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Während des Siebenjährigen Krieges hatte
sich der preußische Major von Tellheim mit
dem sächsischen Fräulein Minna von Barnhelm
verlobt. Nach dem Krieg vom König ungerechterweise
seiner Ehre beraubt und verarmt, bricht er die Verbindung
zu Minna aus Scham ab. Sein Berliner Wirt, ein Spitzel
und Schnüffler, quartiert den Major in ein
schäbiges Dachstübchen um, weil Tellheim
bei ihm Schulden hat. Der Grund: Eine wohlhabende
Dame mit Begleitung sucht ein Zimmer. Dabei handelt
es sich um niemand anderes als Minna und ihre Zofe
Franziska. Mit List gelingt es Minna, den Major
zu bewegen, ihr erneut seine Liebe zu erklären.
Doch lässt sie den so auf seine Ehre Versessenen
noch ein Weilchen zappeln, ehe sie ihm mitteilt,
dass er vom König rehabilitiert wurde. Minna
und Tellheim werden ein glückliches Paar und
auch Franziska hat in Wachtmeister Werner ihr Glück
gefunden.
Das bis heute unverbrauchte große Lustspiel
"Minna von Barnhelm" schrieb Gotthold
Ephraim Lessing 1763. DEFA-Regisseur Martin Hellberg
legte 1962 eine Filmadaption mit einer reizvollen
prominenten Besetzung vor: Marita Böhme als
Minna, Otto Mellies als Tellheim, des Weiteren Christel
Bodenstein, Manfred Krug, Herwart Grosse und Fred
Düren. Otto Mellies - in unzählige Rollen
ist er im Laufe seines langen Schauspielerlebens
geschlüpft, war Bösewicht und Held, strahlender
Liebhaber und dumpfer Versager. "An einem schönen
Sommermorgen" - so heißt seine Autobiografie
- im Jahr 1947 machte sich der 16-Jährige auf,
um an der Schauspielschule vorzusprechen. Die Schauspielerin
Lucie Fröhlich, damals Leiterin der Schule,
war von dem "süßen Bübchen"
so angetan, dass sie ihn zum Studium zuließ.
1956 holte ihn Intendant Wolfgang Langhoff an das
Deutsche Theater Berlin. Hier beeindruckte Otto
Mellies fünf Jahrzehnte lang als Charakterdarsteller.
Besonders eindrucksvoll war vor allem seine Darstellung
des Lessing'schen "Nathan der Weise" in
der Inszenierung von Friedo Solter. 325-mal spielte
er diese Rolle. Seit Mitte der 1950er-Jahre stand
er vor der Kamera, seine Rolle des "Dr. Schlüter"
(1965) in dem gleichnamigen TV-Fünfteiler machte
ihn in der DDR zum Star. Besonders markant ist auch
seine Stimme - sonor, väterlich, sanft. Als
Märchenerzähler hat er unzählige
Amiga-Platten besprochen, er lieh als Synchronsprecher
u.a. Schauspielern wie Paul Newman und Sean Connery
die Stimme, er reist - auch heute noch - mit Lesungen
durchs Land und besprach bisher über 50 Hörbücher.
Eine seiner letzten Rollen spielte er in der ARD-Serie
"In aller Freundschaft".
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