Das Tribunal

Spielfilm aus den USA von 2001
Regie Gregory Hoblit
Drehbuch Billy Ray und Terry George, nach dem Roman von John Katzenbach
Musik Rachel Portman
Kamera Alar Kivilo
Darsteller Colonel William A. McNamara - Bruce Willis
Lieutenant Thomas W. Hart - Colin Farrell
Lieutenant Lincoln A. Scott - Terrence Dashon Howard
Staff Seargent Vic W. Bedford - Cole Hauser
Kommandant Werner Visser - Marcel Iures
Captain Peter A. Ross - Linus Roache
und andere

In einem deutschen Kriegsgefangenenlager gegen Ende des Jahres 1944 muss Thomas W. Hart, ein amerikanischer Leutnant und Jurastudent, die Verteidigung des schwarzen Piloten Scott übernehmen. Scott wird beschuldigt, einen rassistischen weißen Soldaten ermordet zu haben, der die Erschießung von Scotts Freund auf dem Gewissen hat. Der zynische Lagerkommandant, SS-Oberst Werner Visser, verspricht sich von dem improvisierten Militärgerichtsprozess amüsante Unterhaltung. Auch erwartet er, den schlagenden Beweis dafür zu erhalten, dass die Amerikaner trotz ihrer demokratischen Ideale und ihrer Verteidigung der Menschenrechte, ihre eigenen schwarzen Soldaten ebenfalls als "Untermenschen" behandeln. Bei den Ermittlungen, untermalt von den zunehmenden Fliegerangriffen der Alliierten und der Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende, verkehren sich die Fronten: Der gebildete Nazi, der in Yale studiert hat, gibt dem juristisch unerfahrenen Hart Tipps für Scotts Verteidigung, während der ranghöchste amerikanische Offizier und Wortführer der Kriegsgefangenen, William A. McNamara, sich auf merkwürdige Weise zurückhält. Hart erkennt, dass nicht nur die rassistischen Soldaten etwas zu verbergen haben, sondern auch McNamara. Ist der verschlossene Offizier ein Rassist, wie viele der Rekruten, oder dient sein Verhalten einem anderen Zweck? Zug um Zug entpuppen sich Hart und Scott als Bauernopfer eines raffinierten, tödlichen Schachspiels um einen geschickt eingefädelten Ausbruchsversuch ...

Seine Spannung gewinnt dieser ungewöhnliche Genremix aus Kriegsfilm und Gerichtsdrama dadurch, dass sich der Zuschauer stets auf Augenhöhe mit Hart befindet, also nie mehr weiß als der junge Senatorensohn, der als Angehöriger der Oberklasse mit dem Misstrauen und den Ressentiments der einfachen Soldaten kämpfen muss.
Regisseur Gregory Hoblit zeigt nur wenige Kriegsszenen und inszeniert stattdessen das Katz- und Maus-Spiel zwischen Hart, Visser und McNamara als doppelbödiges Charakterdrama. Zugespitzt ist das alles auf die Frage, ob Gerechtigkeit einem höheren Zweck geopfert werden darf. Mit Bravour spielt Colin Farrell den innerlich zerrissenen Hart, der selbst ein schmerzliches Geheimnis birgt. Als Glücksgriff erweist sich aber besonders der einstige Actionstar Bruce Willis, der mit gekonntem Understatement sein "Stirb-Langsam"-Image des lakonisch-schlitzohrigen Haudegens anklingen lässt und seiner verschwiegenen Heldenrolle subtile Nuancen abgewinnen kann.
   

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