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In einem deutschen Kriegsgefangenenlager gegen Ende
des Jahres 1944 muss Thomas W. Hart, ein amerikanischer
Leutnant und Jurastudent, die Verteidigung des schwarzen
Piloten Scott übernehmen. Scott wird beschuldigt,
einen rassistischen weißen Soldaten ermordet
zu haben, der die Erschießung von Scotts Freund
auf dem Gewissen hat. Der zynische Lagerkommandant,
SS-Oberst Werner Visser, verspricht sich von dem
improvisierten Militärgerichtsprozess amüsante
Unterhaltung. Auch erwartet er, den schlagenden
Beweis dafür zu erhalten, dass die Amerikaner
trotz ihrer demokratischen Ideale und ihrer Verteidigung
der Menschenrechte, ihre eigenen schwarzen Soldaten
ebenfalls als "Untermenschen" behandeln.
Bei den Ermittlungen, untermalt von den zunehmenden
Fliegerangriffen der Alliierten und der Hoffnung
auf ein baldiges Kriegsende, verkehren sich die
Fronten: Der gebildete Nazi, der in Yale studiert
hat, gibt dem juristisch unerfahrenen Hart Tipps
für Scotts Verteidigung, während der ranghöchste
amerikanische Offizier und Wortführer der Kriegsgefangenen,
William A. McNamara, sich auf merkwürdige Weise
zurückhält. Hart erkennt, dass nicht nur
die rassistischen Soldaten etwas zu verbergen haben,
sondern auch McNamara. Ist der verschlossene Offizier
ein Rassist, wie viele der Rekruten, oder dient
sein Verhalten einem anderen Zweck? Zug um Zug entpuppen
sich Hart und Scott als Bauernopfer eines raffinierten,
tödlichen Schachspiels um einen geschickt eingefädelten
Ausbruchsversuch ...
Seine Spannung gewinnt dieser ungewöhnliche
Genremix aus Kriegsfilm und Gerichtsdrama dadurch,
dass sich der Zuschauer stets auf Augenhöhe
mit Hart befindet, also nie mehr weiß als
der junge Senatorensohn, der als Angehöriger
der Oberklasse mit dem Misstrauen und den Ressentiments
der einfachen Soldaten kämpfen muss.
Regisseur Gregory Hoblit zeigt nur wenige Kriegsszenen
und inszeniert stattdessen das Katz- und Maus-Spiel
zwischen Hart, Visser und McNamara als doppelbödiges
Charakterdrama. Zugespitzt ist das alles auf die
Frage, ob Gerechtigkeit einem höheren Zweck
geopfert werden darf. Mit Bravour spielt Colin Farrell
den innerlich zerrissenen Hart, der selbst ein schmerzliches
Geheimnis birgt. Als Glücksgriff erweist sich
aber besonders der einstige Actionstar Bruce Willis,
der mit gekonntem Understatement sein "Stirb-Langsam"-Image
des lakonisch-schlitzohrigen Haudegens anklingen
lässt und seiner verschwiegenen Heldenrolle
subtile Nuancen abgewinnen kann.
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