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Die Varietéshow des Gedächtniskünstlers
Mr. Memory im Londoner Palladium ist in vollem Gange.
Mr. Memory beantwortet alle Fragen mit überraschender
Genauigkeit. Unter den Besuchern ist auch der Kanadier
Richard Hannay. Plötzlich fällt ein Schuss
und Panik bricht aus. Hannay fällt eine junge
Frau in die Arme, die ihn bittet, sie zu beschützen
und mit in seine Wohnung zu nehmen. Sie stellt sich
als Annabella Smith vor und erzählt ihm, dass
sie als Agentin einem Spionagering auf der Spur
ist, der Geheimnisse der Landesverteidigung einer
ausländischen Macht verraten will. Ohne nähere
Erklärung erwähnt sie "39 Stufen"
und einen Chef, dem zwei Glieder am kleinen Finger
fehlen. Zwei Männer wollten sie im Varieté
umbringen, zwei Männer beobachten nun von der
Straße aus Hannays Wohnung. Hannay überlässt
Annabella sein Schlafzimmer.
Im Morgengrauen stürzt sie mit einem Messer
im Rücken in sein Zimmer und drängt ihn
sterbend, sofort zu fliehen. Die Landkarte, in der
sie einen Ort in Schottland markiert hat, nimmt
er an sich und entwischt den Verfolgern. Im Zug
nach Schottland erfährt er aus der Zeitung,
dass ihn die Polizei für Annabellas Mörder
hält. Als die Polizei den Zug durchkämmt,
flüchtet er zur Tarnung in die Arme der hübschen
Blondine Pamela, doch sie verrät ihn. Hannay
springt aus dem Zug. Er flüchtet durch das
schottische Hochland und erreicht das Haus von Professor
Jordan, der, was Hannay nicht weiß, der Spionage-Chef
ist.
Hannay vertraut sich ihm an, zu spät bemerkt
er Jordans fehlende Glieder am kleinen Finger. Jordan
schießt auf ihn, doch eine Bibel in Hannays
Manteltasche rettet ihm das Leben. Hannay erzählt
seine Geschichte der Polizei, die ihm aber kein
Wort glaubt. Hannay zieht es vor zu fliehen und
trifft erneut auf Pamela. Die lässt ihn festnehmen,
doch nicht von der Polizei, wie sie glaubt, sondern
von den Spionen. Mit Handschellen aneinandergefesselt,
sollen sie zum Professor gebracht werden. Wieder
gelingt Hannay - mit der an ihn gefesselten Pamela
- die Flucht. Erst durch ein belauschtes Gespräch
ihrer Verfolger beginnt sie, Hannay zu vertrauen
und zu helfen. Pamela berichtet alles der Polizei,
doch statt sie ernst zu nehmen, wird sie überwacht.
So ist dann auch die Polizei zur Stelle, als Hannay
sich mit Pamela im Londoner Palladium trifft. Nicht
ohne Grund schaut er sich ein zweites Mal die Show
von "Mr. Memory" an, auch Mr. Jordan verfolgt
die Vorstellung in einer Loge versteckt. Hannay
fragt Mr. Memory vor allen Leuten nach den "39
Stufen" - mit einem verblüffenden Ergebnis
...
"Einer der berühmtesten Filme Hitchcocks"
(Reclams Filmführer), "Hitchcocks Meisterstück
aus seiner englischen Schaffensperiode ..."
(Cinema-Filmlexikon), "...The 39 Steps"
hat bis heute 'überlebt' und zählt zu
den interessantesten Filmen Hitchcocks, weil er
sehr ernste, zeitlose Themen anspricht: Vertrauen
und Verrat, Wahrheit und Lüge, Maskerade, Verkleidung,
zweifelhafte Identitäten, die Frage nach der
Realität, nach dem, was sich hinter dem Vorhang
abspielt. Die Welt ist eine Bühne, die Menschen
spielen nur Rollen ..." (Enzyklopädie
des Kriminalfilms). "Mit einem unrealistischen,
aber raffinierten Plot, intelligenten Dialogen und
einer Regie, die alte filmische Mittel virtuos verwendet,
ist der Agententhriller eine glückliche Synthese
von hoher Kriminalspannung und absurdem Witz. Beste
Kinounterhaltung" (Lexikon des Internationalen
Films). "Beste Kinounterhaltung" - dafür
steht der Regisseur Alfred Hitchcock wie kaum ein
anderer in der Filmgeschichte. Am 13. August 2009
jährt sich sein Geburtstag zum 110. Mal.
Aufgewachsen in einer streng katholischen Londoner
Familie, liebt Hitchcock früh das damals noch
sehr junge Kino. 1920 sichert er sich beim neu gegründeten
Studio Lasky einen Job als Titel-Zeichner und darf
1925 seinen ersten Film inszenieren - in den Babelsberger
UFA-Studios. Sein Talent für "Suspense"
wird schnell sichtbar, mit zehn Stumm- und 15 Tonfilmen
wird er in England zum unbestrittenen Regiestar,
bevor er 1939 kurz vor Ausbruch des Krieges mit
seiner Familie nach Hollywood geht. Hitchcock steigt
schnell zum weltweit führenden Regisseur auf
- neben seinem hoch entwickelten Sinn für Dramaturgie
und Bilder ist es vor allem sein psychologisches
Gespür, das ihn zu einem Regie-Genie werden
lässt. Der Perfektionist lässt sich von
seiner Frau Alma beraten. 54 Jahre ist er mit ihr
glücklich verheiratet, Experten sehen in dieser
Stabilität eine der Grundlagen für "Hitchs"
außergewöhnliches Schaffen. Er dreht
fast jedes Jahr einen Film. Zu seinen besten zählen
"Das Fenster zum Hof" (1954), "Vertigo"
(1958), "Der unsichtbare Dritte" (1959),
"Psycho" (1960) und "Die Vögel"
(1963). Obwohl Alfred Hitchcock zu den innovativsten
und erfolgreichsten Regisseuren der Filmgeschichte
zählt, hat er zeitlebens nie einen Oscar erhalten.
Am 29. April 2010 jährte sich sein Todestag
zum 30. Mal.
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