Salzburger Geschichten

Spielfilm BRD 1956
Regie Kurt Hoffmann
Drehbuch Erich Kästner, nach seinem Roman "Der kleine Grenzverkehr oder Georg und die Zwischenfälle"
Musik Franz Grothe
Kamera Werner Krien
Darsteller Konstanze - Marianne Koch
Georg Rentmeister - Paul Hubschmid
Karl Kesselhut - Peter Mosbacher
Leopold - Richard Romanowsky
Karoline - Adrienne Gessner
Emily - Eva Maria Meineke
Franz - Helmuth Lohner
Bob Namarra - Frank Holms
Mizzi - Anneliese Egerer
Mr. Namarra - Otto Storr
und andere

Streng sind die Devisengesetze in den 30er-Jahren, entsprechend streng sind auch die Zollkontrollen und hoch die angedrohten Strafen. Wer aus Deutschland nach Österreich reist, darf kein Geld mit sich führen, nun ja, fast kein Geld. Die Freigrenze beträgt zehn Mark im Monat, also 33 1/3 Pfennig pro Tag. Damit kommt man nicht weit, meint der wohlhabende, mit drei Doktortiteln geschmückte Berliner Schriftsteller Georg Rentmeister. Deshalb logiert er in einem noblen Hotel in Bad Reichenhall, um von dort aus jeden Tag mit dem Bus zu den Aufführungen der Salzburger Festspiele aufzubrechen. In Salzburg trifft er sich mit seinem alten Freund, Professor Karl Kesselhut, der ihn großzügig freihält. Am zweiten Tag wartet dummerweise ein jeder in einem anderen Café. Stunden und viele Wassergläser später bittet Georg die junge hübsche Frau am Nachbartisch, ihm Geld für seine Rechnung zu leihen. In der langen Wartezeit hat er sich ohnehin in sie verliebt und sie sich in ihn. Sie heißt Konstanze und arbeitet als Stubenmädchen in einem Schloss in Salzburg, erzählt sie ihm.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn eigentlich ist sie eine Komtess, ihre Familie adlig. Aber um ihrem laien-schriftstellernden Vater zu Lustspielinspirationen zu verhelfen, hat sich die Familie im eigenen Schloss als Dienstpersonal verdingt. Der Papa-Graf Leopold von Raitenau gibt sich als Portier aus, Tante Karoline als Köchin, Bruder Franz als Butler und Schwester Mizzi wie Konstanze als Stubenmädchen. Unter anderen ist die amerikanische Familie Namarra bei ihnen zu Gast. Konstanze hat, da ihr Georg in der Zwischenzeit auch einen Heiratsantrag gemacht hat, wenig Lust, das Spiel weiter zu spielen. Doch da dem Papa immer noch die zündende Idee fehlt, lässt sie sich überreden und mit einer Karte fürs "New York City Ballett" "kaufen". Georg besucht zur gleichen Zeit die Aufführung von "Don Giovanni". Konstanze beendet den Abend mit ihrem Bruder im Casino, wo auch Georg auftaucht und so ganz nebenbei erfährt, dass sein Stubenmädchen eine Komtess ist. Vor Enttäuschung betrinkt er sich mit Karl. Als ihm Konstanze dann die ganze Geschichte erzählt, ist er mehr als erleichtert und bereit, bei der Maskerade ein bisschen mitzuspielen. Das tun - wie sich zum Schluss herausstellt - auch die Namarras, aber da hat Papa Leopold schon eine andere Idee für seinen Zeitvertreib.

Als Vorlage für dieses beschwingte Lustspiel diente Erich Kästners Roman "Der kleine Grenzverkehr oder Georg und die Zwischenfälle", der 1938 nur in der Schweiz erscheinen durfte, weil die Nationalsozialisten Kästner Publikationsverbot für Deutschland erteilt hatten. 1943 wurde sein Roman unter dem Titel "Der kleine Grenzverkehr" mit Willy Fritsch und Hertha Feiler erstmals verfilmt. Kästner verfasste dafür das Drehbuch, ebenso wie für das farbige Remake "Salzburger Geschichten" von 1956. Nach "Drei Männer im Schnee" und "Das fliegende Klassenzimmer" war dies die dritte Zusammenarbeit von Kästner und Regisseur Kurt Hoffmann, dem Garanten für humorvolle Unterhaltung. Vor der bezaubernden Kulisse Salzburgs und seiner Umgebung wurde daraus ein liebenswürdig anmutender Film, bei dem alle Beteiligten sichtlich ihre Freude hatten. Das Liebespaar spielten Bonvivant Paul Hubschmid und Publikumsliebling Marianne Koch, die wenige Jahre später für "Heldinnen" noch einmal gemeinsam vor der Kamera standen.
   

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