Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Spielfilm aus der BRD von 1957
Regie Kurt Hoffmann
Drehbuch Robert Thoeren unter Mitarbeit von Erika Mann, nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann
Musik Hans Martin Majewski
Kamera Friedl Behn-Grund
Darsteller Felix Krull - Horst Buchholz
Zaza - Liselotte Pulver
Zouzou - Ingrid Andree
Madame Houpflé - Susi Nicoletti
Professor Kuckuck - Paul Dahlke
Maria Pia - Ilse Steppat
Lord Kilmarnock - Walter Rilla
Marquis de Venosta - Peer Schmidt
Venostas Mutter - Alice Treff
Stabsarzt - Werner Hinz
und andere

Felix Krull ist fest entschlossen, seinen Weg zu machen, auch wenn sein Herr Papa als Sektfabrikant im sonnigen Rheingau seinem eigenen Produkt zu sehr gehuldigt hat und darüber bankrott ging. Nachdem der junge Mann dank seines ausgeprägten Talents zur Schauspielerei dem Militärdienst souverän entgangen ist, bricht er nach Paris auf, denn dort sind das Glück und die Liebe zu Haus, wie jeder weiß. Glück hat Krull (der sich nunmehr Armand statt Felix nennt) in der Tat, und über Mangel an Liebe kann er sich schon gar nicht beklagen.

Die reiche Madame Houpflé verzeiht dem hübschen Liftboy eines Luxushotels nicht nur, dass er an der Grenze ihre Juwelen gestohlen hat, sondern zitiert ihn auch schnell in ihr Bett. Sie ist beileibe nicht die einzige, die seinem jugendlichen Charme erliegt; selbst der noble Lord Kilmarnock macht Krull ein überraschendes Angebot. Zum flotten Oberkellner avanciert, nutzt Krull entschlossen die Chance, als falscher Aristokrat auf Weltreise zu gehen. Dazu verhilft ihm der junge Marquise de Venosta, der sich von seiner heiß geliebten Zaza einfach nicht trennen kann, obwohl seine Eltern das dringend wünschen. Unterwegs lernt Krull den liebenswerten Professor Kuckuck kennen und in Lissabon auch dessen reizende Tochter Zouzou und deren stattliche Mama Maria Pia, die ihn beide recht begehrenswert finden. Leider reißt man ihn schnöde aus ihren Armen fort ins Gefängnis, weil er dringend verdächtigt wird, die verschwundene Zaza umgebracht zu haben ...

Thomas Mann variierte in seinem letzten Roman, der 1954 - ein Jahr vor seinem Tode - veröffentlicht wurde (und dem noch ein zweiter Teil folgen sollte) noch einmal auf ironische, teils parodistische Weise sein Lebensthema: den Gegensatz zwischen Künstler- und Bürgertum, denn für den Sohn aus einem großbürgerlichen Kaufmannsgeschlecht hatte die Künstlerexistenz immer ein wenig mit Hochstapelei zu tun, und der Held seines eleganten, modernen Schelmenromans betreibt das Geschäft der Hochstapelei auf höchst kunstvolle Weise. Kurt Hoffmann, der u.a. mit Komödien wie "Ich denke oft an Piroschka" erfolgreich war, gelang eine fulminante Leinwandadaption. Großen Anteil daran hatte dabei die Mitarbeit der Mann-Tochter Erika am Drehbuch, die den unvollendet gebliebenen Schelmenroman bis zu einem Schluss der Geschichte weiterdichtete und sogar in einer Nebenrolle zu sehen ist. Die Titelrolle besetzte Hoffmann mit dem damals noch unbekannten Horst Buchholz. Nach diesem Film begann eine große internationale Karriere des jungen Schauspielers. (Die Musterungsszene, in der Horst Buchholz seinem komödiantischen Talent freien Lauf lassen konnte, gehört inzwischen zu den Kabinettstückchen der Filmgeschichte.) Buchholz wurde damals zum beliebtesten Schauspieler gekürt, der "Felix Krull" erhielt den Bundesfilmpreis 1967, das Filmband in Gold und den "Bambi" 1968.
   

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