Der Raub der Sabinerinnen

Deutscher Spielfilm von 1954
Regie Kurt Hoffmann
Drehbuch Emil Burri und Johannes Mario Simmel, nach dem gleichnamigen Bühnenschwank von Franz von Schönthan und Paul von Schönthan
Musik Ernst Steffan
Kamera Albert Benitz
Darsteller Emanuel Striese - Gustav Knuth
Frau Striese - Fita Benkhoff
Professor Gollwitz - Paul Hörbiger
Frau Gollwitz - Loni Heuser
Renate Gollwitz - Anneliese Kaplan
Charly - Bully Buhlan
Gross - Ernst Waldow
Dienstmädchen Rosa - Ruth Stephan
Perchtramer - Hans Stiebner
Fräulein Müller-Muthesius - Edith Hancke
und andere

In dem verträumten Provinzstädtchen Gundelbach ärgern sich die Stadtväter seit langem darüber, dass der fahrplanmäßige D-Zug 11.11 Uhr dort nicht hält. Das dürfte ihrer Meinung nach anders werden, wenn sie sich attraktive Festwochen zulegen. Professor Gollwitz vom örtlichen Gymnasium erhält den Auftrag, von einem namhaften Autor ein Bühnenstück zur Uraufführung zu beschaffen. Zum Leidwesen seiner energischen Frau klappt das nicht so recht. Dafür landet zur gleichen Zeit Theaterdirektor Striese mit seiner Wanderbühne in Gundelbach. Zu seiner finanziell völlig abgebrannten Truppe gehören Frau Striese, eine stattliche Kinderschar und vor allem der Student Charly. Zu Strieses Eröffnungsvorstellung kommen ganze acht Zuschauer, zum Glück allerdings auch Rosa, das theaterbegeisterte Dienstmädchen von Professor Gollwitz. Als man von ihr hört, dass der Herr Professor in jungen Jahren eine Römertragödie mit dem viel versprechenden Titel "Der Raub der Sabinerinnen" geschrieben hat, rechnet Frau Striese sich aus, dass allein die Schüler des Professors ein volles Haus garantieren, wenn man sein Drama in Gundelbach herausbringt.

Direktor Striese gelingt es tatsächlich, dem widerstrebenden Schulmeister die Uraufführung seines Stückes schmackhaft zu machen. Allerdings nur unter einer Voraussetzung: Niemand darf erfahren, dass Gollwitz der Autor ist. Am Premierenabend ist der Saal ausverkauft. Striese agiert als lorbeerbekränzter Römer mit Hingabe. Den sächselnden Helden nehmen die Zuschauer noch hin, aber als Papagei Laura als römischer Adler auch noch seinen Beitrag zur Tragödie leistet, birst das Haus vor Gelächter. Striese flüchtet verzweifelt zu dem unglücklichen Autor Gollwitz. Beide ahnen nicht, dass der Abend doch noch ein Bombenerfolg wird.

Kurt Hoffmann inszenierte die zweite Verfilmung (die erste produzierte R. A. Stemmle 1936) des unverwüstlichen gleichnamigen Bühnenschwanks der Brüder Schönthan, der 1885 in Stettin uraufgeführt wurde. Paul Hörbiger, Fita Benkhoff, Gustav Knuth und Loni Heuser spielen die dankbaren Rollen mit komödiantischem Elan.
   

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