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Felix
Krull ist fest entschlossen, seinen Weg zu machen,
auch wenn sein Herr Papa als Sektfabrikant im sonnigen
Rheingau seinem eigenen Produkt zu sehr gehuldigt
hat und darüber bankrott ging. Nachdem der
junge Mann dank seines ausgeprägten Talents
zur Schauspielerei dem Militärdienst souverän
entgangen ist, bricht er nach Paris auf, denn dort
sind das Glück und die Liebe zu Haus, wie jeder
weiß. Glück hat Krull (der sich nunmehr
Armand statt Felix nennt) in der Tat, und über
Mangel an Liebe kann er sich schon gar nicht beklagen.
Die reiche Madame Houpflé verzeiht dem hübschen
Liftboy eines Luxushotels nicht nur, dass er an
der Grenze ihre Juwelen gestohlen hat, sondern zitiert
ihn auch schnell in ihr Bett. Sie ist beileibe nicht
die einzige, die seinem jugendlichen Charme erliegt;
selbst der noble Lord Kilmarnock macht Krull ein
überraschendes Angebot. Zum flotten Oberkellner
avanciert, nutzt Krull entschlossen die Chance,
als falscher Aristokrat auf Weltreise zu gehen.
Dazu verhilft ihm der junge Marquise de Venosta,
der sich von seiner heiß geliebten Zaza einfach
nicht trennen kann, obwohl seine Eltern das dringend
wünschen. Unterwegs lernt Krull den liebenswerten
Professor Kuckuck kennen und in Lissabon auch dessen
reizende Tochter Zouzou und deren stattliche Mama
Maria Pia, die ihn beide recht begehrenswert finden.
Leider reißt man ihn schnöde aus ihren
Armen fort ins Gefängnis, weil er dringend
verdächtigt wird, die verschwundene Zaza umgebracht
zu haben ...
Thomas Mann variierte in seinem letzten Roman, der
1954 - ein Jahr vor seinem Tode - veröffentlicht
wurde (und dem noch ein zweiter Teil folgen sollte)
noch einmal auf ironische, teils parodistische Weise
sein Lebensthema: den Gegensatz zwischen Künstler-
und Bürgertum, denn für den Sohn aus einem
großbürgerlichen Kaufmannsgeschlecht
hatte die Künstlerexistenz immer ein wenig
mit Hochstapelei zu tun, und der Held seines eleganten,
modernen Schelmenromans betreibt das Geschäft
der Hochstapelei auf höchst kunstvolle Weise.
Kurt Hoffmann, der u.a. mit Komödien wie "Ich
denke oft an Piroschka" erfolgreich war, gelang
eine fulminante Leinwandadaption. Großen Anteil
daran hatte dabei die Mitarbeit der Mann-Tochter
Erika am Drehbuch, die den unvollendet gebliebenen
Schelmenroman bis zu einem Schluss der Geschichte
weiterdichtete und sogar in einer Nebenrolle zu
sehen ist. Die Titelrolle besetzte Hoffmann mit
dem damals noch unbekannten Horst Buchholz. Nach
diesem Film begann eine große internationale
Karriere des jungen Schauspielers. (Die Musterungsszene,
in der Horst Buchholz seinem komödiantischen
Talent freien Lauf lassen konnte, gehört inzwischen
zu den Kabinettstückchen der Filmgeschichte.)
Buchholz wurde damals zum beliebtesten Schauspieler
gekürt, der "Felix Krull" erhielt
den Bundesfilmpreis 1967, das Filmband in Gold und
den "Bambi" 1968.
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