübchen um, weil Tellheim bei ihm Schulden hat. Der Grund: Eine wohlhabende Dame mit Begleitung sucht ein Zimmer. Dabei handelt es sich um niemand anderes als Minna und ihre Zofe Franziska. Mit List gelingt es Minna, den Major zu bewegen, ihr erneut seine Liebe zu erklären. Doch lässt sie den so auf seine Ehre Versessenen noch ein Weilchen zappeln, ehe sie ihm mitteilt, dass er vom König rehabilitiert wurde. Minna und Tellheim werden ein glückliches Paar und auch Franziska hat in Wachtmeister Werner ihr Glück gefunden.

Das bis heute unverbrauchte große Lustspiel "Minna von Barnhelm" schrieb Gotthold Ephraim Lessing 1763. DEFA-Regisseur Martin Hellberg legte 1962 eine Filmadaption mit einer reizvollen prominenten Besetzung vor: Marita Böhme als Minna, Otto Mellies als Tellheim, des Weiteren Christel Bodenstein, Manfred Krug, Herwart Grosse und Fred Düren. Otto Mellies - in unzählige Rollen ist er im Laufe seines langen Schauspielerlebens geschlüpft, war Bösewicht und Held, strahlender Liebhaber und dumpfer Versager. "An einem schönen Sommermorgen" - so heißt seine Autobiografie - im Jahr 1947 machte sich der 16-Jährige auf, um an der Schauspielschule vorzusprechen. Die Schauspielerin Lucie Fröhlich, damals Leiterin der Schule, war von dem "süßen Bübchen" so angetan, dass sie ihn zum Studium zuließ. 1956 holte ihn Intendant Wolfgang Langhoff an das Deutsche Theater Berlin. Hier beeindruckte Otto Mellies fünf Jahrzehnte lang als Charakterdarsteller. Besonders eindrucksvoll war vor allem seine Darstellung des Lessing'schen "Nathan der Weise" in der Inszenierung von Friedo Solter. 325-mal spielte er diese Rolle. Seit Mitte der 1950er-Jahre stand er vor der Kamera, seine Rolle des "Dr. Schlüter" (1965) in dem gleichnamigen TV-Fünfteiler machte ihn in der DDR zum Star. Besonders markant ist auch seine Stimme - sonor, väterlich, sanft. Als Märchenerzähler hat er unzählige Amiga-Platten besprochen, er lieh als Synchronsprecher u.a. Schauspielern wie Paul Newman und Sean Connery die Stimme, er reist - auch heute noch - mit Lesungen durchs Land und besprach bisher über 50 Hörbücher. Eine seiner letzten Rollen spielte er in der ARD-Serie "In aller Freundschaft".
   

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